Energiekrise : Straße von Hormus: Alle Dimensionen, die Österreich betreffen

beladenes containerschiff fährt durch straße von hormus, darüber mehrere kampfjets im himmel

Mit der starken Beschädigung von LNG- und Öl-Raffinerien und Infrastrukturen in den Golfstaaten durch iranische Gegenschläge, sowie der de facto Schließung der Straße von Hormus sind ca. 20 Prozent der weltweiten LNG- und Rohölkapazitäten ausgefallen.

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Als am 28. Februar die ersten Bomben auf den Iran fielen und die Staatsspitze quasi ausradierten, wurde die Weltwirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes auf dem falschen Fuß erwischt. Und das, obwohl sich der Angriff der USA und Israels die Wochen zuvor abgezeichnet hatte.
 

Wurde anfangs von Politik und Wirtschaft noch kalmiert, ist inzwischen klar, dass die weltweite Versorgung mit Öl und Gas sowie einer ganzen Reihe weiterer Produkte wie Düngermittel, Kunststoffe und Edelgase (Helium) auf Jahre hinaus gestört sein wird.

Lesen Sie hier mehr über die gestiegenen Düngerkosten
 

Mit der starken Beschädigung von LNG- und Öl-Raffinerien und Infrastrukturen in den Golfstaaten durch iranische Gegenschläge, sowie der de facto Schließung der Straße von Hormus sind ca. 20 Prozent der weltweiten LNG- und Rohölkapazitäten ausgefallen.
 

Die Preissprünge bei Treibstoffen, Düngemitteln und weiteren erdölbasierenden Produkten waren die unmittelbare und bis jetzt andauernde Konsequenz, die weltweit spürbar ist.
 

Erste Rationierungen und Exportverbote von Treibstoffen wurden recht schnell nach Ausbruch des Konfliktes etwa in China beschlossen. Inzwischen ist eine ganze Reihe von Ländern wie China, Indien, Indonesien, Thailand, Südkorea, Japan, Australien und Europa von Versorgungsengpässen in der einen oder anderen Form betroffen.

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Wildwest auf den Energiemärkten: Die schwerste Energiekrise seit Jahrzehnten

Die globale Angebotsverknappung führt zu einem ungezügelten Bieterkampf auf den Energiemärkten. Öl- und LNG-Tanker ändern reihenweise ihre Routen von Europa nach Asien, weil dortige Einkäufer mehr bezahlen. Vonseiten der IEA (Internationale Energieagentur) hieß es bereits, dass es sich um die schwerste Energiekrise seit Jahrzehnten handelt.
 

Die Verwerfungen kommen nicht nur durch die Angebotsverknappung und den Preisanstieg zustande, sondern auch durch einen Mangel an Tankschiffen. Viele Schiffe stecken in der Golfregion fest, andere müssen weite Umwege fahren und erst an alternative Destinationen umgeleitet werden. Hinzu kommt, dass auch Russland durch ukrainische Angriffe rund 40 Prozent seiner Öl-Produktion verloren hat. Das betrifft zwar nicht Europa, aber eine Reihe von asiatischen Staaten, die nun mit Europa umso härter in einen Bieterkampf um die verbleibenden Ressourcen einsteigen müssen.
 

Eine neue Studie des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII), des Complexity Science Hub (CSH) und der TU Delft zeigt: Kurze Blockaden von bis zu zwei Wochen hätten nur begrenzte wirtschaftliche Folgen gehabt. Dauert eine Störung jedoch länger als vier Wochen, können sich Verzögerungen entlang globaler Lieferketten aufschaukeln – was aktuell der Fall ist. 

Bei einer 56-tägigen Blockade würden sich die Verzögerungen im globalen Tankerverkehr deutlich verstärken, da sich verpasste Hafenfenster, Staus in Häfen und verschobene Fahrpläne gegenseitig verstärken.
 

„Je länger eine Störung dauert, desto stärker wirken sich Kettenreaktionen in globalen Lieferketten aus. Die wirtschaftlichen Folgen steigen dann überproportional an", erklärt Stefan Thurner, Studienautor und Präsident des Complexity Science Hub (CSH).

  • Michael Rauhofer, Managing Director des Logistikers Dachser Österreich
    "Wir erleben gerade die dritte massive Lieferkettenstörung innerhalb weniger Jahre – nach COVID und dem Ukraine-Krieg. Und diese hier hat das Potenzial, strukturell tiefer zu gehen als die vorherigen."

    Michael Rauhofer, Managing Director des Logistikers Dachser Österreich 

Straße von Hormus: Warum die Weltwirtschaft von der Golfregion abhängt

Am stärksten abhängig von den Exporten der Golfstaaten sind große asiatische Volkswirtschaften. China importiert jährlich Waren im Wert von rund 97 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Indien mit 74 Milliarden, Japan mit 63 Milliarden, Südkorea mit 30 Milliarden und Thailand mit 22 Milliarden US-Dollar. Diese Länder beziehen große Mengen an Rohöl, Flüssiggas und raffinierten Erdölprodukten aus der Region.
 

Neben Energieprodukten spielen auch andere Rohstoffe eine Rolle: Zwischen 2019 und 2023 stammten rund 31 % der weltweiten Harnstoffexporte (Urea) aus der Golfregion. Die fünf untersuchten Staaten exportieren zusammen 8 bis 10 Prozent der globalen Düngemittelproduktion im Wert von rund 13,5 Milliarden US-Dollar jährlich. Ein weiterer strategischer Bereich sind Spezialgase für die Halbleiterproduktion, etwa Neon, Helium oder Argon. Hier liegen die Exporte aus den untersuchten Golfstaaten bei rund 3 Milliarden US-Dollar jährlich.

Italien ist mit 9,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr der größte Importeur innerhalb der EU und bezieht große Mengen Flüssiggas aus Katar im Wert von rund 4,4 Milliarden US-Dollar sowie Propan im Wert von etwa 3,2 Milliarden US-Dollar.

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Gasversorgung in Europa: Wer ist wie stark betroffen?

Für Europa zeigt die Analyse ein differenziertes Bild. Die EU importiert jährlich rund 47 Milliarden US-Dollar aus den fünf Hormus-abhängigen Golfstaaten, wobei sich die Risiken stark auf einige wenige Länder konzentrieren. Italien ist mit 9,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr der größte Importeur innerhalb der EU und bezieht große Mengen Flüssiggas aus Katar im Wert von rund 4,4 Milliarden US-Dollar sowie Propan im Wert von etwa 3,2 Milliarden US-Dollar.
 

Auch Belgien ist stark exponiert: Vor allem über das LNG-Terminal in Zeebrugge importiert das Land jährlich rund 5,8 Milliarden US-Dollar an katarischem Flüssiggas, während über Antwerpen bedeutende Diamantenhandelsströme aus den Vereinigten Arabischen Emiraten laufen. Das Vereinigte Königreich weist mit 12,9 Milliarden US-Dollar pro Jahr sogar die höchste Exponierung Europas auf, davon rund 5,9 Milliarden US-Dollar Gasprodukte aus Katar. 

Deutschland und Frankreich sind dagegen breiter diversifiziert. Deutschland importiert rund 5,7 Milliarden US-Dollar, Frankreich etwa 8,1 Milliarden US-Dollar aus den betroffenen Staaten.

„Bei einem mittleren Konflikt von zwei bis drei Monaten beginnen ernsthaftere Belastungen. Bei einem noch länger andauernden Konflikt von über sechs Monaten wird es zunehmen kritisch“
Peter Klimek, Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII)

Gasversorgung Österreich: Kaum direkt betroffen – vorerst

Für Österreich zeigt die Analyse eine vergleichsweise geringe direkte Abhängigkeit. Die jährlichen Importe aus den fünf untersuchten Golfstaaten liegen bei rund 0,3 Milliarden US-Dollar. Der größte Anteil entfällt auf die Vereinigten Arabischen Emirate mit rund 0,2 Milliarden US-Dollar, vor allem bei Industrieausrüstung und Maschinen. Hinzu kommen Aluminiumprodukte aus Bahrain (0,05 Milliarden US-Dollar) sowie kleinere Importvolumen aus Iran, Katar und Kuwait. Strategische Abhängigkeiten bestehen dabei nicht.

Gasversorgung: Sichern Diversifikation und neue Versorgungswege die Stabilität?

Mögliche Auswirkungen einer längeren Blockade würden Österreich vor allem indirekt über steigende Energiepreise in Europa treffen:
„Sollten LNG-Lieferungen nach Ländern wie Italien, Belgien oder Großbritannien ausfallen und die europäischen Gaspreise steigen, könnten sich diese Effekte über die integrierten Energiemärkte auch in Österreich bemerkbar machen", sagt Peter Klimek, Direktor des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII).
 

„Unser oberstes Ziel ist die Versorgungssicherheit in Österreich. Die aktuelle Studie zeigt, dass Österreich durch die Lage in der Straße von Hormus derzeit nicht unmittelbar von Versorgungsengpässen bedroht ist. Gleichzeitig bestehen über den Seeweg, über internationale Lieferketten und über Transit- und Zulieferländer wie etwa Italien weiterhin Abhängigkeiten. Doch indirekt ist Europa bzw. Österreich doch betroffen."

Lesen Sie auch hier: Österreich richtet Krisengremium ein

„Asiatische Industrien beziehen wichtige Vorprodukte aus dem Nahen Osten. Und umgekehrt sind wir in Europa von asiatischen Lieferketten abhängig", macht Klimek vom ASCII deutlich. 

Wenn etwa in Indonesien Kupfer oder Nickel für unsere Batterieproduktion abgebaut wird, dann braucht man dafür Schwefelsäure. Schwefelsäure wiederum wird aus Schwefel gewonnen, und es gibt Schätzungen, dass fast die Hälfte des weltweit per Schiff transportierten Schwefels durch die Straße von Hormus kommt.


„Fallen diese Lieferungen über Monate aus, stehen irgendwann die Minen in Indonesien still. Ähnlich verhält es sich mit Aluminium: Die Golfstaaten produzieren Aluminium fast ausschließlich mit eigenem Gas. Doch die Raffinerien brauchen importierte Rohstoffe und beides, Rohstoffe rein und Aluminium raus, wird durch die blockierte Meerenge behindert", so Klimek. 

Weitere Risikokanäle sind die bereits erwähnten Industrien: Elektronik, Kunststoff, Pharmaka, mit ähnlich gelagerten indirekten Abhängigkeiten.

„Je länger eine Störung dauert, desto stärker wirken sich Kettenreaktionen in globalen Lieferketten aus. Die wirtschaftlichen Folgen steigen dann überproportional an“
Stefan Thurner, Präsident des Complexity Science Hub (CSH)

WKO richtet Info-Servicepoint ein

Angesichts der dynamischen Lage setzt die Wirtschaftskammer verstärkt auf Information und Beratung für Unternehmen. Über die Außenwirtschaftsorganisation Außenwirtschaft Austria steht die WKÖ in laufendem Austausch mit Betrieben, die in der Region tätig sind oder Geschäftsbeziehungen dorthin unterhalten.

Um Unternehmen bei der Einschätzung der aktuellen Situation zu unterstützen, wurde zudem ein eigener Informationsservice eingerichtet. Der Online-Servicepoint bietet laufend aktualisierte Informationen zur wirtschaftlichen Lage im Nahen Osten sowie praktische Hinweise für Unternehmen.

Ab wann wird die Energiekrise für Österreich kritisch?

Die große Unbekannte ist die Dauer des Konflikts. Klimek macht deutlich, ab wann es kritisch wird.
 

„Bei einem mittleren Konflikt von zwei bis drei Monaten beginnen ernsthaftere Belastungen. Ab diesem Punkt sind wohl die vorhandenen Lager zunehmend aufgebraucht und die Verwerfungen in der Logistik verkomplizieren die Situation zusätzlich, neben den dann anhaltend hohen Energiepreisen. Die Produktion würde dann beginnen, merklich zurückzugehen und die Inflation entsprechend steigen. Bei einem noch länger andauernden Konflikt von über sechs Monaten wird es zunehmend kritisch." 

Dann drohen nicht nur eine Wirtschaftskrise mit möglicher Rezession und hoher Inflation, sondern auch zunehmende Versorgungsunsicherheit.
Bei der Zwei-bis-drei-Monatsmarke sind wir bereits angekommen.

Helium – Kein Engpass bei österreichischen Halbleiterbauern

Katar hat rund 35 Prozent des weltweiten Helium-Bedarfs gedeckt. Wichtig ist das Gas etwa für die Halbleiterproduktion oder für medizinische Anwendungen (MRT). Direkt betroffen sind hier Halbleiterunternehmen in Asien (z. B. TSMC, SK Hynix).
 

Bei einem kurzzeitigen Konflikt von wenigen Monaten können Unternehmen noch auf ihre Vorräte zurückgreifen. Schätzungen zufolge reichen diese Puffer bis zu drei Monate. Danach wird es eng. 

Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Industrie erfinderisch ist. Sollten die Störungen jedoch länger anhalten, entstehen eine Reihe von Problemen. Das verfügbare Helium wird dann prioritär auch für medizinische Anwendungen verwendet, erläutert das ASCII.
 

Beim österreichischen Halbleiterbauer AT&S ist man jedenfalls vorbereitet und hat vorsorglich für das gesamte Jahr 2026 Heliumkapazitäten gesichert. Allerdings verlängern sich Lieferzeiten, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Düngermittel – Landwirtschaftskammer warnt

Der Nahe Osten liefert etwa ein Drittel des weltweit gehandelten Harnstoffs, dem wichtigsten Stickstoffdünger, und knapp ein Viertel des Ammoniaks. Der weltweite Ausfall bei Düngemitteln ist aber noch höher, da in anderen Erzeugerländern Rohstoffe und Energieressourcen zur Herstellung fehlen.
 

Für Österreich und Europa ist das direkt weniger problematisch, da wir weniger als ein Prozent unserer Düngemittel direkt aus der Region beziehen. Düngemittel werden zudem häufig lange im Vorhinein gekauft, wodurch in der nun beginnenden Saison zunächst die Vorräte aufgebraucht werden, heißt es vom ASCII.
 

„Grundsätzlich hat unsere Empfehlung schon vor dem Nah-Ost-Konflikt gelautet, sich wegen CBAM und anderer Entwicklungen rechtzeitig mit Dünger einzudecken oder zumindest das Risiko zu streuen. Aufgrund der aktuellen Lage steigen die Preise noch viel stärker, als damals befürchtet. Kurzfristig sollte für die Saison 2026 der Düngerbedarf einigermaßen gedeckt sein, längerfristig mit Blick auf die nächste Saison schrillen aber die Alarmglocken", warnt LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.

Kunststoffprodukte – Verpackung fehlt

Die Kunststoffproduktion hängt eng mit der chemischen Industrie zusammen, und diese wiederum braucht jede Menge Energie und Rohstoff. Erdgas ist dabei nicht nur Energieträger, sondern auch Ausgangsstoff für viele chemische Prozesse. Neben dem Stickstoff betrifft das auch Schwefel bzw. Schwefelsäure und Ammoniak. Bei all diesen Produkten exportiert die Golfregion signifikante Anteile, und damit verbunden sind entsprechende Preisanstiege.
 

Steigen die Rohstoff- und Gaspreise, geraten Unternehmen in der chemischen Industrie unter Druck. Sollten diese Störungen über mehrere Monate hinweg anhalten, werden Produktionsrückgänge immer wahrscheinlicher, mit möglichen Dominoeffekten für Pharma, Kunststoff und andere Industrien.
 

Die Verpackungsknappheit wird weitere Produktsortimente treffen, vor allem auch Lebensmittel, weil diese schlichtweg nicht zeitnah verpackt werden können.

Interview mit Michael Rauhofer, Dachser Österreich: „Wir erleben die dritte massive Lieferkettenstörung"

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN: Herr Rauhofer, welche Auswirkungen sehen Sie auf die Logistik im Bezug auf eine sich anbahnende Energiekrise im Zuge des Iran-Krieges?
 

Michael RAUHOFER, Dachser Austria: "Die Situation, die wir seit Ende Februar beobachten, ist ernst und sie trifft uns als Logistiker in mehreren Dimensionen gleichzeitig. 

Der unmittelbarste Effekt ist der Dieselpreis. Der Dieselpreis hat sich innerhalb von nur zwei Tagen um mehr als zwölf Cent erhöht, und das spüren wir direkt in unseren operativen Kosten. Bei Dachser Österreich betreiben wir ein dichtes Netz an Transporten quer durch das Land und nach Europa – jeder Cent mehr beim Diesel schlägt sich systemisch nieder.
 

Wichtig bei jeder geopolitischen Auswirkung ist dabei volle Transparenz: Kunden werden frühzeitig informiert, sobald sich Kosten oder Laufzeiten ändern, und individuell beraten, welche Optionen für ihre Supply Chain sinnvoll sind.
 

Was mich besonders besorgt, ist die Gaspreiskomponente. Seit Ausbruch des Iran-Krieges sind die Ölpreise um über 50 % und die Gaspreise in Europa um über 80 % gestiegen. Das betrifft unsere Logistikzentren direkt – Heizung, Kühlung, Lagerhaltung und IT-Infrastruktur sind energieintensive Bereiche.
 

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN: Welche Veränderungen in den Lieferketten und in den Warenströmen sind aus Ihrer Sicht bereits zu erkennen bzw. zu erwarten?


RAUHOFER: Wir erleben gerade die dritte massive Lieferkettenstörung innerhalb weniger Jahre – nach COVID und dem Ukraine-Krieg. Und diese hier hat das Potenzial, strukturell tiefer zu gehen als die vorherigen.
 

Das zentrale Problem ist die Straße von Hormus. Seit dem 28. Februar 2026 ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Über die Route laufen rund 19 % des global gehandelten LNG und etwa 27 % des weltweiten Seeölhandels – eine Blockade wirkt daher direkt auf Öl- und Gaspreise. Für uns als Logistiker bedeutet das: Warenströme, die bisher durch den Persischen Golf verliefen, müssen vollständig umgeleitet werden – mit drastisch längeren Laufzeiten und höheren Kosten.


Wir sehen bereits konkrete Auswirkungen auf unsere Seefrachtaktivitäten. Viele Firmen berichten von erheblichen Verzögerungen bei Zulieferungen, häufig wegen Störungen im Seeverkehr und steigender Frachtkosten. Die Lagerbestände schrumpfen weiter, weil sich Unternehmen schwer damit tun, Vorprodukte zu beschaffen. Gleichzeitig legen die Einkäufe leicht zu, da Betriebe zusätzliche Puffer gegen weitere Störungen aufbauen wollen.
 

Durch den derzeitigen Ausfall von Luftfahrt-Knotenpunkten wie Dubai oder Abu Dhabi sind zeitkritische Branchen wie Elektronik, Pharmazeutika und Ersatzteilversorgung besonders betroffen. Österreich ist als Binnenland besonders abhängig von funktionierenden internationalen Transitkorridoren.


Wir werden in den nächsten Monaten sehen, wie resilient die globalen Lieferketten gegenüber höheren Öl- und Gaspreisen und den Störungen in den Lieferketten sind. Die Situation zeigt erneut, wie entscheidend Resilienz als Unternehmensphilosophie ist. 

Bei Dachser Österreich empfehlen wir unseren Kunden konkret: Lagerbestände für kritische Güter vorsorglich aufbauen, Lieferantenstrukturen überprüfen und – wo möglich – auf europäische Nearshoring-Optionen setzen. Die geografische Diversifizierung der Lieferketten ist keine Zukunftsoption mehr, sondern eine unmittelbare Notwendigkeit.
 

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