Mikroelektronik : Wie Steiermark und Kärnten mit Milliarden zum Halbleiter-Hotspot werden
Die Mikroelektronik ist eine forschungsintensive Branche.
- © Jeerawut - stock.adobe.comMit Milliardeninvestitionen und neuen Technologien treiben die Halbleiterunternehmen Infineon AG und AT&S AG den Ausbau der Mikroelektronikproduktion in Kärnten und der Steiermark voran.
Die Strategie zielt auf Zukunftsmärkte wie Künstliche Intelligenz, Elektromobilität und Hightech-Anwendungen und stärkt zugleich Europas technologische Wettbewerbsfähigkeit.
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Die Mikroelektronik zählt zu den strategisch wichtigsten Industrien weltweit. Gerade angesichts der Iran-Krise entsteht ein neues Momentum für Produktionsstandorte in Europa. Entsprechend intensiv investieren Unternehmen derzeit in neue Produktionskapazitäten und innovative Technologien.
Auch in Österreich setzen zwei zentrale Akteure der Branche wichtige Impulse: Infineon Technologies AG und AT&S AG.
Beide Unternehmen bauen ihre Aktivitäten in Kärnten und der Steiermark weiter aus und stärken damit die Position Österreichs als europäischer Halbleiterstandort. Während Infineon vor allem auf Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz und Automotive setzt, investiert AT&S gezielt in Technologien für Elektromobilität, Halbleitertests sowie sicherheitskritische Anwendungen.
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Infineon AG: Wachstum durch KI und Automotive
Infineon erhöht sein Investitionsbudget deutlich. Für das laufende Geschäftsjahr sind rund 2,7 Milliarden Euro vorgesehen.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist der Bereich Künstliche Intelligenz: Bereits 2026 soll das KI-Geschäft rund 1,5 Milliarden Euro zum Umsatz beitragen. Bis 2027 werden 2,5 Milliarden Euro angestrebt.
Parallel baut der Konzern seine Rolle in der Automobilindustrie aus. In Kooperation mit BMW liefert Infineon Mikrocontroller für die neue Fahrzeugplattform „Neue Klasse". Diese ermöglichen effizientere Fahrzeugarchitekturen und reduzieren den Kabelaufwand – ein wichtiger Schritt hin zu softwaredefinierten Fahrzeugen.
Zudem integriert Infineon die von ams Osram übernommene Sensorsparte. Diese soll bereits 2026 rund 230 Millionen Euro Umsatz beitragen und erschließt damit weitere Geschäftsfelder – vor allem auch für medizinische Anwendungsbereiche.
AT&S AG baut Hightech-Produktion in der Steiermark aus
Auch AT&S investiert massiv in seine österreichischen Standorte. Im steirischen Fehring fließen bis 2027 mehr als 30 Millionen Euro in neue Zukunftsprojekte.
Rund 8,8 Millionen Euro sind für den Ausbau der Fertigung von Halbleitertestanlagen vorgesehen. Weitere 10 Millionen Euro investiert das Unternehmen in innovative Wechselrichterlösungen für die Elektromobilität. Zusätzlich werden etwa sieben Millionen Euro in neue Fertigungstechnologien für Anwendungen in Medizin, Luft- und Raumfahrt sowie Defense investiert.
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Der Standort Fehring zählt bereits heute zu den größten Leiterplattenwerken Europas und entwickelt neue Technologien auch in einer eigenen Engineering-Abteilung.
Fachkräfte und Nachhaltigkeit im Fokus
Ein Teil der Investitionen fließt zudem in nachhaltige Infrastruktur. Rund vier Millionen Euro sind für erneuerbare Energien, Recyclinglösungen und eine klimafreundliche Wärmeversorgung vorgesehen.
Mit dem Ausbau wächst auch der Personalbedarf. Rund 50 zusätzliche Arbeitsplätze sollen entstehen. Zudem plant AT&S eine eigene Lehrlingswerkstatt, um Fachkräfte langfristig auszubilden.
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Österreich als Mikroelektronik-Hub in Europa
Die Investitionen von Infineon AG und AT&S AG zeigen, wie stark sich Südösterreich als Standort für Mikroelektronik entwickelt. In einem globalen Wettbewerb um technologische Souveränität gewinnt der Ausbau europäischer Halbleiterkapazitäten zunehmend an Bedeutung.
Mit starken Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und qualifizierten Fachkräften positionieren sich Kärnten und die Steiermark damit immer stärker als zentrale Drehscheiben der europäischen Chipindustrie.
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