Vöslauer Mineralwasser GmbH : Was macht der Einwegpfand mit Österreichs Getränkebranche?

Große Werbefläche mit Vöslauer Mineralwasser Kampagne, die Künstlerin Nina Chuba abgebildet.

"Bleib durstig"-Werbekampagne von Vöslauer in Deutschland mit der Künstlerin Nina Chuba.

- © Vöslauer

Das neue Einwegpfand brachte 2025 deutliche Umwälzungen für die Getränkebranche in Österreich.

So schrumpfte etwa zwischen Jänner und September der Mineralwassermarkt um 12,7 Prozent. Die Vöslauer Mineralwasser GmbH verzeichnete hingegen lediglich einen Rückgang von 7,7 Prozent. Unter den großen Marken weist das Unternehmen aus Bad Vöslau damit den niedrigsten Absatzrückgang auf.

Die Rückgänge führt Vöslauer neben dem neuen Pfandsystem auch auf den kühlen Sommer 2025 zurück. Im Mineralwassermarkt Österreich hält Vöslauer einen Marktanteil von etwa 39 Prozent. Auch im Near-Water-Segment hat der Produzent seit 2023 den größten Anteil.

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Getränkebranche in Transformation: Vöslauer-Chef sieht Vorteil in Vorbereitung

Veränderungen in der Branche zeigen sich konkret im Kaufverhalten: KonsumentInnen bevorzugen zunehmend wiederverwendbare Verpackungen gegenüber Einweggebinden.

„Die Getränkebranche befindet sich in einem Jahr der Transformation", sagt Herbert Schlossnikl, Geschäftsführer von Vöslauer. "Dass Vöslauer unter den Top-Marken den geringsten Absatzrückgang aufweist, unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger Vorbereitung sowie konsequenter Investitionen in Innovation und Nachhaltigkeit."
 

Das Unternehmen hatte sich laut eigenen Angaben bereits vor Einführung des Einwegpfands Österreich auf kommende Veränderungen eingestellt.

Vöslauer Flavours und Mehrweg treiben Umsatz

Zwei Bereiche stützten die Absatzentwicklung beim Mineralwasser besonders: Das Near-Water-Sortiment Vöslauer Flavours legte 2025 zweistellig zu. Der Umsatz stieg um 14,3 Prozent, der Absatz um 12,9 Prozent (Quelle: NielsenIQ, LEH exkl. H/L, Near Water, Umsatz & Absatz, YTD KW 40 2025). Das Mehrwegsegment zeigte ebenfalls eine dynamische Entwicklung mit einem Umsatzplus von 16 Prozent.


„Seit der Einführung des Einwegpfands beobachten wir eine Veränderung im Konsumverhalten: Konsument:innen greifen verstärkt zu Mehrweg – ein Trend, auf den wir seit Jahren konsequent hinarbeiten", sagt Yvonne Haider-Lenz, Leiterin Innovation bei der Vöslauer GmbH. 

Laut Haider-Lenz ist Vöslauer das einzige Unternehmen in Österreich, das eine PET-Mehrwegflasche anbietet und zusätzlich auch Glas-Mehrweg im Sortiment hat.

19 Millionen Euro Investition in neue Aseptik-Anlage

Produktinnovationen prägen die Strategie der Vöslauer Mineralwasser GmbH seit Jahren. 2026 steht ein wichtiger Schritt bevor: Am Produktionsstandort Bad Vöslau nimmt eine Aseptik-Anlage den Betrieb auf. Diese soll den Eintritt in weitere Produktkategorien ermöglichen.


„Dafür investieren wir insgesamt 19 Millionen Euro, davon 15 Millionen in die Anlage selbst und 4 Millionen in die zugehörige Infrastruktur", erklärt Schlossnikl. Der Aufbau beginnt im Jänner, ab Mai 2026 soll die Anlage produktionsbereit sein.

Für 2026 sind sechs Produkteinführungen geplant, zwei davon bereits im Jänner.

Deutschland als strategischer Wachstumsmarkt

Der deutsche Markt gewinnt für Vöslauer zunehmend an Bedeutung: Rund 70 Millionen Flaschen werden dort jährlich verkauft. Mit einem Distributionsgrad von 90 Prozent und positiven Reaktionen auf Marken- und Haltungskampagnen baut das Unternehmen seine Präsenz kontinuierlich aus. 

Ende 2023 wurde die Vöslauer Deutschland GmbH gegründet, 2025 folgte die Eröffnung eines Büros in Frankfurt.

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