Softwarepark Hagenberg : Wie OÖ und NÖ zum Zentrum für KI-Forschung und Digitale Transformation werden
Inhalt
- Der Softwarepark Hagenberg: Innovationsstandort mit 3.100 Beschäftigten
- Oberösterreichs Vision: Modellregion für menschzentrierte Künstliche Intelligenz
- Fachhochschule Oberösterreich: Führender Ausbildungsstandort für Informatik
- Niederösterreichs Strategie für KI-Entwicklung Österreich
- SCCH: KI-basierte Prozessanalytik mit KremsChem
- RISC Software: Innovative Neurochirurgie-Simulation
- FH OÖ: Industrielle KI-Anwendungen in der Praxis
Oberösterreichs Wirtschafts- und Wissenschafts-Landesrat Markus Achleitner, Sonja Bruckner, Researcher and Software Engineer Software Competence Center Hagenberg, und Niederösterreichs Wissenschafts-Landesrat Stephan Pernkopf mit einem Demonstrator für Quantencomputing beim Software Competence Center Hagenberg.
- © Land OÖ / Margot HaagDer Softwarepark Hagenberg fungiert als zentraler Innovationsmotor für Oberösterreich, vor allem im Bereich der Digitalen Transformation.
An diesem Standort wird in zahlreichen Kooperationsprojekten mit Unternehmen angewandte Forschung zur Künstlichen Intelligenz betrieben. Viele dieser Partnerschaften entstehen in Zusammenarbeit mit oberösterreichischen und niederösterreichischen Betrieben.
Aus diesem Grund besuchten Markus Achleitner, Wirtschafts- und Wissenschafts-Landesrat in Oberösterreich, und LH-Stv. Stephan Pernkopf, Wissenschafts-Landesrat in Niederösterreich, gemeinsam den Technologiestandort.
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Der Softwarepark Hagenberg: Innovationsstandort mit 3.100 Beschäftigten
Ausbildung, Forschung und Wirtschaft eng vernetzt an einem Standort – das war die Idee bei der Gründung des Innovationsstandorts Hagenberg. Was 1989 als ambitioniertes Projekt begann, ist heute ein wesentlicher Pfeiler der Innovationskraft Oberösterreichs und ein Zentrum für Digitale Transformation und Angewandte Künstliche Intelligenz.
Mittlerweile arbeiten, forschen, lehren und lernen mehr als 3.100 Menschen im Softwarepark Hagenberg. Mit derzeit elf Forschungseinrichtungen, 26 Ausbildungsprogrammen und mehr als 75 Unternehmen ist er die erste Adresse für regionale und überregionale IT- und KI-Projekte.
Der größte Erfolgsfaktor für das Gelingen des Technologieparks ist die enge Zusammenarbeit der Partner. Unternehmen und Forschungs- und Bildungseinrichtungen arbeiten eng zusammen, sowohl in Forschungs- und Umsetzungsprojekten als auch in der Lehre.
Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt naturgemäß in Oberösterreich, geht aber auch weit darüber hinaus. F&E Partner sind unter anderem: voestalpine, Primetals, Keba, Rosenbauer, Engel, backaldrin, TGW und Dynatrace.
Der Donauraum ist auch hinsichtlich Rechenzentren enorm wichtig für das Feld KI
Oberösterreichs Vision: Modellregion für menschzentrierte Künstliche Intelligenz
„Künstliche Intelligenz ist ein Wachstumstreiber und macht Unternehmen agiler. Unser Ziel ist klar: Bis 2030 wollen wir zur Modellregion für menschzentrierte Künstliche Intelligenz werden", sagt Achleitner.
KI sei auch ein wichtiger Beitrag, um dem demographisch bedingten Fachkräftebedarf entgegen zu wirken: "Wir warten nicht darauf, welche Weiterentwicklungen bei KI aus den USA oder China zu uns kommen, sondern wir gestalten aktiv die Zukunft der Künstlichen Intelligenz mit."
Oberösterreich ist hier gut aufgestellt: etwa mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen, der Fachhochschule OÖ, der Johannes Kepler Universität Linz, der Digital-Uni IT:U und dem Forschungsnetzwerk von Upper Austrian Research.
Der Softwarepark Hagenberg vereint viele Stärkefelder an einem Ort – unter anderem die FH OÖ, RISC Software und das Software Competence Center Hagenberg.
Oberösterreich und Niederösterreich arbeiten dabei in vielen Bereichen zusammen. "Der Schulterschluss im Wissenschaftsbereich bei der KI-Forschung stärkt beide Standorte", so Achleitner.
Fachhochschule Oberösterreich: Führender Ausbildungsstandort für Informatik
Der 1993 gegründete Campus Hagenberg der FH Oberösterreich zählt heute zu den führenden Ausbildungs- und Forschungsstandorten für Informatik, Medien und digitale Technologien in Österreich.
Rund 1.600 Studierende absolvieren hier aktuell einen von über 20 praxisnahen Bachelor- oder Masterstudiengängen in verschiedensten Bereichen Informatik und digitale Medien, teilweise auch auf Englisch. Das Spektrum reicht von Softwareentwicklung, Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit bis hin zu Mediengestaltung, Games, Animation und mehr.
Auch in der Forschung ist der Campus stark aufgestellt: In zahlreichen Projekten arbeiten Forschende mit Unternehmen und Partnerinstitutionen aus dem In- und Ausland an zukunftsweisenden Themen wie Künstlicher Intelligenz, IT-Sicherheit, Data Science, Human-Computer Interaction, Mixed Reality und Informationsvisualisierung. Über 90 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) forschen in 13 Forschungsgruppen und einem Josef Ressel Zentrum am Standort.
Zu den Partnern zählen unter anderem die in Hagenberg ansässigen Unternehmen RISC Software, bluesource und Software Competence Center Hagenberg (SCCH) sowie international aktive Unternehmen wie Dynatrace, Engel, Fronius, Kuka, Keba, MIC, Rosenbauer, TGW und voestalpine.
Hagenberg leitet zudem das bislang größte EU-Forschungsprojekt der FH OÖ: Eddie, ein Horizon Europe-Projekt zur Entwicklung eines vertrauenswürdigen, offenen Datenraums für das europäische Energiesystem, der sicheren und interoperablen Zugang zu Energiedaten ermöglichen soll – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende.
Eingebettet in den Softwarepark Hagenberg, einem europaweit einzigartigen Technologie-Cluster, profitieren Studierende und Forschende von einem eng vernetzten, dynamischen Umfeld aus Ausbildung, Forschung und Wirtschaft – ein Hotspot für digitale Innovation und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Als Teil der FH Oberösterreich – der forschungsstärksten Fachhochschule in Österreich und im deutschsprachigen Raum mit vier Standorten (Hagenberg, Linz, Steyr, Wels) – steht der Campus Hagenberg für anwendungsorientierte Lehre, intensive Wirtschaftskooperationen und eine starke internationale Ausrichtung.
Niederösterreichs Strategie für KI-Entwicklung Österreich
Niederösterreichs LH-Stellvertreter und Wissenschafts-Landesrat Stephan Pernkopf unterstreicht: „Künstliche Intelligenz ist heute bereits allgegenwärtig, wir können uns nicht aussuchen, ob es sie gibt oder nicht. Aber wir können uns aussuchen, wie wir sie nutzen und wo wir sie erforschen und entwickeln."
In Niederösterreich habe man daher einen KI-Forschungsschwerpunkt auf die Beine gestellt, mit einem neuen KI-Hochleistungslabor und zwei eigenen Stiftungsprofessuren.
Ein Beispiel für die Kooperation mit Oberösterreich: Die Universität für Weiterbildung Krems hat sich gemeinsam mit der JKU Linz um eine der neuen Stiftungsprofessuren beworben.
SCCH: KI-basierte Prozessanalytik mit KremsChem
Das Software Competence Center Hagenberg hat gemeinsam mit dem Industriepartner KremsChem ein vollständig integriertes, industrietaugliches Softwaresystem zur KI-basierten chemischen Prozessanalytik entwickelt und erfolgreich in der Produktion implementiert.
Das entwickelte System ermöglicht die kontinuierliche, echtzeitfähige Analyse chemischer Prozesse. Die KI-Modelle sagen direkt relevante Prozessgrößen wie Konzentrationen, Reaktionsverläufe oder Produktqualität vorher. Durch die vollständige Integration in bestehende Prozessleitsysteme wird eine nahtlose Überwachung und Steuerung der Produktionsprozesse gewährleistet.
Auswirkungen des Projekts:
- Erhöhte Produktivität
- Erhöhte Sicherheit
- Effizienter Personaleinsatz
- Höhere Qualität & weniger Ausschuss
Die bisherige Zusammenarbeit erstreckte sich über zwei K-Projekte (PAC und imPACts), in denen praxisnahe, anwendungsorientierte Forschungsarbeiten durchgeführt wurden. Ergänzend dazu wurden in bilateralen Entwicklungskooperationen gezielt Lösungen erarbeitet, aus denen ein industrietaugliches Softwaresystem für die KI-gestützte Prozessanalytik hervorging.
Aktuell ist KremsChem Partner im Comet-Projekt Aipra, das die Übertragung und Weiterentwicklung der Prozessanalytik auf zusätzliche Unternehmensbereiche zum Ziel hat.
Weitere Projekte:
- Kooperation mit Knorr Bremse, Division IFE
- Kooperation mit Lumeso FlexCo
RISC Software: Innovative Neurochirurgie-Simulation
Das Universal-Physics-Transformer-Projekt für die Echtzeit-Gehirnsimulation in der Neurochirurgie befasst sich mit der Entwicklung einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Simulationsmethodik zur realistischen Echtzeitberechnung von Gehirnverformungen. Diese treten im neurochirurgischen Trainingssimulator Medusa auf, wenn ÄrztInnen während eines Eingriffs mit OP-Instrumenten mit dem virtuellen Gehirn interagieren.
Die thematische Motivation stammt aus dem Projekt Medua, wird im Projekt MIMAS.ai weiterentwickelt und dient u.a. als Basis für das Projekt Iason.
MEDUSA-Projekt:
- Projekt-Langtitel: Medical EDUcation in Surgical Aneurysm clipping
- Fördercall: Medical Upper Austria – Leitprojekt Medizintechnik, Eine Initiative des Landes Oberösterreich 2020 im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramm Innovatives OÖ 2020
- Laufzeit: 07/2019 - 06/2024
Projektpartner: RISC Software GmbH, alpha medical concepts Linz, cortEXplore Linz, eulerian-solutions Linz, EVO-tech Schörfling am Attersee, FH OÖ Forschungs- und Entwicklungs, Johannes Kepler Universität Linz – Institute of Polymer Product Engineering, Johannes Kepler Universität Linz – Institut für Polymerwissenschaften, Kepler Universitätsklinikum Linz – Universitätsklinik für Neurochirurgie, LIFEtool Linz, Netural Linz, Profactor Steyr, R'n'B Consulting Linz.
FH OÖ: Industrielle KI-Anwendungen in der Praxis
Kooperation mit ZKW: Das dreijährige, durch das FFG-Basisprogramm geförderte Kooperationsprojekt zwischen dem Automobilzulieferer ZKW und der Bioinformatik-Forschungsgruppe der FH OÖ, Campus Hagenberg, verfolgte das Ziel, innovative KI-gestützte und datenbasierte Methoden zur Optimierung von Fertigungsprozessen und Produktqualität in der Scheinwerferentwicklung zu erforschen.
Im Fokus standen unter anderem neuartige Ansätze zur Toleranzkettenoptimierung sowie zur Analyse der Stabilität von Knickpunktpositionen in Lichtprojektionen, die direkt in industrielle Anwendungen überführt wurden.
Kooperation mit LISEC: Die Kooperation zwischen der Forschungsgruppe HEAL der FHOOE und der LiSEC Austria GmbH hat mit dem Josef Ressel Zentrum für Adaptive Optimierung in dynamischen Umgebungen 2019 begonnen und wird in einem Folgeprojekt weitergeführt. LiSEC entwickelt und produziert Glasverarbeitungsmaschinen wie z.B. Schneidtische, Kantenschleifer und Isolierglaslinien. Die FHOOE entwickelt gemeinsam mit LiSEC eine adaptive Produktionsoptimierung, welche dynamisch auf Ereignisse (Glasbruch, Maschinenausfälle, neue Aufträge) in der Produktion reagiert. In diesem Zuge wird Online Machine Learning verwendet, um die Qualität der Optimierung zu verbessern.
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