Pfandrückgabe Österreich : Plastiksteuer kommt nicht: Warum sich die Branche erleichtert zeigt
Bei der Maschine Tomra R2 kann das Leergut direkt eingeleert werden.
- © TomraIn aller Kürze:
- Pfandrückgabe Österreich erzielt Rekordzahlen beim Einwegpfand
- Plastiksteuer kommt nicht.
Das österreichische Einwegpfandsystem erzielt beeindruckende Ergebnisse in seinem ersten Jahr. Und auch politisch gibt es Rückenwind: Die Bundesregierung hat sich gegen die Einführung einer Plastiksteuer entschieden.
Für Unternehmen und den Handel schafft das Planungssicherheit – und den nötigen Spielraum, um die Pfandrückgabe in Österreich gezielt weiterzuentwickeln.
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Einwegpfand Österreich: Rückblick und Prognose
2025 trat in Österreich ein landesweites Pfandrückgabesystem für Einweg-Getränkebehälter in Kraft. Bereits im ersten Betriebsjahr kamen rund 1,4 Milliarden Flaschen und Dosen zurück. Das entspricht einer Rücklaufquote von über 80 Prozent.
Für 2026 rechnet die Branche mit rund 2,6 Milliarden in Verkehr gebrachten Gebinden und strebt eine Rücklaufquote von 90 Prozent an.
Pfandrückgabesysteme: Bequemlichkeit als Faktor
Pfandrückgabesysteme (DRS) gehören in vielen Märkten längst zum festen Bestandteil des Recyclings. Rund um den Earth Day wird nun ein Punkt in den Fokus gerückt: Es geht nicht mehr darum, ob diese Systeme grundsätzlich funktionieren, sondern wie man sie konsequent verbessern kann.
Da wäre etwa die Bequemlichkeit der Rückgabe. Denn je einfacher und zugänglicher die Rückgabemöglichkeiten gestaltet sind, desto regelmäßiger greifen KonsumentInnen darauf zurück.
Einwegpfand Österreich: Rücknahme dort, wo der Alltag stattfindet
Damit das Pfandrückgabesystem sein volles Potenzial entfaltet, muss Recycling dort stattfinden, wo Menschen sowieso sind. Eine wachsende Zahl an Rücknahmeautomaten außerhalb des klassischen Lebensmitteleinzelhandels macht das möglich und senkt die Hemmschwelle zur Nutzung.
Turmöl hat an 67 Tankstellen Tomra-S1-Lösungen installiert, sodass KundInnen Leergut auch unterwegs zurückgeben können. Bei Großveranstaltungen kommt der Tomra R1 zum Einsatz – etwa beim Nova Rock oder beim Frequency Festival. Dort werden große Mengen an Leergut in kurzer Zeit effizient erfasst.
Technisch zuverlässig müssen die Systeme natürlich auch sein. „Komfort entsteht nicht allein durch gute Erreichbarkeit, sondern vor allem durch Verlässlichkeit. Sind Rücknahmeautomaten nicht einsatzbereit, leidet das Vertrauen der Verbraucher rasch", sagt Daniel Olah, Geschäftsführer von Tomra Collection Austria mit Sitz in Brunn am Gebirge (Niederösterreich).
Eine dauerhaft hohe Verfügbarkeit sei daher entscheidend: "Aktuell erreichen wir bei unseren installierten Anlagen in Österreich eine Uptime von rund 95 Prozent."
Komfort steigert Nutzung und wirtschaftlichen Erfolg
Fast die Hälfte der Befragten der Tomra-Verbraucherforschung bevorzugt Multi-Feed-Rücknahmeautomaten, weil sich damit mehrere Behälter gleichzeitig zurückgeben lassen. Das beschleunigt den Prozess merklich.
Viele österreichische EinzelhändlerInnen haben auf diesen Bedarf bereits reagiert und entsprechende Systeme implementiert. Besonders positiv fällt das Feedback von Eurospar Uher in Bad Erlach (Niederösterreich) aus:
„Vor etwa sechs Monaten haben wir den Tomra R2 in unserer Eurospar-Filiale in Bad Erlach in Betrieb genommen", erzählt Inhaberin Birgit Uher. "Leergut kann direkt aus der Einkaufstasche in den Automaten geleert werden, was den Rückgabeprozess deutlich beschleunigt. Seit der Einführung verzeichnen wir spürbar höhere Rückgabemengen."
Zudem sei der Pfandrückgabeprozess längst zu einem zusätzlichen Entscheidungsfaktor für den Einkauf in der Filiale geworden, ist sich Uher sicher.
Keine Plastiksteuer in Österreich – Kreislaufwirtschaft gestärkt
Der Beschluss der Bundesregierung vom 22. April 2026, keine Plastiksteuer einzuführen, stößt in der Branche auf breite Zustimmung.
Die EWP Recycling Pfand Österreich sieht darin ein wichtiges Signal für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Co-Geschäftsführerin Monika Fiala kommentiert: „Wir haben im vergangenen Jahr mit der Einführung des Einweg-Pfandsystems gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft funktionieren kann: hohe Akzeptanz bei KonsumentInnen, sortenreine PET-Ströme, kontinuierlich steigende Sammel- und Recyclingquoten sowie ein geschlossener Bottle-to-Bottle-Kreislauf."
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Auch die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigt sich erleichtert. Die Einführung einer solchen Abgabe wäre eine zusätzliche Belastung und anstatt einer Inflationsbremse ein Inflationsturbo gewesen, meint etwa Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie.
"Denn die geplante Plastiksteuer hätte etablierte, erfolgreiche Recyclingsysteme untergraben, falsche umweltpolitische Anreize gesetzt und sowohl die Wirtschaft als auch die KonsumentInnen massiv belastet."
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