Austria Wirtschaftsservice : Phönix Gründungspreis 2026: Österreichs innovativste Start-ups kommen aus Donauraum

Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Sieger in der Kategorie Prototyp Kerrin Steensen und Thomas Werzer (imd BIOTECH GmbH), und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner beim Phönix Gründungspreis 2026

Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws), Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner, Sieger in der Kategorie Prototyp Kerrin Steensen und Thomas Werzer (imd BIOTECH GmbH), und Staatssekretärin Elisabeth Zehetner

- © Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Der österreichische Gründungspreises Phönix wurde wieder verliehen! In den vier Kategorien „Female Entrepreneurs", „Prototyp", „Spin-off" und „Start-up" wurden insgesamt fünf GewinnerInnen gekürt. Der Preis gilt als wichtiges Signal für den Wissenstransfer zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft.
 

Aus 129 Einreichungen wählte eine Fachjury 12 Projekte in Form von 11 Finalteams aus. Die Herkunft der Einreichungen spiegelt eine breite regionale Streuung wider: 2 kamen aus dem Burgenland, 4 aus Kärnten, 17 aus Niederösterreich, 18 aus Oberösterreich, 6 aus Salzburg, 20 aus der Steiermark, 10 aus Tirol, 1 aus Vorarlberg und 51 aus Wien. Die Trophäen gingen alle nach Wien und Oberösterreich.

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Der österreichische Gründungspreis Phönix wird seit 2012 im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) vergeben. Organisiert wird er von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

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Ein besonderes Auswahlkriterium war neben der Innovationskraft auch der Beitrag der Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Sinne der UN-Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Die ausgezeichneten Teams erhalten die Möglichkeit zur Teilnahme an nationalen oder internationalen Fachevents.

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Female Entrepreneurs: KI-Plattform für Industriebauplanung

Die Kategorie „Female Entrepreneurs" geht an Julia Reisinger und Maria Zahlbruckner von factorymaker FlexCo aus Wien.

Ihr Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, die den gesamten Prozess der Industriebauplanung automatisiert – von der Standortwahl über das Layout bis zur Gebäudeoptimierung. Was bisher monatelange Planungsarbeit erforderte, erledigt factorymaker in Minuten: Die Plattform vergleicht über hunderttausend optimierte Lösungsvarianten und bewertet diese nach Kosten, Flexibilität, Prozesseffizienz und CO₂-Bilanz.

Prototyp: Schnellerer Bakteriennachweis für Lebensmittelproduzenten

In der Kategorie „Prototyp" setzt sich die Wiener imd Biotech GmbH mit ihrer Entwicklung rappid durch. 

Die Plattform ermöglicht den zuverlässigen Echtzeit-Nachweis pathogener Bakterien – ein zentrales Thema für die Lebensmittelindustrie. Das einstufige Verfahren verbindet Anreicherung und Detektion und liefert Ergebnisse in weniger als der halben Zeit herkömmlicher Tests, bei gleichzeitig deutlich geringerem Arbeitsaufwand. Das Ergebnis: schnellere, kosteneffiziente und sichere Erkennung gesundheitsgefährdender Mikroorganismen für ProduzentInnen.

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Spin-off: Ultraschallsensorik optimiert Kunststoffproduktion

Den Preis in der Kategorie „Spin-off" holt sich die Moldsonics GmbH aus Linz. Das Unternehmen überwacht Spritzguss- und Extrusionsprozesse mithilfe fortschrittlicher Ultraschallsensorik – inline, zerstörungsfrei und in Echtzeit, ohne physischen Kontakt mit dem Bauteil. 

Für Unternehmen bedeutet das konkret: kürzere Rüstzeiten, weniger Ausschuss und einen effizienteren Materialeinsatz.

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Start-up: 3D-Materialprüfung für Flugzeuge, Autos und Energieanlagen

Die voidsy gmbh aus Wels gewinnt in der Kategorie „Start-up". Mit dem 3D V-ROX hat das Unternehmen das erste kompakte, intelligente photothermische Tomographiesystem entwickelt, das versteckte Material- und Bauteildefekte dreidimensional sichtbar macht. 

Das System lässt sich automatisieren, ist inlinefähig und direkt in den Produktionsprozess integrierbar. KundInnen profitieren von schnelleren und kosteneffizienteren Prüfverfahren – relevant etwa für die Luftfahrt-, Automobil- oder Energiebranche.

Gründungsförderung in Österreich: Stimmen aus Politik und Wirtschaft

„Spin-offs aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen zeigen, was öffentliche Investitionen in exzellente Grundlagenforschung bewirken: Aus Wissen und Neugier entstehen konkrete Anwendungen, aus Forschung Lösungen, die den Menschen zugutekommen", sagt Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner. "Besonders wichtig ist mir, dass noch mehr Frauen diesen Weg gehen. Innovation braucht Vielfalt – jede Gründerin aus der Wissenschaft setzt neue Impulse, öffnet zusätzliche Perspektiven und wird so zum Vorbild."


IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sprach sich für strukturelle Reformen aus: „Der österreichische Wirtschaftsstandort kann sich nur dann auf den Weltmärkten behaupten, wenn wir konsequent auf unsere technologischen Stärken und die Schlüsseltechnologien von morgen setzen."

Damit Startups und Spin-offs international skalieren und erfolgreich werden können, müsse der Risikokapitalmarkt gestärkt werden, so Neumayer weiter. Dazu müsse die Bundesregierung rasch den in der Industriestrategie Österreich 2035 geplanten Scale-up Dachfonds umsetzen. 

"Um grundsätzlich im internationalen Technologiewettbewerb mithalten zu können, müssen die österreichischen Hochschulen weiter verstärkt auf Exzellenz, Leistungsorientierung und Wissenstransfer setzen", sagt Neumayer. "Der anhaltende MINT-Fachkräftemangel zeigt, dass wir die Anzahl der MINT-Absolventen erhöhen und insbesondere Frauen in MINT-Fächern mehr Chancen eröffnen müssen."

aws und FFG: Förderung von Start-ups als strategische Priorität

Bernhard Sagmeister und Gerfried Brunner, Geschäftsführung der aws, hoben die Rolle der Förderbank hervor: „Als Förderbank des Bundes unterstützen wir Österreichs Gründungsszene und begleiten innovative Start-ups von der ersten Idee bis hin zum internationalen Markterfolg."

Vom Finanzierungsvolumen des aws-Kerngeschäfts fließt rund ein Drittel in die Förderung von innovativen Start-ups.

Die FFG unterstützte vergangenes Jahr Start-ups, Scale-ups und Spin-offs mit knapp 93 Millionen Euro. (LB/APA)

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