Spar News : Spar Gruppe steigert Umsatz und baut Marktführerschaft weiter aus

Das Logo eines "Interspar"-Supermakts

Spar betreibt in Österreich und fünf Nachbarländern knapp 3.100 Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkte sowie 32 Shopping-Center. 

- © APA/HANS KLAUS TECHT

Das starke Eigenmarkengeschäft hat der Spar Gruppe in Österreich zuletzt weiteres Wachstum gebracht. Der Verkaufsumsatz von Spar Österreich kletterte um 4,2 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro

Besonders die Eigenmarken des Unternehmens mit Hauptsitz in Salzburg legten zu, darunter "S-Budget" mit einem Plus von 8 Prozent. 

Negativ auf das Geschäftsergebnis wirkten sich hingegen die defizitäre Sportkette Hervis, die im Jänner veräußert wurde, sowie Sondersteuern in Ungarn aus.

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Negativ auf das Geschäftsergebnis wirkten sich u.a. Sondersteuern in Ungarn aus.

- © ATTILA KISBENEDEK / AFP

Spar Österreich: Marktführerschaft weiter ausgebaut

Spar überholte im Jahr 2020 erstmals den Konkurrenten Rewe (u.a. Billa, Penny) und führt den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel seitdem mit wachsendem Abstand an. 

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Laut Daten von NielsenIQ, zitiert vom Online-Fachmagazin "Key Account" im Februar, hielt Spar Österreich zuletzt einen Marktanteil von 36,8 Prozent. Rewe kam auf 32,3 Prozent, die Diskonter Hofer und Lidl teilten sich gemeinsam 25,5 Prozent. 

Durch die Übernahme von 25 Unimarkt-Filialen erwartet die Spar Gruppe einen Marktanteilsgewinn von 0,2 Prozentpunkten. 20 der ehemaligen Unimarkt-Standorte werden seit der kartellbehördlichen Genehmigung Ende Jänner von selbstständigen Spar-Kaufleuten geführt, fünf weitere betreibt die Spar AG direkt.

Kritik an Lebensmittelpreisdiskussion und Regulierungskosten

Spar-Chef Hans Reisch kritisiert eine aus seiner Sicht einseitige "Preisdiskussion". 

"Uns ärgern die multinationalen Konzerne, die uns beliefern, und eine zweistellige Gewinnmarge haben", sagt Reisch. Die eigene EBT-Marge liege unter 2 Prozent. Reisch hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass Spar gegenüber internationalen Konzernen wie Procter & Gamble, Johnson & Johnson und Nestlé keine Marktmacht besitzt.
 

Die von der Regierung geplanten Maßnahmen zur Lebensmittelpreistransparenz – größere Grundpreisauszeichnung und Warnhinweise bei "Shrinkflation" – sieht der Spar-CEO kritisch, weil sie bei Händlern höhere Kosten verursachen. Auch die technische Umsetzung der Mehrwertsteuer-Senkung auf zentrale Produkte des täglichen Bedarfs auf 4,9 Prozent sei für Händler "irrsinnig" aufwendig.

Spar Gruppe: Bruttoumsatz überschreitet 22 Mrd. Euro

Der Bruttoverkaufsumsatz der Spar-Österreich-Gruppe – inklusive ausländischer Supermarkttöchter, Hervis und SES Einkaufszentren – wuchs um 4 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro

Das Familienunternehmen (als solches gehört Spar zu den stärksten der Welt) betreibt in Österreich und fünf Nachbarländern knapp 3.100 Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkte sowie 32 Shopping-Center. Rund ein Drittel der österreichischen Filialen liegt in den Händen selbstständiger Spar-Kaufleute. Für die gesamte Spar Gruppe arbeiteten 2025 über 93.000 MitarbeiterInnen, davon 51.000 in Österreich.
 

Die Spar-Österreich-Gruppe gehört zu 93 Prozent den Gründerfamilien Drexel, Poppmeier und Reisch sowie einigen weiteren österreichischen KleingesellschafterInnen. Hans K. Reisch, Enkel des Spar-Gründers Hans F. Reisch, leitet das Unternehmen seit November 2023.

Spar Ungarn: Sondersteuer und Margenbeschränkung kosten über 120 Mio. Euro

Das Ungarn-Geschäft der Spar Gruppe steht massiv unter Druck. Laut Reisch ist die Ungarn-Tochter "hochnegativ". Eine staatlich verordnete Sondersteuer schlug 2024 mit 85 Mio. Euro zu Buche. Eine Lebensmittel-Margenbeschränkung kostete weitere 37 Mio. Euro. 

Ungarn erhebt seit 2022 eine Sondersteuer von bis zu 4,5 Prozent des Nettoumsatzes im Lebensmitteleinzelhandel. Im Frühjahr 2025 kam für ausländische Supermarktketten zusätzlich eine Handelsspannenobergrenze bei Grundnahrungsmitteln hinzu. 

Spar Ungarn hat in Brüssel Widerstand gegen beide Maßnahmen angekündigt – gegen die Sondersteuer und den Preisdeckel laufen EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn. "Wir wollen im Land bleiben unter vernünftigen Voraussetzungen", so Reisch.

Expansion 2026: Fokus auf Ostösterreich, Norditalien und Kroatien

Als Erfolge des vergangenen Jahres nennt Reisch den Ausbau der Spar-Express-Tankstellenshops in Österreich sowie die neu erreichte Marktführerschaft in Slowenien

Für 2026 plant die Spar Gruppe Wachstum in Ostösterreich, der norditalienischen Region Emilia-Romagna und Kroatien. Im laufenden Geschäftsjahr sind Investitionen von rund 800 Mio. Euro vorgesehen – neben der Expansion auch für die Modernisierung bestehender Filialen, darunter Interspar-Standorte.

Hervis nach mehr als 50 Jahren verkauft

Vor kurzem trennte sich die Spar Gruppe nach über einem halben Jahrhundert von ihrer Sporthandelstochter Herviswir haben berichtet. Die angestrebte Neupositionierung der Kette habe nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht, erklärt Reisch. "Hervis ist nicht unser Stammgeschäft." 

In den Jahren 2023 und 2024 häufte Hervis inklusive bilanztechnischer Abschreibungen Verluste von über 100 Mio. Euro an. Zahlen für 2025 stehen noch aus.  (LB/APA)
 

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