Pfingstdialog 2026 : Pfingstdialog: Europa-Debatte auf Schloss Seggau
Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, Politologe Carlo Masala, JR-Geschäftsführer Heinz Mayer, ORF-Moderatorin Nadja Bernhard, Diözesanbischsof Wilhelm Krautwaschl, Kardinal und Erzbischof von Belgrad Laszlo Nemet und „Geist & Gegenwart“-Koordinator Herwig Hösele.
- © Foto FischerDer Pfingsdialog 2026 auf Schloss Seggau in der Südsteiermark am 20. und 21. Mai konnte mit einer prominent besetzten ExpertInnenrunde aufwarten. Unter dem Generalthema „EUROPA(s)STÄRKEN“ standen bei der 14. Ausgabe zentrale Fragen zur Zukunft Europas, zu seinen Stärken und zu aktuellen Herausforderungen im Fokus.
Zum Auftakt begrüßten die VeranstalterInnen zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft, Kirche und Forschung. Unter ihnen befanden sich Wirtschafts- und Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, Joanneum-Geschäftsführer Heinz Mayer sowie der Politologe Carlo Masala als Keynote-Speaker.
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Wo liegen Europas Stärken?
Traditionell eröffnete „Geist & Gegenwart“-Koordinator Herwig Hösele den Dialog. In seinen einleitenden Worten hob er die Rolle der Steiermark als Ort des Austauschs hervor und verwies auf die regionale Dialogkultur, Liberalität sowie auf den interdisziplinären und interreligiösen Zugang.
In seiner Eröffnungsrede sprach Willibald Ehrenhöfer über die Rolle Europas in einer sich verändernden Weltordnung. Er betonte die Bedeutung eines neuen europäischen Selbstverständnisses und eines gestärkten Selbstbewusstseins für den Kontinent.
„Europa steht für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, wirtschaftliche Stärke und hohe Innovationskraft. Es braucht ein neues Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft. Die Steiermark ist dabei führend und nach wie vor eine starke europäische Zukunftsregion. Es geht weiterhin um grenzüberschreitende Kooperation und um das Heben vor allem der wissenschaftlichen Potenziale“.
Europa als Wirtschafts- und Forschungsstandort im Mittelpunkt
Im weiteren Verlauf des Pfingstdialogs wurden unterschiedliche Aspekte der europäischen Entwicklung diskutiert. Der langjährige EU-Kommissar und aktuelle OeNB-Präsident Johannes Hahn sprach sich für eine stärkere Umsetzung von Ideen aus. Zudem forderte er mehr Eigenverantwortung sowie Veränderungen bei Budgetwahrheit, Wirtschaftspolitik sowie Verfassungs- und Verwaltungsstrukturen.
Heinz Mayer wiederum verwies auf die Bedeutung Europas als Wissenschaftsstandort und hob insbesondere die steirische Forschungslandschaft hervor.
Carlo Masala sieht Europa vor geopolitischen Herausforderungen
In seiner Keynote widmete sich Politikwissenschafter Carlo Masala dem Thema „Was Europa sein könnte“ und beschäftigte sich mit dem Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit.
„Nur wenn man sicher ist, hat man die Freiheit, Entscheidungen für eigenständige Entwicklungen zu treffen.“
Nach Einschätzung Masalas sei Europas Freiheit sowohl von außen als auch von innen unter Druck geraten. Er verwies dabei auf Russland als militärische Bedrohung, China als wirtschaftliche Herausforderung und auf die Veränderungen innerhalb der USA als Faktor einer neuen Weltordnung.
Gleichzeitig sprach er den Aufstieg rechtspopulistischer und rechtsradikaler Kräfte als innere Herausforderung Europas an.
Zum Abschluss seiner Ausführungen erklärte Masala: „Sicherheit ist das Fundament für eine freie gesellschaftliche Entwicklung. Aber sie hat einen politischen und ökonomischen Preis. Für Regierungen bedeutet das, klare Entscheidungen zu treffen. Man braucht also politische Führung, um die eigenen Gesellschaften zu erreichen und um Europa so zu schützen“
Wirtschaftsstandort Europa und Sicherheitspolitik als weitere Themen
Das Programm des Pfingstdialogs wurde mit mehreren Diskussionsforen fortgesetzt. Im Forum „Freiheit in Sicherheit – Sicherheit in Freiheit“ diskutierten unter anderem Völkerrechtlerin Erika de Wet von der Universität Graz, Arnold Kammel als Generalsekretär des Bundesministeriums für Landesverteidigung, Carlo Masala sowie Elisabeth Hoffberger-Pippan vom Peace Research Institute Frankfurt über europäische Sicherheitspolitik.
Das abschließende Abendforum beschäftigte sich mit dem Thema „Wirtschaftsstandort Europa“. Dabei: Energieexperte Johannes Benigni, WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr, EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna, Anette Klinger von der IFN-Internorm-Gruppe sowie Kurt Maier von der Industriellenvereinigung Steiermark.
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