Koralmtunnel Zeitersparnis : Graz-Klagenfurt: die Koralmtunnel-Zeitersparnis wird zum Forschungsturbo
Inhalt
- Koralmtunnel Zeitersparnis: Veränderung der akademischen Landschaft
- Österreich Forschung vor dem nächsten Level: F&E-Quote über fünf Prozent
- Forschungsland Kärnten
- Forschungsland Steiermark
- Koralmbahn Eröffnung 2025: Ballungsraum von 1,1 Mio Menschen
- Hightech-Investitionen treiben die Entwicklung in Südösterreich
- Verstärkte Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft
Die Koralmbahn lässt Kärnten und die Steiermark näher zusammenrücken. Etwa über die Drauüberquerung.
- © adobe stock/carinthianMobilität ist ein entscheidender Faktor für Forschung und Wissenschaft. Wenn sich Menschen schnell bewegen, dann bewegen sich Informationen und dadurch entsteht Dynamik für Innovation.
Die Kombination aus Koralmbahn, massiven Hightech-Investitionen und einer einzigartigen Forschungsdichte macht Südösterreich zu einem Wirtschafts- und Innovationsraum mit europäischer Signalwirkung.
Was früher als geografische Peripherie galt, entwickelt sich heute zu einem der modernsten Technologiestandorte des Kontinents – und die Koralmbahn ist der verbindende Puls dieser neuen Region.
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Koralmtunnel Zeitersparnis: Veränderung der akademischen Landschaft
Für Peter Moser, Rektor der Montanuniversität Leoben, steht fest: Die neue Bahnverbindung verändert die akademische Landkarte.
„Die Koralmbahn wird die Mobilität zwischen den Regionen Steiermark und Kärnten erheblich verbessern. Studierende, Forschende und Lehrende können künftig einfacher zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen pendeln."
Die Zusammenarbeit, die im Rahmen der Hochschulkonferenzen bereits gut funktioniert, werde „auf jeden Fall erleichtert". Zusätzlich erhöhe die verbesserte Infrastruktur „die Attraktivität der Region für internationale Studierende und Forschende".
Auch FH-Kärnten-Geschäftsführer Martin Waiguny betont die Chancen: „Die Koralmbahn öffnet der FH Kärnten neue Forschungs- und Bildungskooperationen mit Graz, zieht Talente an und stärkt Südösterreich als Innovationsregion."
Gemeinsame Projekte würden künftig „einfacher realisierbar", die gesamte Region gewinne wissenschaftlich wie wirtschaftlich.
Für TU-Graz-Rektor Horst Bischof ist der strukturelle Effekt kaum zu überschätzen: „Die Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Kärnten und der Steiermark sind vergleichsweise klein. Wir müssen unsere Stärken bündeln, um im internationalen Wettbewerb sichtbarer und stärker zu werden."
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"Wir als Montanuniversität Leoben werden ganz sicher den Ausbau von Partnerschaften mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Kärnten und der Steiermark vorantreiben."Peter Moser, Rektor der Montanuniversität Leoben
Österreich Forschung vor dem nächsten Level: F&E-Quote über fünf Prozent
Unter dem Titel „Agenda Wirtschafts- und Innovationsraum Südösterreich 2030" sollen zahlreiche Maßnahmen den Standort stärken und international noch sichtbarer machen. Ein klares Ziel ist, die gemeinsame F&E-Quote (aktuell liegt sie bei 4,57) ab 2030 dauerhaft auf über fünf Prozent zu heben.
Eine große Herausforderung ist dabei, der aktuellen Abwanderung gut ausgebildeter Menschen entgegenzuwirken. Die Attraktivität des Standorts soll für Forschende wie Fachkräfte noch deutlich erhöht werden.
Neben der sehr hohen Lebensqualität sollen deshalb noch Punkte wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, internationale Schulen, mehr MINT-Ausbildungsschwerpunkte, Ausbau der FHs und verstärkte Öffnung für Berufstätige und vieles mehr erfolgen.
„Der gemeinsame Wirtschaftsraum zwischen Kärnten und der Steiermark bietet die Möglichkeit, regionale Stärken zu bündeln", so Moser. "Synergien zwischen Industrien führen zu mehr Effizienz, als größerer Wirtschaftsraum wird die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt." Besonders Branchen wie Logistik, Industrie und Technologie könnten „durch die bessere Anbindung deutlich profitieren".
Waiguny ergänzt aus Kärntner Sicht: „Der gemeinsame Wirtschaftsraum bringt Zugang zu mehr Unternehmen, starken Clustern und einem größeren Talentepool." Für die FH Kärnten bedeute das neue Chancen für Forschungsprojekte, geteilte Infrastruktur und „langfristige Innovationspartnerschaften".
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"Der gemeinsame Wirtschaftsraum bringt uns Zugang zu mehr Unternehmen, starken Clustern und einem größeren Talentepool. Für die FH Kärnten entstehen neue Chancen für Forschungsprojekte."Martin Waiguny, Geschäftsführer FH-Kärnten
Forschungsland Kärnten
Laut der F&E Erhebung 2021 waren in Kärnten 4.367 Personen in diesem Bereich beschäftigt. Die Ausgaben beliefen sich auf 764,4 Millionen Euro. 90 Prozent der F&E-Ausgaben in Kärnten wurden im Unternehmenssektor getätigt. Allein 483,7 Mio. Euro oder 63 Prozent der gesamten F&E-Ausgaben entstammen dem Wirtschaftszweig „Elektronische Bauelemente und Leiterplatten“.
Die Auslandsfinanzierung spielt zudem eine sehr bedeutende Rolle. Die Forschungsquote (F&E-Ausgaben / Bruttoregionalprodukt) für Kärnten beträgt 3,1 Prozent.
Forschungsland Steiermark
Der F&E-Erhebung 2021 zufolge weist die Steiermark mit 5,1 Prozent im Bundesländervergleich die höchste Forschungsquote auf, der Österreich-Schnitt liegt bei 3,3 Prozent.
Insgesamt wurden im Beobachtungszeitrum in der Steiermark rund 2,7 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Davon stammen 74,1 Prozent, und somit fast drei Viertel, von Unternehmen. Rund 18.006 Menschen waren in dem Bereich beschäftigt.
Koralmbahn Eröffnung 2025: Ballungsraum von 1,1 Mio Menschen
„Die Koralmbahn schafft einen Ballungsraum von 1,1 Millionen Menschen, die in einem Umkreis von 45 Minuten Fahrzeit leben", so Bischof.
Für Kooperationen mit Unternehmen sei das von enormer Bedeutung: „Wir erwarten einen weiteren Ausbau und eine Intensivierung unserer Firmenkooperationen."
Hightech-Investitionen treiben die Entwicklung in Südösterreich
Die wirtschaftliche Entwicklung bestätigt diese Einschätzung. Bereits 2021 eröffnete Infineon in Villach seine neue Chipfabrik – ein Paukenschlag für Kärnten und Europa. 1,6 Milliarden Euro wurden investiert, um Leistungselektronik auf 300-mm-Dünnwafern zu produzieren und weiterzuentwickeln.
Das Projekt schafft 400 hochqualifizierte Arbeitsplätze und stärkt Europas technologische Unabhängigkeit. Parallel dazu baut Infineon sein Entwicklungszentrum in Graz aus und schafft weitere 50 Stellen.
In Leoben entsteht mit dem 500-Millionen-Projekt von AT&S ein neues Forschungszentrum, das bis 2025 rund 700 Arbeitsplätze bieten soll. Diese Investitionen markieren den nächsten großen Schritt für den Innovationsraum „Silicon South".
Auch die Forschungsinfrastruktur wächst rasant: Der Lakeside Park in Klagenfurt – Heimat des Fraunhofer Innovationszentrums, von Joanneum Research sowie diverser Start-ups – wird um zwei neue Gebäudekomplexe erweitert.
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"Wir müssen unsere Stärken bündeln, um im internationalen Wettbewerb sichtbarer und stärker zu werden. Durch die Koralmbahn rücken wir näher zusammen, Kooperationen werden so einfacher und produktiver."Horst Bischof, Rektor TU-Graz
Verstärkte Kooperationen zwischen Forschung und Wirtschaft
„Wir werden Kooperationen mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Kärnten und der Steiermark vorantreiben und die verbesserte Infrastruktur nutzen, um internationale Kooperationen zu intensivieren", kündigt Rektor Moser von der Montanuniversität Leoben an.
Auch die FH Kärnten wird ihre Kooperationen vertiefen. Waiguny setzt dabei auf angewandte Forschung und Wissenstransfer: „Wir vertiefen Kooperationen mit steirischen Unternehmen und Hochschulen, entwickeln neue Weiterbildungsformate und stärken den Wissenstransfer." Durch die verbesserte Anbindung könnten „Projekte rascher umgesetzt werden".
Eine der zentralsten Rollen wird allerdings die TU Graz spielen, die ein einzigartiges Forschungs- und Studienangebot für die Region bereitstellt. „Unsere Studien sind für Kärntner Studierende besonders interessant." Für Unternehmen aus Kärnten wolle man „attraktive Angebote für eine Zusammenarbeit schnüren".
Zudem würden die Hochschulkonferenzen „weitere Kooperationsmöglichkeiten in Forschung, Lehre und Weiterbildung ausloten", so Rektor Bischof.
Für die Universitäten und Hochschulen in der Region ist die Koralmbahn weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Sie ist ein wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Integrator, der ein neues regionales Selbstverständnis ermöglicht.
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