Landtag Steiermark : NEOS Steiermark: "Teuerster Landeshauptmann jemals"
Inhalt
- NEOS-Forderungen für Bürokratieabbau
- Die Steirischen Landesfinanzen für 2026
- Kritik durch die KPÖ
- Steiermark sprengt laut NEOS Stabilitätspakt
- Info: Was ist der Stabilitätspakt Österreich?
- Schulden Steiermark: NEOS kritisiert Kunasek scharf
- Stabilitätspakt: Die geplanten Obergrenzen im Detail
- Finanzrahmen Steiermark: Einnahmen steigen kontinuierlich
- Defizit Steiermark: Neuverschuldung erreicht Rekordniveau
“Ein Drittel aller steirischen Schulden entsteht unter diesem Landeshauptmann. Kunasek wird zum teuersten Landeshauptmann, den die Steiermark je hatte", sagt Niko Swatek.
- © APA/ERWIN SCHERIAUDie NEOS Steiermark zogen kürzlich nach einem Jahr Blau-Schwarz in der Landesregierung Bilanz und sparten darin nicht mit Kritik. Statt Zukunftsgestaltung beobachte NEOS-Klubobmann Niko Swatek nämlich Rekordschulden. (Mehr dazu weiter unten.)
“Ein Drittel aller steirischen Schulden entsteht unter diesem Landeshauptmann. Kunasek wird zum teuersten Landeshauptmann, den die Steiermark je hatte", so Swatek einmal mehr.
Oberste Priorität hat für ihn so auch die Abkehr vom Schuldenpfad. Das umfasse die Implementierung eines Fiskalrates für die Steiermark, der eine nachhaltige Budgetkonsolidierung anstoßen und begleiten solle.
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NEOS-Forderungen für Bürokratieabbau
Massiven Reformbedarf sieht Swatek bei Bürokratie und Verfahren.
“In der Steiermark dauern Genehmigungen oft nicht Monate, sondern Jahre – das bremst Unternehmen und Investitionen massiv aus.“
Ein prominentes Beispiel sei das Windkraftprojekt auf der Stubalm, das erst nach sieben Jahren Verfahrensdauer starten konnte.
Kürzere Fristen, eine Genehmigungsfiktion in ausgewählten Bereichen, digitale Bau- und Anlageverfahren nach oberösterreichischem Vorbild sowie eine digitale Meldestelle für überbordende Bürokratie würden helfen, meint Swatek.
Ergänzend verlangt er einen Effizienzcheck im steirischen Fördersystem: „Mehrfachförderungen und Doppelgleisigkeiten müssen beendet werden."
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Die Steirischen Landesfinanzen für 2026
Mitte Dezember ging es im steirischen Landtag um Milliarden von Euro – genauer um die Landesfinanzen für 2026.
Die Oppositionsparteien KPÖ, SPÖ, Grüne und NEOS stimmten dem geplanten Budget nicht zu. Der Beschluss kam einzig mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ.
Die Schulden der Steiermark mit den landesnahen Unternehmen wachsen 2026 auf rund 8,17 Mrd. Euro (2025: 7,36 Mrd. Euro). Sie dürften laut der mittelfristigen Finanzvorschau sogar die zweistellige Mrd.-Marke überschreiten.
Im Landeshaushalt 2026 sind Einnahmen von rund 8,41 Mrd. Euro und Ausgaben von rund 9,25 Mrd. Euro vorgesehen. Daraus resultiert ein Nettofinanzierungssaldo von rund 835 Mio. Euro. Das entspricht einer Einsparung von rund 106,6 Mio. Euro gegenüber 2025.
Kritik durch die KPÖ
Laut Finanzlandesrat Ehrenhöfer (ÖVP) müsse jeder seinen Beitrag leisten. Das griff Claudia Klimt-Weithaler von der KPÖ prompt auf: Rechtfertige das alle Kürzungen etwa in der Wohnunterstützung und Jugendarbeit?
Klimt-Weithaler plädierte für Vermögens- und Schenkungssteuern. Als Beispiel nannte sie Mark Mateschitz, der ohne Arbeit rund 37 Mrd. Euro geerbt habe. Sie wolle den Mateschitz-Einsatz für die Steiermark nicht schmälern, aber 37 Mrd. Euro seien eine unvorstellbare Summe. Das sage sie, weil es zuletzt u. a. geheißen habe, 30.000 Euro könne man etwa einem Pflegestützpunkt nicht geben.
Steiermark sprengt laut NEOS Stabilitätspakt
Ende November 2025 erst einigten sich in Österreich Bund, Länder und Gemeinden auf einen neuen Stabilitätspakt. Dieser regelt die maximale Neuverschuldung pro Bundesland und verteilt das gesamtstaatliche Defizit auf alle Gebietskörperschaften.
Der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek verhandelte als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz diesen Pakt für die Steiermark mit.
Der Strategiebericht der steirischen Landesregierung, der in der nächsten Landtagssitzung im Rahmen des Budgets beschlossen werden soll, zeigt laut NEOS Steiermark jedoch deutlich.
Tatsächlich verfehlt das Bundesland die vereinbarten Vorgaben nach derzeitigem Stand in der gesamten Regierungsperiode. Weder 2025 noch in den Folgejahren bis 2029 hält die Steiermark die Obergrenzen ein.
Insgesamt werden in der FPÖ-ÖVP-Koalition demnach Schulden in Höhe von 817 Millionen Euro über dem erlaubten Rahmen gemacht.
Info: Was ist der Stabilitätspakt Österreich?
Der Stabilitätspakt legt für jedes Jahr eine Obergrenze für das gesamtstaatliche Defizit fest. Diese Obergrenze wird zwischen Bund und Sozialversicherung mit 76 Prozent sowie Ländern und Gemeinden mit 24 Prozent aufgeteilt.
Für die Jahre 2026 bis 2029 bedeutet dies konkret: Ländern und Gemeinden steht nur zwischen 1,13 Prozent und 0,61 Prozent des BIP als Verschuldungsspielraum zu. Dieser Länderanteil wird nach Bevölkerungszahl auf die Bundesländer verteilt – mehr EinwohnerInnen erlauben höhere Schulden.
Innerhalb dieses Landesrahmens müssen die Länder zusätzlich 20 Prozent des ihnen zustehenden Defizitraums an ihre Gemeinden weitergeben. Jedes Bundesland erhält damit eine klar definierte, eng bemessene Schuldengrenze, die sich aus dem gesamtstaatlichen Ziel, dem Bevölkerungsschlüssel und dem Gemeindeabzug zusammensetzt.
Jedes Überschreiten bedeutet einen Bruch des Stabilitätspakts.
Der Pakt soll verhindern, dass PolitikerInnen den BürgerInnen von morgen eine noch größere Schuldenlast aufbürden. Gleichzeitig schützt er den Staat davor, durch Schulden jegliche finanziellen Gestaltungsspielräume und Zukunftsinvestitionen zu verlieren.
Schulden Steiermark: NEOS kritisiert Kunasek scharf
„Ein Landeshauptmann, der einem Pakt zustimmt und wenige Tage später plant, ihn jedes einzelne Jahr zu brechen, handelt bewusst verantwortungslos", kritisierte daraufhin Swatek. "Die Steiermark gefährdet damit den Stabilitätspfad Österreichs und riskiert EU-Strafzahlungen, die am Ende alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler treffen."
Besonders kritisch sieht NEOS die Tatsache, dass die Steiermark Regierung trotz steigender Einnahmen immer tiefer in die Verschuldung rutscht. Den FinanzplanerInnen würden dank der SteuerzahlerInnen jährlich Rekordeinnahmen zur Verfügung stehen. 2025 betrugen diese 8,19 Milliarden Euro. Bis zum Jahresende 2029 steigen die Einnahmen auf über 9,25 Milliarden Euro – ein Plus von mehr als einer Milliarde Euro gegenüber dem Ausgangsjahr.
Trotz dieser zusätzlichen Mittel reicht das Geld laut Landeshaushalt Steiermark anscheinend nicht für eine ausgeglichene Budgetpolitik. Während die Einnahmen klettern, explodieren gleichzeitig die Ausgaben. Die Schulden der Steiermark lagen Ende 2024 bei etwa 6,42 Milliarden Euro. Die Prognose für Ende 2029: rund 10,13 Milliarden Euro.
„Noch nie hatte eine Landesregierung so viel Geld zur Verfügung. Noch nie hat man so wenig daraus gemacht", so Swatek weiter.
In nur einer Legislaturperiode entstünden somit neue Schulden in Höhe von 3,71 Milliarden Euro. Das entspreche circa 37 Prozent des gesamten Schuldenbergs, den das Bundesland seit Gründung der Zweiten Republik aufgebaut hat.
Stabilitätspakt: Die geplanten Obergrenzen im Detail
2026: 4,2 Prozent Gesamtverschuldung, davon 3,07 Prozent Bund und Sozialversicherung, 1,13 Prozent Länder und Gemeinden
2027: 3,5 Prozent Gesamtverschuldung, davon 2,7 Prozent Bund und Sozialversicherung, 0,8 Prozent Länder und Gemeinden
2028: unter drei Prozent Gesamtverschuldung, davon 2,31 Prozent Bund und Sozialversicherung, 0,69 Prozent Länder und Gemeinden
2029: 2,74 Prozent Gesamtverschuldung, davon 2,13 Prozent Bund und Sozialversicherung, 0,61 Prozent Länder und Gemeinden
Das Bundesland Steiermark wird laut eigenem Landesfinanzrahmen in keinem Jahr der FPÖ-ÖVP-Regierung diese Vorgaben erfüllen. Insgesamt plant man 817 Millionen Euro mehr an Schulden, als dem Land gesetzlich erlaubt wären.
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Finanzrahmen Steiermark: Einnahmen steigen kontinuierlich
Der Strategiebericht weist für den Gesamthaushalt sogenannte Einzahlungsuntergrenzen aus.
Diese geplanten Mindesteinnahmen steigen in jedem Jahr der Regierungsperiode:
2025: 8,19 Milliarden Euro
2026: 8,41 Milliarden Euro
2027: 8,65 Milliarden Euro
2028: 8,95 Milliarden Euro
2029: 9,25 Milliarden Euro
Von 2025 bis 2029 ergibt sich somit ein Plus von rund 1,06 Milliarden Euro.
Defizit Steiermark: Neuverschuldung erreicht Rekordniveau
2024 hat die Steiermark bereits so viele Schulden aufgenommen wie fünf andere Bundesländer zusammen.
2025, nach der Landtagswahl, stiegen die Neuschulden auf über 900 Millionen Euro. 2026 sollen erneut 800 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen werden.
Schuldenstand Ende 2024: 6,42 Milliarden Euro
Schuldenstand Ende 2029: 10,13 Milliarden Euro
Neuverschuldung 2025 bis 2029: rund 3,71 Milliarden Euro
Anteil der prognostizierten Gesamtschulden in der laufenden Legislaturperiode: 3,71 Milliarden von 10,13 Milliarden – das sind rund 37 Prozent.
Der Zinsaufwand des Landes verdoppelt sich bis 2029 nahezu. Laut Swatek wäre es wichtiger, "die Verwaltung zu modernisieren, das Gesundheitssystem neu aufzustellen oder die Förderlandschaft zu entrümpeln".
(LB/APA)
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