Clean Industrial Deal : Round Table of Experts: In Österreich müssen Clean Industrial Deal und Green Deal zusammenfinden
Grüne Technologien bleiben auch in Zukunft ein zentrales Asset für die österreichische Wirtschaft und werden für den Export an Bedeutung gewinnen.
Die WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN haben drei profunde Expertinnen und Experten gefragt: Warum schließen sich Green Deal und Clean Industrial Deal nicht aus? Wie kann und muss Österreich weiterhin auf die „Grüne Transformation“ setzen?
Nie mehr die wichtigsten Nachrichten über Österreichs Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!
Wettbewerbsfähigkeit der EU stützen
Michaela Länger, kaufmännische Geschäftsführerin Siemens Energy in Österreich
Der Clean Industrial Deal sowie der Green Deal sind wichtige Vorhaben für die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand der EU sowie für die Unterstützung der Industrie, um eine nachhaltige und widerstandsfähige Zukunft zu sichern.
Dazu gehört auch eine zuverlässige Netzinfrastruktur, die für die Integration erneuerbarer Energien und die Versorgungssicherheit unerlässlich ist. An den Netzknotenpunkten spielen dabei Transformatoren eine zentrale Rolle. Industriestaaten wie Europa und die USA stehen vor der Herausforderung, dass sie nicht nur zahlreiche Transformatoren neu bauen, sondern auch ältere ersetzen müssen.
Mit unseren Produktionen in Weiz und Linz trägt Siemens Energy maßgeblich zur nachhaltigen industriellen Transformation und zur Integration erneuerbarer Energien bei. Wir investieren daher in die Ausbildung unserer Mitarbeitenden und in unsere Fertigungskapazitäten, wie in Wollsdorf bei Weiz, um den weltweit gestiegenen Bedarf zu decken und die Energiewende voranzutreiben.
Technologie- und Innovationsoffensive als Investment
Juergen Rechberger, Vice President Fuel Cell bei AVL
Der Klimawandel ist das komplexeste Problem, vor dem die Welt jemals stand. In den letzten Jahren schlug das Pendel sehr stark in Richtung Green Deal aus. Kürzlich schlug das Pendel in die Gegenrichtung – Industrielle Wettbewerbsfähigkeit – zurück.
Die jährlich steigenden Klimawandelfolgeschäden zeigen uns, dass wir eine Balance finden müssen zwischen den notwendigen grünen Ambitionen und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Aufgrund des überschaubaren Beitrags Europas an den globalen CO2-Emissionen, liegt unser größter globaler Hebel wohl nicht in teuren Subventionen von Elektroautos und dem Erneuerbaren-Ausbau, die ohnehin bereits weitgehend wettbewerbsfähig zu ihren fossilen Alternativen sind.
Als Wissensgesellschaft sollte Europa eher in eine groß angelegte Technologie- und Innovationsoffensive investieren. Mit neuen grünen Technologien aus Europa könnten wir die Mobilitäts- und Energiewende global zu einem Selbstläufer machen und damit auch langfristig lokale Wertschöpfung sichern.
Das könnte Sie auch interessieren: Wie sich Europa neu erfinden kann – und muss
Hans Roth, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Saubermacher
Grüne Technologien sind ein zentraler Erfolgsfaktor für eine zukunftssichere und wettbewerbsfähige Industrie. Investitionen in Nachhaltigkeit stärken nicht nur Innovation und Wertschöpfung, sondern sichern auch Arbeitsplätze.
Saubermacher setzt seit Jahrzehnten auf gelebte Kreislaufwirtschaft und sieht täglich, dass nachhaltige Lösungen einen wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Österreich verfügt über das Know-how und die Innovationskraft, um eine führende Rolle in der Clean Economy einzunehmen. Unternehmen wie Andritz, Komptech, Redwave und Lindner Recyclingtech beweisen, dass Spitzenleistungen ‚Made in Austria‘ sind. Um diesen Vorsprung zu sichern, braucht es stabile Rahmenbedingungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Lesen Sie auch hier einen Expertenkommentar von Hans Roth zu Nachhaltigkeit im Unternehmen