Bruck an der Mur Österreich : Bruck/Mur startet Innenstadtinitiative: Stadt, Land und WKO bündeln Kräfte gegen Leerstand und für Industrie
Stadt, Land und Wirtschaftskammer bündeln ihre Kräfte für die Zukunft von Bruck/Mur: Regionalstellenobmann-Stv. Michael Ulm, Regionalstellenobmann Thomas Marichhofer, Roland Kristl, Geschäftsführer der Inteco-Gruppe, Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger, Landtagsabgeordnete Cornelia Izzo, Landesrat Willibald Ehrenhöfer.
- © PallerIm Juni 2026 fiel in Bruck an der Mur der Startschuss für eine koordinierte Stadtentwicklungsinitiative. Die WKO Steiermark, das Land Steiermark und die Stadt selbst bündeln dabei bestehende Konzepte unter einem gemeinsamen Dach.
Das erklärte Ziel: die Brucker Innenstadt als Lebens- und Wirtschaftsstadt im Herzen Europas zu positionieren.
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Starke Ausgangslage für Bruck an der Mur
Der Strukturwandel in Handel, ebenso im Tourismus, in Gewerbe und Dienstleistungen macht auch vor Bruck an der Mur nicht halt – so wie vor vielen anderen Städten auch.
Dennoch verfügt die Bezirkshauptstadt über ein stabiles wirtschaftliches Fundament. Mehrere Faktoren sprechen für eine starke Ausgangsposition:
• eine historische Altstadt mit dem zweitgrößten Innenstadtplatz Österreichs
• eine der stärksten Industrieregionen des Landes mit 38,1 % Industrieanteil
• über 2.150 Arbeitgeberbetriebe, darunter 19 Leitbetriebe
• ein Einzugsgebiet von rund 100.000 Menschen
• eine strategische Lage an zwei der wichtigsten europäischen Bahnachsen – Koralmbahn und Semmeringbasistunnel
Bruck/Mur als „Labor“ der integrierten Stadtentwicklung
Genau an dieser Ausgangslage setzt die neue Initiative an. Bruck ad Mur soll zu einem Modell für integrierte, wirtschaftsorientierte Stadtentwicklung werden.
Ausgehend von der strategischen Lage als Verkehrsknotenpunkt zwischen Koralmbahn und Semmeringbasistunnel sollen vorhandene Stärken mit frischen Impulsen aus Arbeitskreisen verknüpft werden. VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung arbeiten dabei zusammen.
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Das Zukunftsbild für Bruck an der Mur als „Lebens- und Wirtschaftsstadt im Herzen Europas“ verbindet die industrielle Rolle als zweites Zentrum der Steiermark mit einem attraktiven innerkommunalen Lebensraum. Konkret geht es um:
- die bessere Anbindung des Bahnhofsviertels an die Altstadt – per Geh- und Radweg, Citybus/Shuttle und Leitsystem –,
- die Optimierung des Innenstadtverkehrs,
- neue Impulse für Schiffländ und Minoritenplatz
- sowie den Ausbau der Mur als Naherholungs- und Aufenthaltsraum.
Grundlage der Planungen ist die integrierte räumliche Entwicklungsstrategie (IRES) für die Innenstadt. Sie soll vom jetzigen Kick-off ausgehend in einen konkreten Umsetzungsplan überführt werden. Bereits vorliegende Bausteine – der Masterplan Innenstadt, das Stadtleitbild „Stadtvision Bruck 2030“, die Ergebnisse der Bürgerbefragung sowie das „Lebendige Orte“-Projekt des Landes – fließen in die Initiative ein.
3 Schwerpunkte der Innenstadtinitiative Bruck an der Mur
- Leitbild & Koordination: Die neue Wirtschaftskoordinatorin der Stadt, Stefanie Gleixner, erhält Unterstützung durch ein professionelles Leerstandsmanagement. Dieses umfasst einen Leerstandskataster, eine Leerstandsbörse und die aktive Ansprache von EigentümerInnen. Zusätzlich entsteht das „Forum Brucker Wirtschaft“ als regelmäßige Plattform für Unternehmen, InvestorInnen und die Stadtverwaltung.
- Innenstadt, Mobilität & Mur: Bruck an der Mur setzt auf kurze Wege. Die Achse Bahnhof–Altstadt wird mit attraktivem Geh- und Radweg, Citybus bzw. MikroOEV, einem einheitlichen Leitsystem und verbesserter Anbindung des Bahnhofsviertels aufgewertet. Hauptplatz, Minoritenplatz, Schiffländ und Stadtsaal sollen in ein ganzjähriges Nutzungskonzept eingebunden werden. Die Murpromenade entwickelt sich schrittweise zu einem durchgängigen, naturnahen Freiraum mit neuen Zugängen und Aufenthaltsbereichen.
- Leitprojekte, Wohnen & Wirtschaft: Die Aktivierung leerstehender Immobilien, die Weiterentwicklung des Kirchenviertels und neue Wohnprojekte in Zentrumsnähe bilden die baulichen Ankerpunkte. Die Innenstadt wird als Wohnstandort für alle Generationen gestärkt – attraktiv, familienfreundlich und generationengerecht. Das Bahnhofsquartier und Bruck Süd sollen außerdem zum Hotspot für Wissenschaft, Bildung, Innovation, Kreativwirtschaft, Startups und CoWorking werden.
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Stimmen aus Wirtschaft und Politik
„Unser Ziel ist klar: Wir wollen Bruck als moderne Wirtschafts-, Wohn- und Lebensstadt neu positionieren und die Innenstadt wieder als starken Mittelpunkt der Region etablieren“, sagt Michael Ulm, Obmann-Stellvertreter der WKO-Regionalstelle Bruck/Mürzzu¬schlag. „Dafür braucht es ein verbindliches Stadtleitbild, ein professionelles Leerstandsmanagement und ein Mobilitätskonzept, das alle Formen der Erreichbarkeit zusammendenkt – vom Fuß- und Radverkehr über den Autoverkehr bis hin zu Bus und Bahn. Mit seiner industriellen Stärke, der zentralen Lage und den künftigen Chancen im Fernverkehr hat Bruck enormes Potenzial. Entscheidend ist, dieses Potenzial jetzt so zu nutzen, dass Wirtschaft, Wohnen, Aufenthaltsqualität und kurze Wege in der Stadt spürbar zusammenkommen.“
Auch Unternehmerin und Landtagsabgeordnete Cornelia Izzo, die als Bezirksvorsitzende von Frau in der Wirtschaft (FiW) als Mittelsperson zwischen Politik und Wirtschaft fungiert, sieht großes Potenzial: „Bruck hat alles, was eine lebendige Innenstadt braucht – wir müssen es nur konsequent nutzen. Der Hauptplatz und die angrenzenden Plätze können ganzjährig bespielt werden, die Erreichbarkeit muss verbessert werden.“
Dass Kinderbetreuung und Ausbildung zentrale Standortfaktoren sind, unterstreicht Roland Kristl, Geschäftsführer der Inteco GmbH: „Als international agierendes Technologieunternehmen ist es uns ein zentrales Anliegen, optimale Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Eine verlässliche und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung trägt maßgeblich dazu bei, dass sich unsere Teams voll und ganz auf ihre beruflichen Aufgaben konzentrieren können. Zudem betrachten wir die frühzeitige Förderung junger Menschen als eine wesentliche und wichtige Investition in die Zukunft – sowohl für die Gesellschaft als auch für unseren eigenen Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften. Gerade die Mehrsprachigkeit ist ein Schlüsselrollen, um den Anforderungen einer global vernetzten Arbeitswelt gerecht zu werden.“
Inteco unterstützt deshalb gezielt Initiativen, die Bruck an der Mur als attraktiven Standort für Familien weiterentwickeln. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Stadt als Vorzeigemodell für hochwertige Kinderbetreuung und exzellente Ausbildung zu etablieren. Wir sind überzeugt: Eine starke Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur ist ein grundlegender Erfolgsfaktor – für Unternehmen, für Familien und für die nachhaltige Entwicklung der gesamten Region“, so Kristl.
Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger begrüßt die Initiative. Die Stadt hat ihre Wirtschaftsstrukturen kürzlich neu aufgestellt: „Alle Ideen, die Bruck voranbringen, sind willkommen. Wir wollen gemeinsam daran arbeiten, Bruck als familien- und bildungsfreundliche Stadt mit attraktivem Wohnraum in Zentrumsnähe weiterzuentwickeln. Bessere Kinderbetreuung, attraktive Angebote für Jugendliche und eine Murpromenade, die Stadt und Fluss wieder zusammenbringt, zählen zu unseren Schwerpunkten.“
Für Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer hat die Initiative auch Modellcharakter: „Hier ziehen alle relevanten Akteure an einem Strang und wollen gemeinsam dafür sorgen, dass die Brucker Innenstadt wachsen kann. Ich bin davon überzeugt, dass mit den klar definierten Leitprojekten etwas entstehen kann, das einen Mehrwert für die Bruckerinnen und Brucker schaffen wird. Darüber hinaus wird auch die Region rund um Bruck davon profitieren. Wenn wir die Attraktivität des Standortes erhöhen, werden wir auch mehr Investitionen auslösen.“
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