Österreich Wintertourismus : Österreich Wintertourismus: Rekordnachfrage & neue Trends

Panoramablick auf verschneiten Skihang im Skigebiet Warth am Arlberg in Österreich mit vereinzelten Skifahrern auf Piste und Sessellift

Die klassischen Winterregionen dominieren die Reisepläne.

- © hachri - stock.adobe.com

Der Österreich Wintertourismus befindet sich in einer vielversprechenden Saison. 

Aktuelle Erhebungen zeigen ein hohes Interesse an Winterreisen. Heimische Destinationen bei InländerInnen stehen weiterhin hoch im Kurs.

Nie mehr die wichtigsten Nachrichten über Österreichs Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!

Vier von zehn ÖsterreicherInnen planen Winterurlaub

Eine gemeinsame Erhebung der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) und des Meinungsforschungsinstituts Reppublika Research liefert konkrete Zahlen zu den Urlaubsplänen der ÖsterreicherInnen. 

40 Prozent der Befragten wollen in den Winterferien mindestens eine Reise unternehmen, acht Prozent sogar mehrfach verreisen. Zuhause bleiben möchten 38 Prozent, während sich 15 Prozent noch nicht festgelegt haben.
 

„Die Winterferien sind und bleiben ein Fixpunkt im Urlaubsjahr für die Österreicherinnen und Österreicher", sagt ÖHV-Präsident Walter Veit

Diese Verlässlichkeit verschaffe den heimischen Betrieben wichtige Planungssicherheit während einer entscheidenden Phase der Wintersaison.

Eine aktuelle Umfrage von Deloitte kommt zu leicht anderen Ergebnissen. Demnach würde die Mehrheit keinen Urlaub rund um Weihnachten planen. Das sei angesichts der Krisen auch nicht verwunderlich, meint Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich: "Auch hier spielen die gestiegenen Preise – speziell im Wintertourismus – eine Rolle.“

Das könnte Sie auch interessieren: Advent in Österreich – wie stark profitiert Handel?

Ein kritischer Blick auf die Preise in Österreichs Skigebieten, Beispiel Kitzsteinhorn

Drei Viertel der Winterreisenden bleiben im Inland

Besonders erfreulich für den Wintertourismus Österreich: Rund 75 Prozent der reisenden ÖsterreicherInnen verbringen ihren Winterurlaub im eigenen Land. 

„Gerade im Winter zeigt sich die Stärke des österreichischen Tourismus", so Veit. 

Kurze Anfahrten, hochwertige Angebote und die Verbindung von Schneesport, kulinarischen Erlebnissen und Entspannung schaffen klare Wettbewerbsvorteile für den Skiurlaub Österreich.

Lesen Sie hier, was die Beliebtheit der Skigebiete mit den Immobilienpreisen macht

Steiermark, Salzburg und Tirol führen bei Winterdestinationen Österreich

Die klassischen Winterregionen dominieren die Reisepläne: Steiermark, Salzburg und Tirol liegen an der Spitze (hier ein besonders erfolgreiches Beispiel), gefolgt von Kärnten und Oberösterreich. 

„Das Angebot in den Winterregionen trifft den Nerv der Gäste und ist entsprechend beliebt", so Veit. 

Aktivurlaube mit Schwerpunkt Skifahren stehen an erster Stelle, dicht gefolgt von Wellness- und Erholungsaufenthalten.

Budgets zwischen 500 und über 2.000 Euro pro Winterurlaub

Die Ausgabenbereitschaft der Reisenden unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Winterferien Österreich. Etwa ein Drittel der Befragten kalkuliert mit Kosten zwischen 509 und 999 Euro, weitere 20 Prozent mit 1.000 bis 1.499 Euro. 14 Prozent planen sogar mehr als 2.000 Euro für ihren Winterferienurlaub ein. 

„Das unterstreicht die Bedeutung der Wintersaison für Wertschöpfung, Beschäftigung und die regionale Entwicklung", sagt Veit. 

Während Inlandsreisen tendenziell im mittleren Preissegment liegen, überschreiten Auslandsreisen häufiger die 1.000-Euro-Schwelle.

Skitourismus Österreich punktet mit Preis-Leistung

Die Aussichten für den heimischen Alpentourismus Winter sind positiv. 

„Das Interesse für Winterurlaub ist in diesem Jahr auf höchstem Niveau", sagt der Wiener Tourismusberater Richard Bauer beim Treffen des Netzwerk Winter – einer Plattform aus VertreterInnen der Seilbahnwirtschaft, Skiindustrie und TouristikerInnen – in Kaprun. 

„In Zeiten der Krise investieren Leute mehr in Erlebnisse wie Reisen als in Anschaffungen. Dabei rückt der Preis in den Hintergrund." Menschen hätten momentan das Gefühl, "gibt es das im nächsten Jahr noch?" Ein Urlaub bleibe für viele immer in Erinnerung. 

Laut einer aktuellen Studie der Österreich Werbung (ÖW) gilt Österreich in vielen Ländern weiterhin als Skination Nummer eins. Hinzu käme ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

„Potenzial gibt es aber bei der jungen Zielgruppe." Diese orientiere sich zunehmend an urbanen Zentren und sei von einem städtischen Lifestyle geprägt – "von der Ernährung bis hin zum Freizeitverhalten".

Tourismusmarketing muss junge Zielgruppe emotional ansprechen

Der Skitourismus Österreich kann von diesem Lifestyle profitieren. Allerdings ist das Tourismusmarketing gefordert

„Menschen kaufen keine Produkte, sondern Gefühle. Sie brauchen Angebote und Bilder, die ihnen das Schöne zeigen. Und sie warten auf Botschaften, die sie abholen", so Bauer. 

Die neue Generation an Wintergästen erwartet vor Ort ein dichtes Erlebnisprogramm. Die Angebote sollten sich an die Wünsche dieser Zielgruppe anpassen. Der Vorteil: „Die Erlebnisgarantie öffnet auch die Brieftaschen."
 

Gemeinschaftserlebnisse werden dabei immer wichtiger. „Junge Menschen haben zwar irrsinnig viele Kontakte auf sozialen Medien, sind aber oft sehr einsam." Der Wunsch, gemeinsam etwas zu erleben und Menschen persönlich kennenzulernen, sei hoch. „Ein Skiurlaub ist hier fast aufgelegt", so Bauer. 

Gleichzeitig denke die "Zukunftszielgruppe" global und sei es gewohnt, Distanzen zu überwinden. „Für die ist ein Flugzeug kein Hindernis, sondern ein übliches Verkehrsmittel", was bei weiter entfernten Märkten wie Großbritannien, Skandinavien oder Benelux eine Rolle spiele.

Künstliche Intelligenz verändert Reiseplanung im Wintertourismus

Neue Herausforderungen für die heimische Tourismuswirtschaft zeigen sich im digitalen Bereich. Laut deutscher Reiseanalyse – einer jährlichen Studie zum Reiseverhalten der Deutschen, nutzen 52 Prozent der Befragten KI beim Reisen oder sind dafür offen. Das ist für Österreich insofern relevant, weil Deutschland immer noch der wichtigste Herkunftsmarkt für Urlaubsgäste ist.

„Bereits in der Inspirationsphase benutzt über die Hälfte KI-Tools für die Ideenfindung", sagte Teresa Karan, Innovationsexpertin bei der ÖW, beim Netzwerktreffen in Kaprun.
 

Deshalb sei es entscheidend, dass digitale Inhalte so gestaltet werden, dass sie KI-optimiert sind. "Nur so werden sie auch von den Reisenden gefunden". KI-Software wie ChatGPT und Co würden einen Paradigmenwechsel einläuten. Angebotsvergleiche oder Empfehlungen vor Ort inklusive.

So nutzt Kärnten KI für den Wintertourismus

Gleichzeitig könne der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Tourismus helfen, das persönliche Service für Gäste noch individueller zu gestalten, erklärte Karan. 

Menschen würden durch automatisierte Abläufe nicht ersetzt, sondern für Aufgaben freigespielt, die sie besser können als die KI. „Fertigkeiten wie Führung und Empathie" würden an Bedeutung gewinnen.

(LB/APA)

🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke?

Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden!