Zölle Trump : Trumps Zollpolitik schadet vor allem einer Wirtschaft: der eigenen

Gelbe absperrbänder vor großen Schiffscontainern symbolisieren Handelskrieg und Zollpolitik.

In 33 US-Bundesstaaten zählen mindestens eines der acht ins Visier genommenen europäischen Länder zu den fünf wichtigsten Importpartnern. 

- © Alberto Masnovo - stock.adobe.com

Die aggressive Zollpolitik von Donald Trump entwickelt sich zunehmend zu einer Belastung für die eigene Volkswirtschaft. Das zeigt eine neue Analyse von InvestorsObserver, die sich mit den kurzfristig angekündigten Strafzöllen im Streit um Grönland und deren potenziellen Folgen für die Handelsbeziehungen mit europäischen NATO-Partnern befasst hat. 

Das zentrale Ergebnis: Nicht Europa, sondern vor allem die USA selbst hätten den Preis gezahlt.

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Trumps Zölle: 96 Prozent der Kosten tragen US-Unternehmen

Laut der Untersuchung wären amerikanische Unternehmen und Verbraucher mit rund 96 Prozent der gesamten Zollkosten belastet worden. Konkret hätten sie 26,78 Milliarden US-Dollar von insgesamt 27,9 Milliarden Dollar getragen. 

Diese Summe setzt sich aus bestehenden Basiszöllen und den zusätzlich angedrohten Grönland-Zöllen zusammen. Der wirtschaftliche Druck sei so hoch gewesen, dass das Weiße Haus die Drohungen innerhalb weniger Tage wieder fallen ließ.

Zollbelastung trifft 33 US-Bundesstaaten besonders hart

Besonders deutlich wird die Verwundbarkeit der US-Wirtschaft auf Ebene der Bundesstaaten. In 33 US-Bundesstaaten zählen mindestens eines der acht ins Visier genommenen europäischen Länder zu den fünf wichtigsten Importpartnern

Zwischen Februar und Dezember 2026 hätten sich daraus zusätzliche Grönland-Zollkosten von 11,36 Milliarden Dollar ergeben. Davon wären 10,91 Milliarden direkt von US-Unternehmen und Konsumenten getragen worden. Allein die Bundesstaaten Georgia, North Carolina und New Jersey hätten zusammen rund sieben Milliarden Dollar an kombinierten Zollkosten schultern müssen.

Europa bleibt wichtigster Handelspartner der USA

Ein weiterer Befund unterstreicht die enge wirtschaftliche Verflechtung mit Europa. So führen 31 US-Bundesstaaten Deutschland unter ihren fünf wichtigsten Importpartnern. Maryland und Rhode Island listen Deutschland sogar auf Platz eins. 

Insgesamt hätte sich – über alle Bundesstaaten hinweg – die Belastung durch die Grönland-Zölle für Amerikaner zwischen Februar und Dezember 2026 auf 31,88 Milliarden Dollar summiert.

Trump Zollpolitik: Stimmungsumschwung in der US-Wirtschaft

Diese Zahlen passen zu einem Stimmungsumschwung, von dem Analysten in Hintergrundgesprächen mit den WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN berichten. In der Handelspolitik zwischen Europäischer Union und den Vereinigten Staaten beginnt sich das Blatt zu drehen. US-Wirtschaftstreibenden wird zunehmend bewusst, wie stark sie vom europäischen Markt abhängen. Ihnen wird auch klar, dass Zölle sie oftmals härter treffen als ihre europäischen Partner.


Während amerikanische Importeure die höheren Kosten im Binnenmarkt weitergeben müssen, können europäische Exporteure auf alternative Absatzmärkte ausweichen. Genau das geschieht derzeit verstärkt.
 

Hinzu kommt, dass die Industrieinvestitionen in den USA hinter den Erwartungen zurückbleiben. Auch dies nährt Zweifel daran, ob eine konfrontative Handelspolitik tatsächlich geeignet ist, die eigene Wirtschaft zu stärken. 

Zölle mögen politisch schnell angekündigt sein – ökonomisch treffen sie vor allem das eigene Land.

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