OÖ Wohnbau : Wohnbauförderung Oberösterreich: Nachverdichtung und Fixzins als Super-Problemlöser

Panoramablick auf Linz mit Donau

In Linz sollen bereits die Hälfte aller geplanten Bauvorhaben über die Nachverdichtungsverordnung gefördert werden. 

- © Daniel - stock.adobe.com

Oberösterreich bleibt in seiner Wohnbaupolitik am Gas. Die Bilanz für 2025 fällt dementsprechend aus: Insgesamt 4.260 Wohneinheiten wurden gefördert, darunter 2.284 Mietwohnungen, 1.408 Eigenheime und 54 Heimplätze. 

Mit einem Darlehensvolumen von 362,3 Millionen Euro übertrifft die Wohnbauförderung Oberösterreich damit ihre Erfolgsquote das Vorjahr, als noch 268,4 Millionen Euro erreicht wurden.

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Das oberösterreichische Wohnbauressort deckt damit rund 50 Prozent des geschätzten Wohnungsbedarfs ab. Laut Eigenangaben ist dieser Wert bundesweit einzigartig. Der ermittelte jährliche Wohnungsbedarf für Oberösterreich liegt bei etwa 8.400 Einheiten.

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Oberösterreich errichtete in den letzten 14 Jahren durchschnittlich rund 11.300 Wohnungen jährlich. Gemessen an der Gesamtbevölkerung und auf Pro-Kopf-Basis liegt die Wohnbautätigkeit Oberösterreichs um knapp ein Drittel über jener Wiens

Neubau und Nachverdichtung: Flächenschonend Wohnraum schaffen

Im Bereich Neubau und Nachverdichtung wurden 3.963 Wohneinheiten mit einem Kreditvolumen von 362,3 Millionen Euro bereitgestellt. 

Die neue Nachverdichtungs-Verordnung wurde 2025 eingeführt. Bereits in dem Jahr wurden damit 705 Wohnungen gefördert. Diese entstehen auf bereits versiegelten Flächen, durch Umnutzung vorhandener Bausubstanz oder durch Aufstockungen bestehender Gebäude.
 

Von 2020 bis 2025 konnten insgesamt 13.763 Miet- und Eigentumswohnungen mittels dieser beiden Instrumente gefördert errichtet werden – ein Durchschnitt von etwa 2.300 Einheiten jährlich.

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Eigenheimförderung mit Fixzins: Massive Steigerung der Förderanträge

Mit der Eigenheimförderung mit ihrem 1,5-Prozent-Fixzinssatz entstanden 1.388 Eigenheime und Reihenhäuser. Das entspricht 1.408 Wohneinheiten. Diese wurden mit einem Darlehensvolumen von 117,8 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich flossen 4,8 Millionen Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse.
 

Die Resonanz auf diese Zinsoption war sehr positiv. Die Förderanträge stiegen um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das oberösterreichische Wohnbauressort übernimmt inzwischen knapp 90 Prozent der Finanzierungslast, da die bundesweite Wohnbauoffensive ihre Zuschüsse zum 31. Dezember 2028 einstellen wird. Der 1,5-Prozent-Fixzins wurde mittlerweile auch für die ersten zehn Jahre der Finanzierung angeboten.

Sanierungen erreichen Rekordniveau

Die Sanierungsförderung erlebte 2025 einen Sprung nach oben: Insgesamt 9.359 Wohneinheiten wurden mit bezuschussten Darlehen in Höhe von 148,9 Millionen Euro sowie 20,3 Millionen Euro Bauzuschüssen erneuert. Hinzu kamen 26 Heimplätze. Davon entfallen 5.300 Einheiten auf Mehrgeschoßwohnungen, 3.812 auf Einfamilienhäuser und Kleinhaushäuser sowie 247 auf nachträgliche Lifteinbauten.
 

Dieser Aufschwung bei Sanierungen korrespondiert mit einem wünschenswerten Trend: Der Leerstand in Ortskernen soll reduziert werden, während gleichzeitig die Bodenversiegelung gebremst werden soll. Durch das Wiederbeleben vorhandener Gebäude entsteht wertvollen Wohnraum, ohne neue Flächen zu verbrauchen.

Wohnbeihilfe: 57,2 Millionen Euro für 23.748 EmpfängerInnen

Die oberösterreichische Wohnbeihilfe zahlte 2025 an durchschnittlich 23.748 FörderempfängerInnen insgesamt 57,2 Millionen Euro aus – etwa 2,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 

Bearbeitet wurden 3.808 Erst- sowie 27.194 Folgeansuchen. Das Referat verzeichnete täglich etwa 596 Posteingänge bei insgesamt 148.958 eingegangenen Anträgen. Rund 88.163 Schreiben wurden versandt, davon 22.907 Erinnerungen zur Neubewilligung und 26.739 Zusicherungen.
 

Mit dem Wohnbeihilfen-Pensionsbonus, der seit Jahresbeginn 2024 besteht, soll eine Antwort auf die Altersarmut gefunden werden. Rund 7.836 RentnerInnen erhielten monatlich bis zu 45 Euro zusätzliche Unterstützung. Das macht ein Drittel aller Wohnbeihilfen-BezieherInnen aus. 

Der statistisch dokumentierte Hintergrund: Ein Drittel aller alleinstehenden Personen über 64 Jahren sind Frauen, die überdurchschnittlich häufig von Armutsgefährdung betroffen sind.

Ausblick auf 2026: Über 2.000 Wohneinheiten zugesichert

Für 2026 hat die Wohnbauförderung Oberösterreich bereits ihre Marschrichtung vorgegeben. Dem Bauprogramm zufolge werden über 2.000 Wohneinheiten zusätzlich zugesichert. Davon sollen knapp 700 als Mietkaufwohnungen realisiert werden und über 600 mittels Nachverdichtungsprojekten entstehen.
 

Bemerkenswert ist die räumliche Verteilung: In Linz sollen bereits die Hälfte aller geplanten Bauvorhaben über die Nachverdichtungsverordnung gefördert werden. Doch auch in ländlichen Gebieten wächst die Nachfrage nach Nachverdichtungsprojekten.

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