österreichische Wirtschaft 2025 : Wie geht es dem steirischen Export?
Am stärksten stieg das Volumen in der Warengruppe „Pharmazeutische Erzeugnisse“ mit einem Plus von 24,6 Prozent auf 451 Millionen Euro.
- © adobe stock/ArtisticEin Rückblick mit kleinem Sicherheitsabstand auf die österreichische Wirtschaft 2025 – genauer gesagt auf den so wichtigen Export der Steiermark.
Die steirische Exportwirtschaft präsentiert sich 2025 (hier liegen die Zahlen für das erste Halbjahr vor) mit gemischten Signalen. Zwischen Jänner und Juni exportierten Unternehmen aus der Steiermark Waren im Gesamtwert von 14,1 Milliarden Euro.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang um 2,8 Prozent, was einer Differenz von 408 Millionen Euro entspricht (2024: 14,5 Milliarden Euro). Trotz dieser negativen Gesamtentwicklung zeigen sich bei einzelnen Zielmärkten durchaus erfreuliche Tendenzen – insbesondere bei den Ausfuhren nach Deutschland, in die USA sowie in die Europäische Union insgesamt.
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Herausforderungen für Exportunternehmen Österreich
„Die heimische Wirtschaft ist mit großen Herausforderungen konfrontiert, das zeigt sich besonders im Bereich des Exports. Umso wichtiger ist es jetzt, gezielt jene Märkte zu bearbeiten, auf denen sich konkrete Chancen für heimische Exportunternehmen bieten", sagt Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer. "Trotz der zuletzt verzeichneten Rückgänge betrifft das etwa den viertwichtigsten Exportmarkt der Steiermark, China, wie wir bei unserer Delegationsreise im November gesehen haben."
Man plane auch 2026 entsprechende Aktivitäten auf Zukunftsmärkte zu setzen.
"Darüber hinaus zeigt sich, dass die steirischen Exporte in die EU zuletzt zugelegt haben", so Ehrenhöfer weiter. "Wir müssen Europa daher noch viel stärker als einen Raum der Chancen für unsere Wirtschaft begreifen und global unsere Marktvielfalt erweitern."
Auch Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, betont: „Die aktuellen Exportzahlen machen deutlich, dass die steirische Wirtschaft in einem schwierigen internationalen Umfeld steht, sich aber in zentralen Märkten weiterhin behaupten kann. Rückgänge in einzelnen Ländern dürfen nicht den Blick darauf verstellen, dass unsere Betriebe auf den europäischen Märkten – trotz vieler Herausforderungen – Wachstum erzielen."
Herk verweist einmal mehr auf hohe Arbeits- und Energiekosten, sowie bürokratische Hürden. für die Lösungen eingefordert werden. "Denn nur so können wir Export, Beschäftigung und Wertschöpfung langfristig absichern."
Kurt Maier, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark, analysiert: „Die schwache internationale Nachfrage bleibt auch in der Steiermark nicht ohne Folgen. Wie wichtig es daher ist, sich auf mehrere Markt-Standbeine zu stellen, zeigt zum einen die wieder positivere Entwicklung in Richtung Deutschland bzw. USA und andererseits der Rückgang beim drittwichtigsten Markt Italien. Stabile Handelspartnerschaften sind für uns von enormer Bedeutung."
Maier appellieret daher, die ablehnende Haltung gegenüber Mercosur zu überdenken. "Es gelänge mit einer Unterschrift, einen Wachstumsplus für die EU in der Höhe von bis zu 39 Prozent auszulösen."
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Außenhandel Steiermark: Diversifizierung als Schlüssel
Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel in der Wirtschaftskammer Steiermark, zieht folgendes Fazit: „Die Exportbilanz für das erste Halbjahr 2025 zeigt ein differenziertes Bild: Mit 14,1 Milliarden Euro liegen die steirischen Warenexporte zwar um 2,8 Prozent unter dem Vorjahr, gleichzeitig beweisen unsere Betriebe aber hohe Widerstandskraft in wichtigen Kernmärkten, wo wir durch die Koralmbahn und die dadurch entstandene neue Wirtschaftsregion Area Süd auch neue Wachstumschancen haben."
Die Rückgänge in einzelnen Drittstaaten würden jedoch zeigen, wie stark geopolitische Unsicherheiten und branchenspezifische Abhängigkeiten den Außenhandel beeinflussen.
"Entscheidend ist jetzt, Exportmärkte weiter zu diversifizieren und Betriebe gezielt bei der weiteren Internationalisierung und Markterschließung zu unterstützen."
Deutschland bleibt wichtigster Handelspartner
Im Ranking der bedeutendsten Handelspartner führt Deutschland mit deutlichem Abstand. Die Ausfuhren dorthin kletterten im ersten Halbjahr um 2,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Auch die USA entwickelten sich positiv: Die Exporte stiegen um 2,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, wodurch die Vereinigten Staaten noch vor Italien (minus 1,6 Prozent auf 907 Millionen Euro) den zweiten Platz belegen.
Dramatische Einbußen mussten hingegen bei den Ausfuhren nach China (minus 44,4 Prozent auf 450 Millionen Euro) und Großbritannien (minus 43,1 Prozent auf 375 Millionen Euro) hingenommen werden. In beiden Fällen zeichnen hauptsächlich Fahrzeuge und Fahrzeugteile für die starken Rückgänge verantwortlich.
Den größten absoluten Zuwachs verzeichnete Japan mit plus 94 Millionen Euro, während China mit minus 359 Millionen Euro den stärksten absoluten Rückgang aufweist.
Positiv entwickelten sich die Ausfuhren in die übrigen 26 EU-Mitgliedsstaaten. Sie legten um zwei Prozent beziehungsweise 170 Millionen Euro auf insgesamt 8,63 Milliarden Euro zu.
Maschinen Export und Automobilindustrie dominieren
Die Liste der wichtigsten Exportgüter Österreich aus der Steiermark führen drei Warengruppen an:
Zugmaschinen und Kraftwagen erreichten einen Wert von 2,9 Milliarden Euro, ein Minus von 7,5 Prozent
Maschinen und mechanische Geräte kamen auf 2,1 Milliarden Euro, ein Rückgang von 9,1 Prozent
- Elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren kamen auf 1,3 Milliarden Euro, ein Plus von 5,9 Prozent
Pharma Steiermark mit stärkstem Wachstum
Den mit Abstand stärksten prozentualen Anstieg verzeichnete die Warengruppe „Pharmazeutische Erzeugnisse": Hier wuchsen die Exporte um beachtliche 24,6 Prozent auf 451 Millionen Euro.
Dieser Erfolg unterstreicht die wachsende Bedeutung der pharmazeutischen Industrie für den Wirtschaftsstandort Steiermark und zeigt das Potenzial innovativer Branchen in der österreichischen Exportwirtschaft.
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