Olympische Winterspiele 2026 : So nutzt Tirol Tourismus Olympische Spiele für sich
Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler will die Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar 2026 für Österreichs Tourismus nutzen.
- © Tirol Werbung / Franz OssDer Tirol Tourismus meldet für die laufende Wintersaison 2025/2026 ausgezeichnete Zahlen.
Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, bezeichnete die aktuelle Buchungslage Anfang Jänner bei einem Tourismusempfang am Innsbrucker Bergisel als "extrem gut". Besonders die Feiertage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel lägen sogar über den Werten des Vorjahres.
Die Geschäftsführerin rechnet damit, dass die gesamte Saison "mit einem Plus" abschließen wird. Bis Ende Februar verzeichnet der Tirol Wintertourismus eine durchwegs positive Entwicklung bei den Reservierungen. Lediglich der März zeigt sich noch verhalten: "Dort liegen wir im Moment noch unter dem Vorjahr", räumte Seiler ein.
Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Westen Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!
Jänner ohne typisches Buchungsloch im Tirol Winter
Erfreulich entwickelt sich der Jänner in den Tiroler Skigebieten. Anders als in vergangenen Jahren bleibt das gefürchtete "Buchungsloch" im ersten Monat des Jahres aus.
Diese Stabilität führt Seiler auf die strategische Ausrichtung der Tirol Werbung zurück: Man setze bewusst auf "Diversität und Internationalität" bei der Gästeansprache.
Polen entwickle sich zu einem "Wachstumsmarkt" für den Tourismus Österreich, auch der amerikanische Markt biete "viel Potenzial". Besonders zufrieden zeigt sich die Geschäftsführerin mit den Buchungen aus Deutschland: "Es gibt bisher ein klares Plus bei den deutschen Gästen."
Neue Tiroler Tourismusplattform „F.acT“: Datenbasierte Fakten statt Mythen
„Tirol kann sich glücklich schätzen, einen stabilen Anker wie die heimische Tourismuswirtschaft zu haben. Das weiß auch die Bevölkerung. Deshalb müssen wir die großen Herausforderungen nicht nur erkennen, sondern auch lösen“, sagt Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber.
- © Tirol Werbung / Franz OssEinheimischentarife und Fluganbindungen
Auch Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Mario Gerber (ÖVP) äußerte sich beim traditionellen Empfang anlässlich des Bergisel-Skispringens sehr zufrieden über die Entwicklung. "Der Tourismus funktioniert", so Gerber. „Tirol kann sich glücklich schätzen, einen stabilen Anker wie die heimische Tourismuswirtschaft zu haben."
Der Tiroler Bergtourismus verfolge eine Strategie der "qualitativen Weiterentwicklung". Das bedeutet laut Gerber nicht den Bau zusätzlicher Liftanlagen, sondern deren Modernisierung "im Einklang mit der Natur". Diese nachhaltige Ausrichtung soll den Qualitätstourismus Alpen langfristig stärken.
Allerdings betonte der Landesrat, dass dieser Erfolg keineswegs selbstverständlich sei: "Der Tourismus ist kein Selbstläufer." Und die Branche kämpfe mit erheblichen Herausforderungen: "Wir haben mit gestiegenen Kosten und Mitarbeiterproblemen zu kämpfen." So übt Gerber auch deutliche Kritik an der Bundesregierung: Eine "praxisnahe" Wirtschaftspolitik auf Bundesebene sei dringend erforderlich, "um endlich wieder die Wettbewerbsfähigkeit von Tirol und Österreich zu stärken."
Gerber will sich auch weiter für die rechtliche Absicherung von Einheimischentarifen einsetzen, um Vergünstigungen für alle TirolerInnen wieder regulär zu etablieren. „Die Einheimischentarife sind [...] absolut notwendig für die Tourismusakzeptanz im Land“, so der Landesrat.
Anlässlich seines Tirol-Besuchs im September 2025 habe der zuständige EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas diesbezüglich Unterstützung zugesagt. Die werde man nun mit Nachdruck in Brüssel einfordern.
Darüber hinaus lässt Gerber auch beim Flughafen Innsbruck nicht locker. Angesichts stagnierender Märkte in Europa sei eine überlegte Internationalisierung im Tiroler Tourismus notwendig und eine verlässliche Erreichbarkeit alternativlos.
„Seit dem Rückzug der Lufthansa aus Innsbruck ist diese globale Anbindung über weite Strecken abgeschnitten. Das ist für den Tourismus, die gesamte Wirtschaft und am Ende für die Bevölkerung nicht zu akzeptieren", so Gerber. Es brauche ein zukunftsfähiges Modell – "egal, wie dieses aussieht.“
Chance durch Olympische Winterspiele
Die Tirol Werbung will auch 2026 das Land insbesondere mittels aufmerksamkeitsstarker Events und Initiativen pushen. Im November 2025 gab es eine exklusive Fachveranstaltung für die Reise- und Medienbranche in New York. Nun steht mit den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar das nächste Großereignis vor der Tür.
„Wir nutzen die größte Wintersportbühne der Welt, um die Marke Tirol sowie unsere Produkte und Leistungen in die Auslage zu stellen und die Lust auf Tirol zu steigern“, so Seiler.
So wird das Austria House des Österreichischen Olympischen Comité in Cortina an drei Tagen zum Austria Tirol House: „Von 13. bis 15. Februar präsentieren wir dort Spitzenleistungen der heimischen Tourismusregionen, Kulinarik, Kultur und Wirtschaft.“
Austrian Alpine Open zum ersten, Key City zum zweiten Mal
Im Mai gibt es mit Austrian Alpine Open in Kitzbühel ein neues Sportgroßereignis über mehrere Tage. Das Golfturnier ist Teil der DP World Tour, die neben der PGA Tour die weltweit größte Turnierserie im Profigolfsport ist.
Im Frühsommer wird Tirol zum zweiten Mal das Berliner Stadtbild prägen. Die mehrwöchige „Key-City“-Kampagne gab es erstmals 2025. Auch dieses Jahr werden Großplakate an stark frequentierten Plätzen oder Veranstaltungen fürs Klettern, Mountainbiken, Wandern und Trailrunning werben.
Die Initiative wird heuer erstmals auch für den Winter eingesetzt. Im Herbst startet eine „Key-City“-Kampagne in Polens Hauptstadt Warschau zur Bewerbung des Tiroler Winterangebots.
(LB/APA)
🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke?
Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden!