Trump Zölle : So stark sind die Folgen der neuen US-Zölle und diese 3 Punkte können Österreich jetzt retten
Metallerzeugnisse sind eine der am meisten betroffenen Branchen.
(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)
- © Adobe Stoch / utaem2022Die im Februar 2026 von den USA eingeführten pauschalen Zölle von 10 Prozent auf EU-Waren dürften die österreichische Wirtschaft spürbar, wenngleich moderat belasten.
Neue Modellrechnungen des Supply Chain Intelligence Institute Austria (ASCII) und des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) rechnen für Österreich mit einem BIP-Rückgang von rund -0,11 %. Dabei fällt der direkte Effekt durch sinkende US-Exporte vergleichsweise klein aus.
Der Großteil der Verluste entsteht auf indirektem Weg: über europäische Produktionsnetzwerke und die nachlassende Nachfrage wichtiger EU-Handelspartner.
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"Österreich ist nur begrenzt direkt vom US-Markt abhängig. Entscheidend ist jedoch die enge Einbindung in europäische Wertschöpfungsketten. Wenn große EU-Volkswirtschaften ihre Produktion drosseln, trifft das österreichische Zulieferbetriebe unmittelbar", erklärt Asjad Naqvi, Forscher am ASCII und Senior Economist am WIFO. "Damit wird deutlich, wie stark sich Handelskonflikte über Europas eng verflochtene Produktionsnetzwerke systemweit auswirken."
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Welche Branchen die Trump-Zölle in Österreich am härtesten treffen
Die wirtschaftlichen Folgen der US-Zölle verteilen sich ungleich auf die österreichischen Branchen. Besonders stark unter Druck geraten vorleistungsintensive und international verflochtene Industrien.
Den größten Rückgang verzeichnen laut den Berechnungen:
- Bergbau und Rohstoffgewinnung mit -0,58 %
- Chemieindustrie mit -0,51 %
- Metallerzeugung und -bearbeitung mit -0,30 %
- Gummi- und Kunststoffwarenherstellung mit -0,21 %
- Textilindustrie mit -0,21 %
- nicht-metallische Mineralerzeugnisse mit -0,20 %)
Sonstige Warenherstellungen und der Transportsektor kommen auf je -0,14 %, während der Maschinenbau mit -0,01 % kaum Einbußen verzeichnet.
Quer durch alle Sektoren entstehen die größten Verluste nicht durch direkt rückläufige US-Exporte, sondern über indirekte Nachfrage- und Vorleistungseffekte innerhalb europäischer Lieferketten.
"Gerade in stark verflochtenen Industrien wirken sich selbst kleine Nachfragerückgänge in großen EU-Ländern überproportional auf österreichische Zulieferer aus", betont Klaus Friesenbichler, stellvertretender Direktor des ASCII.
EU-Wirtschaft unter Druck – Österreich indirekt mitbetroffen
Im EU-Durchschnitt erwarten die Modellrechnungen einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von -0,26 %. Große Industrienationen wie Deutschland, Italien und Frankreich müssen mit Einbußen von -0,13 % bzw. -0,14 % rechnen. Österreich liegt mit -0,11 % zwar unter dem EU-Schnitt, ist aber durch seine enge Einbindung in zentraleuropäische Produktionsnetzwerke strukturell besonders exponiert.
Produktionsrückgänge in Deutschland und Italien schlagen dabei besonders stark durch, weil diese Länder zu den wichtigsten Abnehmern österreichischer Vorleistungen zählen. Hinzu kommt: Steigende Preise und sinkende Realeinkommen dämpfen die Binnennachfrage zusätzlich und verschärfen damit die Produktionsrückgänge entlang der europäischen Wertschöpfungsketten.
Empfehlungen: Wie Österreich und Europa resilienter werden können
Die Studie leitet aus den Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen ab:
- Österreich und die EU sollten ihre Exportmärkte breiter aufstellen, um Abhängigkeiten von einzelnen Handelspartnern zu verringern.
- Die Stabilität und Anpassungsfähigkeit europäischer Wertschöpfungsnetzwerke müssen gezielt gestärkt werden – insbesondere in vorleistungsintensiven Schlüsselindustrien.
- Besonders betroffene Industriesegmente brauchen gezielte Unterstützung, etwa durch Innovationsförderung, technologische Modernisierung und strategische Standortpolitik.
Schließlich empfehlen die AutorInnen eine koordinierte europäische Industrie- und Handelspolitik, um Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz im Binnenmarkt gemeinsam zu sichern.
"Handelskonflikte wirken heute weniger bilateral, sondern systemisch über Produktionsnetzwerke. Eine vorwärtsgewandte, europäische Industriepolitik ist daher zentral, um solche Schocks künftig besser abzufedern", schließt Friesenbichler.
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