Steirischer Exportpreis 2025 : Wie Steiermarks Export schwierigsten Bedingungen trotzt | Steirischer Exportpreis

Exportpreissieger Großunternehmen Sandvik Mining and Construction: Günter Sauermoser, Eva Klambauer, Gernot Liebminge und Stefan Dötsch (Sandvik)

Exportpreissieger Großunternehmen Sandvik Mining and Construction: Günter Sauermoser, Eva Klambauer, Gernot Liebminge und Stefan Dötsch (Sandvik)

- © ICS/ Prattes Studio

Unter dem Motto „Cheers to Export" ehrte die WKO Steiermark Mitte September die Gewinner des Steirischen Exportpreis 2025

Gleichzeitig feierte das Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) sein 20-jähriges Bestehen. Die feierliche Veranstaltung würdigte jene Betriebe, die durch Innovation, internationale Marktpräsenz und beeindruckende Exportleistungen die Steiermark global positionieren.

ICS-Geschäftsführer Karl Hartleb empfing zusammen mit Prokuristin Daniela Guß steirische Unternehmen und Ehrengäste. 

Darunter Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer, WKO Steiermark Präsident Josef Herk, IV-Steiermark Vizepräsident Markus Ritter, Christoph Kovacic als Obmann-Stellvertreter des Landesgremiums Außenhandel, Vorstandsdirektor Florian Stryeck von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark sowie Michael Otter, Leiter der Außenwirtschaft Austria.

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Auswirkungen der Weltwirtschaft auf Steiermark

„Die heurigen Preisträger zeigen, dass steirische Unternehmen auch trotz Gegenwind weltweit erfoglreich sind, sie sind in diesem Sinne Vorbilder für alle heimischen Firmen“, sagte ICS-Geschäftsführer Hartleb. „Sie überwinden Herausforderungen, die sich aus einem relativ teuren Standort ebenso wie aus den handelspolitischen Verwerfungen ergeben.

Auf letztere ging auch ICS-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Roth näher ein: „Die Welt ist im Umbruch. Kriege, Zölle, wechselnde Machtverhältnisse haben einen teils dramatischen Einfluss auf die globale Exportwirtschaft. Zusätzliche Faktoren wie hohe Energiekosten, Personalkosten, Bürokratie und schwierig zu beschließende Handelsabkommen machen es nicht leichter für Europa, Österreich und die Steiermark wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir im ICS halten dagegen und unterstützen die steirischen exportorientierten Unternehmen in allen Belangen. ICS = One-Stop-Shop."

Exportpreissieger Mittleres Unternehmen DEWETRON GmbH: Roland Sonnleitner, Verena Dielacher-Kabas und Raimund Trummer (DEWETRON)

- © ICS/ Prattes Studio

Drei Kategorien, drei Exportchampions aus der Steiermark

Die diesjährigen Preisträger repräsentieren verschiedene Unternehmensgrößen: 

  • HTSolutions GmbH aus Bruck an der Mur siegte in der Kategorie Kleinunternehmen
  • Dewetron aus Grambach dominierte bei den mittleren Betrieben
  • Sandvik Mining and Construction G.m.b.H. aus Zeltweg wurde als Großunternehmen ausgezeichnet

Warum es so wichtig wäre, dass mehr KMU exportieren

Exportpreissieger Kleinunternehmen HTSolutions GmbH: Andreas Inselsbacher (HTSolutions)

- © ICS/ Prattes Studio

Politische Würdigung der steirischen Exportwirtschaft

Landesrat Willibald Ehrenhöfer unterstrich die zentrale Rolle der Exportwirtschaft für den Wirtschaftsstandort Steiermark: 

„Die Erfolge heimischer Betriebe auf internationalen Märkten sind ein wesentlicher Schlüssel für den Wohlstand in unserem Land. Sie sichern Arbeitsplätze, generieren Wertschöpung und tragen die Steiermark weltweit sichtbar nach vorne."

„Produkte aus der Steiermark sind innovativ und nachhaltig und genießen dadurch weit über unsere Grenzen hinaus einen hervorragenden Ruf", sagt WKO Steiermark Präsident Josef Herk

Dieser Qualität sei es auch zu verdanken, dass der steirische Außenhandel in den vergangenen Jahren einen starken Wachstumskurs aufweisen konnte. "Um diese Geschichte auch in Zukunft fortzusetzen, braucht es sichere Rahmenbedingungen in Form von Freihandelsabkommen", so Herk weiter.

Die steirischen Exportpreissieger 2025, sowie ICS mit Eigentümervertreter:innen

- © ICS/ Prattes Studio

HTSolutions: Von der Einzelfirma zum Formel 1-Zulieferer

Die HTSolutions GmbH aus Bruck an der Mur eroberte die Kategorie Kleinunternehmen

Andreas Inselsbacher startete 2010 zunächst als Einzelunternehmer (HTSolutions e.U.) mit Fokus auf CNC-Schulungen und Werkzeugmaschinenoptimierung. Bereits 2011 etablierte er am heutigen Standort in Bruck eine Zerspanungsproduktion auf etwa 500 Quadratmetern, kaufte die erste 5-Achsen-Fräsmaschine und stellte seinen ersten Mitarbeiter ein.

2013 wandelte Inselsbacher sein Unternehmen in eine GmbH um. Im August 2014 erhielt HTSolutions die Zertifizierung nach EN ISO 9001:2015. In den Folgejahren expandierte das Unternehmen kontinuierlich: Die Produktionsfläche wuchs auf circa 1.500 Quadratmeter, der Maschinenpark wurde um weitere 5-Achsen-Fräsmaschinen und Messmaschinen ergänzt, Büroräume und Qualitätssicherung ausgebaut sowie ein ERP-System nach Industrie 4.0 implementiert. 2022 folgte die erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 9100:2018.

Heute beschäftigt HTSolutions 47 Mitarbeiter und hat sich als internationaler Spezialist für hochpräzise Bauteile in Motorsport sowie Raum- und Luftfahrt etabliert. Das Unternehmen beliefert sämtliche Formel 1-Teams.

 

Exportdaten HTSolutions:

- Exportanteil: 92,12%
- Top-Exportmärkte: Frankreich (44,48%), Deutschland (31,44%), Schweiz (11,68%), Großbritannien (2,19%), Italien (1,88%), Kroatien (0,45%)
- Kernkompetenzen: Rennsport, Werkzeugbau, Luftfahrt

Dewetron Österreich: Präzisionsmesstechnik für die Welt

Dewetron aus Grambach dominierte die Kategorie mittlere Unternehmen

Das 1989 als Anbieter von PC-Komponenten und Messgeräten gegründete Unternehmen erkannte früh das Potenzial PC-basierter Messsysteme. Mit dem gesammelten Know-how startete Dewetron 1994 die Entwicklung eigener Messsysteme und etablierte sich als weltweit anerkannter Hersteller hochpräziser Datenerfassungssysteme.

Die Mission von Dewetron besteht darin, Ingenieure und Wissenschaftler mit innovativen Messtechnologien auszurüsten, um technologischen Fortschritt zu ermöglichen und bahnbrechende Ergebnisse zu erzielen. Die Messlösungen umfassen sowohl Hardware als auch passende Software.

Dewetron in Zahlen:
- Hauptsitz Grambach: 100 Mitarbeiter
- Gesamtkonzern: 150 Mitarbeiter
- Weitere Standorte: Deutschland (Winterbach), USA (Rhode Island, Austin/Texas), Indien (Chennai), China (Beijing, Shanghai, Guangzhou)

- Exportanteil 2024: 95%
- Top-Exportmärkte: China (42%), Deutschland & Schweiz (19%), Europa exkl. Deutschland/Schweiz inkl. Österreich (17%), USA (15%), Asien exkl. China (7%)

Sandvik Mining: 174 Jahre Bergbautechnik aus Zeltweg

Sandvik Mining and Construction G.m.b.H. aus Zeltweg triumphierte in der Kategorie Großunternehmen

Mit einer Historie von über 174 Jahren entwickelt und produziert der Standort Vortriebs- und Gewinnungsmaschinen für den schneidenden Abbau von Mineral- und Erzlagerstätten sowie zur Auffahrung von Verkehrstunneln weltweit.

Das Werk Zeltweg fungiert als Kompetenzzentrum für Entwicklung, Engineering und Produktion von Maschinen für schneidende Gesteinsbearbeitung und mobile Förderbandsysteme. Die mechanische Fertigung bietet modernste Dreh- und Fräsbearbeitung, Außen- und Innenverzahnung sowie verschiedenste Schleifbearbeitungen. 

Zur Expertise gehören auch Wärmebehandlung mechanischer Bauteile, Schweißbearbeitung und Reparaturen.

Die Produkte aus Zeltweg kommen sowohl in der Bauindustrie für unterirdische Hohlräume wie Tunnel und Kavernen zum Einsatz als auch im Untertage-Bergbau zum Auffahren von Strecken und zur Gewinnung von Rohstoffen wie Kohle, Salz, Kali, Platin und Diamanten. Das umfangreiche Portfolio umfasst unter anderem Bolter Miner, Roadheader, Continuous Miner und Borer Miner.

Sandvik Zahlen und Märkte:

- Konzern Sandvik AB: 41.000 Mitarbeiter weltweit
- Standort Zeltweg: knapp über 600 Mitarbeiter
- Exportanteil: 99%
- Top-Exportmärkte: China, Kanada, Südafrika, USA, Australien, Europa, Indien
- Weitere Standorte der Division: USA, Südafrika, Polen, China, Australien, Indien, Kanada

Industrielle Exportstärke braucht bessere Rahmenbedingungen

„Die steirische Industrie zeichnet sich durch ihre Exportstärke aus. Diese Stärke kann aber nur weiter ausgebaut werden, wenn die Rahmenbedingungen am Standort unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern und wir durch Handelsabkommen verlässliche Partnerschaften eingehen können", sagt Markus Ritter, Vizepräsident der IV-Steiermark. 

"In beiden Bereichen sehen wir derzeit deutlichen Handlungsbedarf. Österreich muss das EU-Mercosur-Abkommen als kostenlosen Konjunkturimpuls begreifen – ein Impuls, der gerade in herausfordernden Zeiten der exportorientierten Industrie einen wichtigen Lichtblick verschaffen würde."

"Gerade der Export reagiert auf wirtschaftlich unsichere und turbulente Zeiten und braucht vernünftige und klar wirtschaftsorientierte Rahmenbedingungen", sagt Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel Steiermark. "Damit unsere Exportunternehmen weiterhin vor Ort gut aufgestellt sind, werden sie vom ICS, dem Landesgremium des Außenhandels sowie den Außenwirtschaftscentern der Wirtschaftskammer Organisation bestmöglich unterstützt und sowohl in Wien als auch in Brüssel interessenpolitisch vertreten."

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