Oberösterreich Wirtschaft : Zukunftsforum Oberösterreich: Wie sehen die Wege aus der Industriekrise aus?
Inhalt
- Zukunftsforum Oberösterreich mit Comeback Storys
- Veranstaltungsreihe im Zukunftsforum OÖ
- #upperVISION2030 soll Wirtschaft Oberösterreich stärken
- INFOBOX: Wichtige Kennzahlen zum Standort Oberösterreich
- Industriepolitik und Qualifizierung als zentrale Themen
- Industrie Oberösterreich zwischen Erholung und Unsicherheit
- Oberösterreich als Konjunkturhebel für ganz Europa
Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch, Industriellenvereinigung OÖ, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Präsidentin Doris Hummer, Wirtschaftskammer OÖ, und Präsident Andreas Stangl, Arbeiterkammer OÖ: „Aufwind für den Standort Oberösterreich - Ausblick auf das Zukunftsforum OÖ 2026“
- © Land OÖ / Denise StinglmayrOberösterreich gilt seit Jahrzehnten als industrielles Kraftzentrum der Republik – als das Powerhouse, das Österreichs Wohlstand entscheidend mitträgt. Maschinenbau, Automotive, Kunststofftechnik, Energie- und Umwelttechnik, Luftfahrt oder Mechatronik – kaum ein anderes Bundesland vereint eine derartige Dichte an Leitbetrieben, Weltmarktführern und innovativen Mittelständlern.
Fast ein Viertel der gesamten österreichischen Industrieproduktion stammt aus dem Land ob der Enns. Doch die Bedingungen, unter denen diese wirtschaftliche Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden soll, haben sich dramatisch verändert.
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Zukunftsforum Oberösterreich mit Comeback Storys
Beim Zukunftsforum Oberösterreich 2026 diskutieren VertreterInnen aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Interessenvertretungen deshalb über Strategien für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Wachstum.
Rund 500 TeilnehmerInnen kamen am 6. Mai zum Auftakt im Oberbank Donau-Forum. Organisiert wurde die Veranstaltung von der oberösterreichischen Standortagentur Business Upper Austria gemeinsam mit Wirtschaftskammer OÖ, Arbeiterkammer OÖ und Industriellenvereinigung OÖ.
Im Mittelpunkt des Zukunftsforum Oberösterreich stehen sogenannte Comeback-Storys. Unternehmen präsentieren dabei, wie sie sich strategisch neu aufgestellt haben. Beschäftigte berichten über Weiterbildung und berufliche Entwicklung. Zudem diskutieren ExpertInnen über Erfolgsstrategien für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich sowie über neue Impulse für Unternehmen und ArbeitnehmerInnen.
„Das Zukunftsforum OÖ ist auch 2026 wieder ein deutliches Zeichen, dass die Landespolitik, die Standortpartner sowie Wissenschaft und Forschung eng zusammenarbeiten. Das ist in herausfordernden Zeiten der entscheidende Erfolgsfaktor, um den Standort zu stärken und neue Chancen aktiv zu nutzen“, sagen Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner, Wirtschaftskammer OÖ-Präsidentin Doris Hummer, Arbeiterkammer OÖ-Präsident Andreas Stangl und Industriellenvereinigung OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch.
Mit dem Zukunftsforum Oberösterreich startet eine mehrteilige Veranstaltungsreihe. Unter anderem stehen Mobilität, Digitalisierung, Ressourcenmanagement und Produktion im Fokus. Die Veranstaltungen orientieren sich an den Schwerpunkten der Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030.
Veranstaltungsreihe im Zukunftsforum OÖ
- 9. und 10. Juni in Steyr: Zukunft.Mobilität – Mobilitätslösungen für Straße, Schiene, Luft und Weltall
- 16. und 17. September in St. Florian: Zukunft.HR – wie Personalverantwortliche mit Haltung Klarheit schaffen
- 21. Oktober in Hagenberg: Zukunft.Digitalisierung
- 5. November in Linz: Zukunft.Ressourcen – zirkuläre und nachhaltige Advanced Materials
- Jänner 2027: Zukunft.Produktion
#upperVISION2030 soll Wirtschaft Oberösterreich stärken
Achleitner verweist auf die aktuelle WIFO-Prognose, wonach die österreichische Wirtschaftsleistung trotz globaler Krisen zuletzt leicht gestiegen sei. Gleichzeitig warnt er vor den Folgen internationaler Konflikte für das Export- und Industriebundesland Oberösterreich.
„Der Wirtschaftsstandort OÖ hat sich auch in den vergangenen drei Rezessionsjahren als sehr resilient erwiesen. Klar ist aber, je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert, desto stärker werden die Auswirkungen [...] zu spüren sein“, so Achleitner.
Der Landesrat hebt die Bedeutung gemeinsamer Strategien zwischen Politik, Wirtschaft und Sozialpartnern hervor. Als Beispiel nennt er das Arbeitsmarktprogramm upperWORK. Dafür stehen heuer 392 Mio. Euro für Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramme zur Verfügung. Mehr als 117.000 Menschen in Oberösterreich sollen davon profitieren.
Laut Achleitner wurden bisher 250 der insgesamt 380 Maßnahmen aus #upperVISION2030 umgesetzt, weitere 105 Projekte laufen derzeit. Insgesamt seien rund 869 Mio. Euro an Landesförderungen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte geflossen.
Das habe ein Projektvolumen von rund 4,96 Mrd. Euro ausgelöst. Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Industrieproduktion und vernetzte Mobilität.
INFOBOX: Wichtige Kennzahlen zum Standort Oberösterreich
- Rund 27 % der österreichischen Industrieproduktion stammen aus Oberösterreich
- Über 160.000 Beschäftigte in der Sachgüterproduktion
- Forschungsquote: 3,5 % des BIP
- Exportquote: rund 60 %
- F&E-Budget des Landes 2025: über 100 Mio. Euro
- Mehr als 100 Weltmarktführer mit Sitz in Oberösterreich
Industriepolitik und Qualifizierung als zentrale Themen
AK OÖ-Präsident Stangl verweist auf die Bedeutung von Fachkräften, Infrastruktur und Sozialpartnerschaft für den Standort Oberösterreich. Gleichzeitig sieht er zusätzlichen Handlungsbedarf bei Energieversorgung, Investitionen und Weiterbildung.
Die Arbeiterkammer fordert unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, mehr Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung sowie stärkere Unterstützung für Gemeinden. Zudem spricht sich die AK OÖ für ein Recht auf Weiterbildung und zusätzliche Mittel für Qualifizierungsprogramme aus.
„Eine zukunftsfähige Industriepolitik kann nur erfolgreich sein, wenn die Beschäftigten im Mittelpunkt stehen“, so Stangl.
Industrie Oberösterreich zwischen Erholung und Unsicherheit
Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ, beschreibt die aktuelle Lage der oberösterreichischen Industrie als fragile Erholung. Das Konjunkturbarometer habe sich zwar stabilisiert, die Unsicherheit bleibe jedoch hoch. Gründe dafür seien geopolitische Spannungen, steigende Energiepreise und internationale Konkurrenz.
Besonders kritisch bewertet Haindl-Grutsch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas und Österreichs im internationalen Vergleich. Während Länder wie China, Indien oder Indonesien stark wachsen würden, kämpfe Österreich mit hohen Kosten, schwacher Produktivität und strukturellen Problemen.
Auf Landesebene sieht die Industriellenvereinigung Chancen vor allem in Forschung, Innovation und künstlicher Intelligenz. Als Beispiel nennt Haindl-Grutsch das „LIT AI Synergy-Lab“ der IV OÖ gemeinsam mit der Johannes Kepler Universität Linz. Dieses soll Wissenschaft und Industrie stärker vernetzen und den Technologietransfer im Bereich KI fördern.
Oberösterreich als Konjunkturhebel für ganz Europa
Oberösterreich steht vor großen Aufgaben. Aber das Land verfügt über alles, was es braucht, um sie zu meistern: eine starke industrielle Basis, innovative Unternehmen, exzellente Forschung und eine Kultur des Machens.
Das „Powerhouse Oberösterreich“ lebt von seiner Substanz – aber auch vom Mut seiner Menschen. Wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft weiterhin gemeinsam handeln, bleibt dieses Land nicht nur das industrielle Herz Österreichs – sondern auch einer der stärksten Konjunkturhebel für ganz Europa.
Der Donauraum kann noch mehr – was braucht er dafür?
Doch eines wird ebenfalls immer deutlicher: Völlig im Alleingang können die Bundesländer ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht erhalten. Kooperationen werden wichtiger. Das zeigen etwa Steiermark und Kärnten exemplarisch, die sich zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum zusammenschließen.
Und auch Oberösterreich geht den Weg der Kooperation: „Das gemeinsame Wasserstoff-Valley von Oberösterreich, der Steiermark und von Kärnten, das auch von der EU gefördert wird, ist ein starkes Signal“, sagt Achleitner.
Das sei auch ein Modell für künftige Initiativen, um in Österreich Kräfte zu bündeln.
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