IV-Steiermark : Industriellenvereinigung Steiermark: 2026 braucht Reformschock
Inhalt
- Wissenschaftliche Perspektive auf industriellen Wandel und Technologie Steiermark
- Strukturreformen wichtiger als Staatsausgaben für Wirtschaftsstandort Steiermark
- IV-Steiermark warnt vor falschen Hoffnungen auf konjunkturelle Erholung
- Konjunkturumfrage zum Geschäftsklima
- Handlungsanleitung zur Verfahrensbeschleunigung
Christoph Robinson, Markus Ritter, Franz Mayr-Melnhof, Claudia Reiterer, Kurt Maier, Alfred Marchler und Nina Zechner beim Neujahrsempfang der IV Steiermark: Mehr als 250 Gäste wurden empfangen.
- © Marija KanizajMehr als 250 Gäste empfing Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark, zum traditionellen Neujahrsauftakt. Seine Botschaft war unmissverständlich: Wirtschaft und Gesellschaft stehen vor massiven Problemen. Rezession, Budgetdefizite und die notwendige industrielle Transformation verlangen nach Taten, nicht nur nach Analysen.
„Transformation geschieht nicht von selbst – sie erfordert aktive Gestaltung. Regionen, die erfolgreich sind, haben nicht abgewartet, sondern koordiniert, spezialisiert und diversifiziert. Die Steiermark verfügt über diese Stärken – die entscheidende Frage lautet, ob wir mutig genug sind, neue Wege zu beschreiten."
Der Neujahrsauftakt stellte die zentrale Frage: Was muss 2026 anders werden, um eine positive Zukunft zu ermöglichen?
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Wissenschaftliche Perspektive auf industriellen Wandel und Technologie Steiermark
Die Keynote von Thomas Scherngell, Head of Competence Unit Innovation & Industrial Dynamics des AIT, unterstrich diese Sichtweise aus wissenschaftlicher Sicht.
„Für Regionen wie die Steiermark bedeutet der industrielle Wandel nicht nur Herausforderung und Risiko, sondern bietet vor allem Chancen zur strategischen Erneuerung. Durch Innovation lassen sich vorhandene industrielle Stärken gezielt in zukunftsfähige Technologiefelder transformieren, die zentrale gesellschaftliche Herausforderungen adressieren – von Elektromobilität über softwaregetriebene Systeme bis zu digitaler Produktion."
Der internationale Vergleich zeige: Resilienz entsteht dort, wo regionale AkteurInnen gemeinsam agieren und bestehende Stärken systematisch weiterentwickeln.
Maier sieht darin eine Bestätigung seiner Standortanalyse: „Die Voraussetzungen existieren – entscheidend bleibt die Umsetzung."
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Strukturreformen wichtiger als Staatsausgaben für Wirtschaftsstandort Steiermark
Franz Schellhorn, Direktor der Agenda Austria, lieferte wirtschaftspolitische Einordnungen, die den Kern der aktuellen Debatte trafen. Hohe Staatsausgaben garantieren weder Wachstum noch Wettbewerbsfähigkeit. Internationale Vergleiche belegen vielmehr: Effiziente Strukturen, klare Prioritäten und Reformbereitschaft machen den Unterschied.
„Österreich befindet sich in einer echten Krise, und Konjunktur allein wird diese nicht beheben. Täuschen wir uns nicht: Das bescheidene Wachstum resultiert einzig und allein aus expandierendem Staatskonsum, mit einer florierenden Wirtschaft hat das nichts zu tun. Die Sanierung des heillos zerrütteten Staatshaushalts ist der Schlüssel für höhere Investitionen und eine Rückkehr des Wachstums. Jeder Bürger weiß: Das Defizit von heute ist die Steuer und Abgabe von morgen", so Schellhorn.
"Wir brauchen einen Turnaround nach internationalen Reformbeispielen, vor allem eine Ausgabenbremse wie in der Schweiz. Nur so entsteht wieder Spielraum für Investitionen, Beschäftigung und Wettbebewerbsfähigkeit."
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IV-Steiermark warnt vor falschen Hoffnungen auf konjunkturelle Erholung
Vor diesem Hintergrund warnte der Präsident der IV-Steiermark eindringlich davor, auf eine konjunkturelle Erholung zu setzen. Selbst leichtes Wachstum löse keine strukturellen Probleme.
„Wir brauchen 2026 einen positiven Reformschock – ohne Tabus und mit klaren Entscheidungen."
Konjunkturumfrage zum Geschäftsklima
Eine Konjunkturumfrage der IV-Steiermark von Ende 2025 zeigt: Das Geschäftsklima bleibt weit unter dem österreichischen Durchschnitt. 42 Betriebe mit insgesamt 38.000 Beschäftigten nahmen im dritten Quartal an der Erhebung teil. Alle abgefragten Indizes fallen negativ aus.
„Die anhaltend schwierige Lage belegt einmal mehr, dass wir eine echte „Rosskur" bei Staatsausgaben, Regulierung und Bürokratie benötigen", sagte Christoph Robinson, Geschäftsführer der IV-Steiermark, bei der Veröffentlichung der Zahlen. "Dass wir seit Monaten keine konjunkturelle Trendwende schaffen, liegt vor allem an der Trägheit unseres Standorts und den nicht mehr wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen."
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Dass wir seit Monaten keine konjunkturelle Trendwende schaffen, liegt vor allem an der Trägheit unseres Standorts und den nicht mehr wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen"IV-Steiermark Geschäftsführer Christoph Robinson
Handlungsanleitung zur Verfahrensbeschleunigung
Von der Wirtschaftskammer Steiermark, der Industriellenvereinigung Steiermark und der Uni Graz gibt es auch eine praxisorientierte Handlungsanleitung zur Verfahrensbeschleunigung.
Ziel sei es, Unternehmen rascher Planungssicherheit zu geben, Investitionen zu erleichtern und somit die heimische Wirtschaft spürbar zu entlasten.
Die Handlungsempfehlung enthält 20 Vorschläge zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Sie basieren auf einer Umfrage des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) unter 182 steirischen Betrieben.
Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Im Durchschnitt dauert ein Genehmigungsverfahren zwölf Monate – in Bereichen wie Abfallwirtschaft, Bau oder Wasserrecht oft deutlich länger. Bei Projekten zur Nutzung erneuerbarer Energie – etwa Wind- oder Wasserkraft – sind Wartezeiten von über zehn Jahren keine Seltenheit.
„Es ist die günstigste Form der Konjunkturbelebung – sie kostet nur politischen Willen“, betonten IV-Präsident Kurt Maier und WKO-Präsident Josef Herk unisono.
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