Flughafen Graz : Flughafen Graz im Sommermodus: Was könnte in die Quere kommen?

Außenansicht auf Flughafen Graz im Anfahrtsbereich bei blauem Himmel

Beim Flughafen Graz setzt man trotz geopolitischer Unsicherheiten auf sommerliche Urlaubsstimmung. 

- © Lichtmeister

Mit neuen Destinationen, dichteren Frequenzen und starkem Umsteigeangebot positioniert sich der Flughafen Graz als Drehscheibe im Süden Österreichs. Doch geopolitische Spannungen und steigende Kosten werfen Fragen zur Reiselust auf.


Mit dem Start des Sommerflugplans Ende März hebt der Graz Airport in eine neue Saison ab – und das mit einem klaren Anspruch: Wachstum, Vielfalt und internationale Anbindung. Rund 35 Destinationen stehen heuer auf dem Programm, von klassischen Badezielen bis zu europäischen Metropolen.

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Für Geschäftsführer Wolfgang Grimus ist das Angebot ein starkes Signal: Mit neuen Verbindungen und erhöhter Frequenz will sich der Standort als zentrale Mobilitätsdrehscheibe im Süden Österreichs behaupten. Besonders die neue Direktverbindung nach London sowie die Aufstockung der Zürich-Flüge auf bis zu sieben wöchentliche Verbindungen unterstreichen diesen Anspruch.

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Er wird gern als "Flughafen der kurzen Wege" bezeichnet – der Airport Graz ist ein wichtiger Standortfaktor für die Steiermark. 

- © Lichtmeister

Inseln dominieren den Sommer am Airport Graz

Der Blick auf die Ferienflüge zeigt eine klare Stoßrichtung: Sonne, Strand und Meer. Von den 15 klassischen Urlaubsdestinationen liegen gleich 13 auf Inseln – ein deutlicher Schwerpunkt im Portfolio.

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Allen voran Griechenland: Gleich sieben Ziele, darunter Kreta, Rhodos oder Kos, stehen zur Auswahl. Ergänzt wird das Angebot durch beliebte Mittelmeerinseln wie Mallorca, Sardinien oder Korsika. Neu im Programm ist Olbia auf Sardinien.


Auch Fernziele bleiben gefragt: Die Kanaren – etwa Gran Canaria und Teneriffa – werden saisonal bedient. Dazu kommen mit Antalya und Hurghada zwei Ganzjahresdestinationen, die weiterhin stark nachgefragt sind.
 

Der Trend ist eindeutig: Reisende suchen Erholung und greifen bevorzugt zu unkomplizierten Direktverbindungen.

Städte und Fernziele: Graz Flughafen als Zubringer-Drehscheibe

Neben dem Ferienverkehr bleibt auch der Linienflugbereich ein zentrales Standbein. Mehrere europäische Städte werden regelmäßig direkt angeflogen, darunter Berlin, Hamburg oder Düsseldorf.


Gleichzeitig gewinnt die Rolle als Zubringerflughafen an Bedeutung. Über große Drehkreuze wie Frankfurt, München oder Istanbul sind mit nur einem Umstieg mehr als 200 Destinationen weltweit erreichbar. Für die regionale Wirtschaft und Geschäftsreisende ist diese Anbindung ein entscheidender Standortfaktor.


Auch infrastrukturell spielt der Airport Graz seine Vorteile aus: Durch die Koralmbahn rückt der Süden Österreichs enger zusammen. Selbst aus Kärnten ist der Flughafen in kurzer Zeit erreichbar – ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil.

Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Höhenflug

Trotz der positiven Entwicklung bleibt ein Unsicherheitsfaktor: die geopolitische Lage. Der Konflikt rund um den Iran sorgt in der Branche für Verunsicherung – insbesondere mit Blick auf Treibstoffpreise und mögliche Auswirkungen auf Flugrouten.


Steigende Kosten könnten sich in höheren Ticketpreisen niederschlagen. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass die Reiselust der Menschen robust ist, wie es auch seitens des Flughafen Graz heißt. Seit der Pandemie ist der Wunsch nach Urlaub deutlich gestiegen – auch wenn dies mit höheren Ausgaben verbunden ist.

Bilanz des Flughafen Graz

Im Jahr 2025 verzeichnete der Flughafen Graz 831.095 Passagiere – ein Anstieg um knapp 12.000 Personen gegenüber 2024. 

Während der Linienverkehr moderat um 0,6 Prozent zulegte, trieb vor allem der Charterverkehr mit einem Wachstum von fast 4 Prozent die Entwicklung voran. Im Frachtbereich erreichte der Regionalflughafen Steiermark mit 19.500 Tonnen einen neuen Höchstwert.
 

„In diesem gerade für Regionalflughäfen herausfordernden Umfeld sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden", sagt Grimus.

Mittlerweile ist der Flughafen Graz sogar schon über 110 Jahre alt. Hier ein Rückblick auf das erste Jahrhundert.

Messen und Events: Graz Airport als Veranstaltungsort

Der Graz Airport positioniert sich zunehmend über seine klassische Funktion als Verkehrsknotenpunkt hinaus. 2025 fanden am Flughafengelände mehrere große Events statt: die ReiseZeit von Gruber-reisen als größte Reisemesse im Südosten Österreichs, die Gourmetveranstaltung Vollmund sowie der AC Styria Mobilitätskongress Contact. Letzterer zog 750 internationale Gäste an und präsentierte 86 ausstellende Unternehmen und Institutionen.
 

Im Personalbereich erhielt die Holding Graz für den Flughafen kürzlich das BGF-Gütesiegel für weitere drei Jahre.

Der Flughafen Graz als "Tor zur Welt".

Nachhaltigkeit: Elektromobilität und Solarenergie

Nach der Umsetzung der elektrischen Bodenstromversorgung, dem Ausbau von E-Ladepunkten und der Fertigstellung der PV-Anlage auf dem Parkhausdach (diese liefert den selbst erzeugten Strom unter anderem direkt an die Bodenstromversorgung) stehen weitere Schritte in Richtung Klimaneutralität an. 

Geplant sind die LED-Umstellung in der großen Gerätehalle und im Segelfliegerhangar sowie die Anschaffung eines E-Fahrzeugs für den Vorfeldkoordinator, eines elektrischen Trinkwasserfahrzeugs und zweier elektrischer Förderbänder.
 

Ende 2025 erhielt der Flughafen Graz die bereits siebenundzwanzigste Ökoprofit-Auszeichnung.

PV-Freiflächenanlage: Größte Einzelmaßnahme des städtischen Masterplans

„Die Verkehrsentwicklung ist natürlich unser Rückgrat. Aber auch andere Themen dürfen nicht außer Acht gelassen werden", sagt Jürgen Löschnig, Geschäftsführer des Flughafen Graz. So haben wir im letzten Jahr wieder einiges im Umweltbereich bewegen können."

Ein bedeutendes Projekt stellt die geplante PV-Freiflächenanlage am Flughafengelände dar. In der ersten Ausbaustufe soll die Anlage eine Leistung von rund 16 MWp erreichen und damit mehr als 50 Prozent der größten Einzelmaßnahme des städtischen PV-Masterplans ausmachen. Die Realisierung erfolgt auf etwa 11 Prozent der Wiesenflächen des Graz Airport und soll einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Energieversorgung leisten.

Holding Graz: Neue Führungsstruktur für den Airport

Nach dem Ausscheiden von Wolfgang Malik aus den operativen Funktionen der Holding Graz Ende 2025 übernahm Mark Perz ab 2026 die Zuständigkeit in der Generalversammlung des Airports. Perz ist Vorstand für die Sparte Mobilität & Freizeit der Holding Graz. Organisatortisch gehört der Flughafen seit 1. Jänner zu diesem Bereich.
 

Zur strategischen Weiterentwicklung – insbesondere im Kontext der Area Süd – richtete die Holding Graz zusätzlich einen Aufsichtsrat mit ausgewiesenen LuftfahrtexpertInnen ein. Gemeinsam mit dem Flughafenmanagement liegt der Fokus auf einer wirtschaftlich und strategisch fundierten Positionierung des Graz Airport als leistungsfähige, international vernetzte Drehscheibe.
 

„Der Graz Airport ist für unsere Stadt und Südösterreich unverzichtbar. Er verbindet die Grazerinnen und Grazer mit der Welt und ist gleichzeitig ein wichtiger Knotenpunkt für Wirtschaft und Tourismus", sagt Manfred Eber, Stadtrat für Beteiligung.

Auch Gert Heigl, CEO der Holding Graz, hebt die Bedeutung des Flughafens hervor: „Seit der Übernahme der Bundes- und Landesanteile im Jahr 2004 hat sich der Flughafen in Graz zu einem wichtigen Asset der Stadt Graz und der Holding Graz entwickelt." Das würden die gestiegenen Passagierzahlen als auch das Rekordergebnis im Frachtbereich untermauern.

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