Donawitz Voestalpine : Voestalpine Donawitz: Greentec Steel beendet (fast) die Hochofen-Ära

nahaufnahme auf unternehmensschriftzug außerhalb des  Werks der voestalpine in donawitz in der steiermark

Bis 2029 legt die voestalpine einen ihrer Hochöfen in Donawitz still.

- © APA / PETER KOLB

Im obersteirischen Donawitz nimmt die voestalpine in rund einem Jahr ihre neue Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) in Betrieb. 

Die Anlage löst die Hochofenproduktion ab und geht im Herbst in den Probetrieb. Bis 2029 legt die voestalpine einen der Hochöfen still, sagen voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner und Metal-Engineering-Leiter Franz Kainersdorfer.

Was braucht die Metallindustrie um grün zu werden?

"Inmitten eines voll produzierenden Stahlwerks wird ein neues Stahlwerk errichtet", beschrieb Eibensteiner die Herausforderungen des Ausbaus. 

Ab 2027 läuft im Werk die grünstrombetriebene Elektrostahlproduktion parallel zum klassischen Hochofen-Verfahren. Für den Ausbau der neuen EAF braucht die voestalpine bis 2030 rund 100 Mio. Euro. Damit kann der Standort Donawitz ab 2030 vollständig auf elektrisch erzeugten Stahl umstellen – Stichwort: Greentec Steel.

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Greentec Steel: Über 90 Prozent weniger CO2 ab 2030

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Grüner Stahl als Teil der CO2-neutralen Transformation

Das Projekt ist kein Einzelfall, sondenr fügt sich ein in die voestalpine-Strategie zur nachhaltigen Stahlproduktion. Bis 2050 strebt das Unternehmen eine vollständig CO2-neutrale Stahlherstellung an.

Zu diesem Zweck „forschen wir gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft bereits an mehreren neuen Verfahren", so Eibensteiner. 

CO2-reduzierter Stahl: Darstellung der klassischen Hochofenroute und neuer Technologien.
CO2-reduzierter Stahl: Darstellung der klassischen Hochofenroute und neuer Technologien. Quelle: voestalpine/Wirtschaftsvereinigung Stahl - © APA

Greentec Steel: Über 90 Prozent weniger CO2 ab 2030

Gegenüber 2019 sinken die CO2-Emissionen ab 2030 um mehr als 90 Prozent, so Eibensteiner. Bis 2029 werden es auch bereits bis zu 30 Prozent gegenüber 2019 ein. Ein Hochofen bleibt als Reserve erhalten.

Die Nachfrage nach CO2-reduziertem Stahl wächst laut dem CEO spürbar, vor allem aus der internationalen Bahnindustrie. Auch aus der Automobilbranche kommen erste Signale.

"Unsere CO2-Einsparungen dürfen sie sich ja anrechnen", erklärt Eibensteiner. Das könne auch durch den verstärkten Einsatz von Schrott und Herstellungsabfällen der Kunden gelingen. 

Derzeit noch zählt die voestalpine neben der OMV und der Wien Energie zu den größten Treibhausgas-Emittenten des Landes.

Rohstoffe für den Elektrolichtbogenofen: Schrott, Roheisen und HBI

Für den Betrieb der EAF braucht es einen Mix aus Schrott, flüssigem Roheisen und HBI (Hot Briquetted Iron, heiß gepresstes Eisen). Die langfristige Versorgung mit Schrott und grüner Energie ist laut Unternehmen gesichert. 

Dafür nutzt die voestalpine auch internen Schrott, etwa Abfälle aus den Walzwerken. Von Bahnkunden nimmt der Konzern verstärkt gebrauchte Schienen und teilweise Oberbaumaterial zurück, dazu kommen langfristige Lieferverträge für vorsortierten Schrott.

In der ersten Ausbaustufe benötigen die Standorte Linz und Donawitz zusätzlich eine Terawattstunde Strom. Diese Menge sichert die voestalpine über Verträge mit nationalen Energieversorgern.

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Keine Kündigungen in der Transformation

Nach 2030 schließt die voestalpine laut Eibensteiner neben den beiden Hochöfen auch die Sinteranlage

Für die Beschäftigten gibt es umfangreiche Weiterbildungsangebote. Kündigungen im Zuge der Transformation schließt das Management aus - allerdings werden nicht alle natürlichen Abgänge nachbesetzt. Im Bereich Metal Engineering beschäftigt die voestalpine in der Steiermark mehr als 5.000 MitarbeiterInnen.

Voestalpine Donawitz: Baufortschritt vor dem Probebetrieb im Herbst

Kainersdorfer berichtet über bereits abgeschlossene Arbeiten. Die Halle für die EAF steht, Strom- und Rohstoffversorgung sind sichergestellt. Die Schrotthalle für die vorsortierten Materialien steht kurz vor der Fertigstellung. Den vorsortierten Schrott liefert die Bahn an, gelagert wird er witterungsgeschützt, damit es im Lichtbogenofen zu keinen Problemen kommt.

Im Herbst 2026 folgt die Montage der Kernaggregate, auch die 220-kV-Zuleitung der Austrian Power Grid (APG) steht kurz vor dem Abschluss. 

Im Herbst nimmt die voestalpine die Anlage zunächst "kalt" in Betrieb. Im Vollbetrieb lassen sich in der Anlage zwischen 850.000 und 1,5 Mio. Tonnen CO2-reduzierter Stahl pro Jahr produzieren. 

Bis 2030 braucht es dafür noch einen Ausbau der Schrottlogistik mit zwei Kränen, eine dritte Sekundärmetallurgie sowie einen weiteren Ausbau der Stromversorgung. (LB/APA)

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