Weiz Steiermark : Stadtgemeinde Weiz startet Stärkungsprozess: Was steckt hinter dem Finanzprojekt?
Inhalt
- Steigende Pflichtausgaben treffen auf stagnierende Einnahmen
- Leistungen für umliegenden Gemeinden als Belastung
- BDO Austria als externer Partner im Stärkungsprozess
- Parteiübergreifende Steuerungsgruppe trägt den Prozess
- Erste Ergebnisse des Gemeindebudget-Projekts im Herbst erwartet
- Kein Sparpaket – Fokus auf gezielte Effizienz
NICHT Ziel des Stärkungsprozesses ist die Umsetzung eines pauschalen Sparpakets oder sogenannte Rasenmäher-Kürzungen.
- © Stadt WeizÖsterreichische Kommunen stehen vor wachsenden finanziellen Belastungen. Steigende Pflichtausgaben treffen auf ein wirtschaftlich unsicheres Gesamtumfeld. Das hinterlässt Spuren in den Gemeindehaushalten.
Die Stadtgemeinde Weiz zählt zu den finanzstärksten Kommunen der Steiermark – bei der Steuerkraftkopfquote liegt sie landesweit auf Platz 7. Doch auch hier spürt Bezirkshauptstadt den wachsenden Druck. Die Gemeinde Weiz hat deshalb einen Stärkungsprozess gestartet, um die hohe Lebensqualität für kommende Generationen zu erhalten.
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Steigende Pflichtausgaben treffen auf stagnierende Einnahmen
Der kürzlich präsentierte Rechnungsabschluss 2025 belegt, dass Weiz finanziell stabil ist und investitionsfähig bleibt. Zugleich zeigt er eine klare Tendenz: Der Spielraum für Investitionen wird enger.
Als Hauptursache nennt die Stadt stark gewachsene gesetzlich verpflichtende Ausgaben, denen stagnierende Einnahmen gegenüberstehen. Hinzu kommen veränderte Rahmenbedingungen – ein grundlegend gewandelter Arbeitsmarkt, komplexer gewordene kommunale Aufgaben sowie globale Krisen, die das wirtschaftliche Umfeld belasten.
Leistungen für umliegenden Gemeinden als Belastung
Als Bezirkshauptstadt erbringt die Stadtgemeinde Weiz außerdem Leistungen für die umliegenden Gemeinden der Region, die teilweise nicht ausreichend abgegolten werden.
Die Stadt sieht es als ihr zentrales Anliegen, dass die Lebensqualität in Weiz langfristig auf einem hohen Niveau bleibt. Dafür brauche es eine effiziente Verwaltung sowie einen dauerhaft positiven Budgetrahmen, der künftig genug Gestaltungsspielraum für Projekte und Investitionen bietet.
„Wir merken, dass unser finanzieller Spielraum kleiner wird. Deshalb wollen wir rechtzeitig daran arbeiten, Weiz wieder so stark zu machen, wie es einmal war. Das gelingt nur mit Mut und Weitsicht und einem Prozess, der von Transparenz und Fairness geprägt ist", sagt Bettina Bauernhofer, Bürgermeisterin der Stadt Weiz.
BDO Austria als externer Partner im Stärkungsprozess
Für den Stärkungsprozess hat die Gemeinde Weiz das Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen BDO Austria als begleitenden Partner gewonnen. Laut externer Einschätzung von BDO ist die aktuelle Finanzlage der Stadt gut – ein günstiger Ausgangspunkt, um aus einer Position der Stärke heraus Synergien und Optimierungspotenziale zu erschließen.
Die Stadt will frühzeitig vorausschauend handeln, sich langfristig robust aufstellen und gar nicht erst in eine Lage geraten, die tiefgreifende Einschnitte notwendig machen würde.
„Auch Weiz ist nicht losgelöst von den allgemeinen Rahmenbedingungen. Wir spüren die Unsicherheit in der Wirtschaft und wollen jetzt agieren, wo wir aus der Position der Stärke heraus Möglichkeiten zur Gestaltung haben", sagt Roman Neubauer, Finanzreferent der Stadt Weiz.
Parteiübergreifende Steuerungsgruppe trägt den Prozess
Der Stärkungsprozess ist bewusst breit aufgesetzt. Die Verwaltungsebene ist aktiv eingebunden, um fundierte Effizienzpotenziale zu erarbeiten und gleichzeitig Akzeptanz für Veränderungen zu schaffen.
Die strategischen Leitlinien legt eine politische Steuerungsgruppe fest, die Entscheidungen für den Gemeinderat vorbereitet und aufbereitet. Sie besteht aus den StadträtInnen sowie dem Obmann des Prüfungsausschusses und ist damit parteiübergreifend besetzt – mit VertreterInnen aller im Gemeinderat vertretenen Parteien.
Erste Ergebnisse des Gemeindebudget-Projekts im Herbst erwartet
Der formelle Startschuss fiel am 10. April 2026 mit einem Auftakt-Workshop. In den kommenden Wochen und Monaten arbeiten Arbeitsgruppen daran, Potenziale für mehr Effizienz sichtbar zu machen und geeignete Maßnahmen auszuarbeiten. Bereits im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen, die als Entscheidungsgrundlage für die weiteren Schritte dienen.
Die konkreten Projektziele:
- Langfristig ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um wichtige Projekte realisieren zu können.
- Gezielte Überprüfung und Weiterentwicklung von Abläufen, Arbeitsweisen sowie der Verteilung von Personal- und Finanzressourcen.
- Mehr Transparenz darüber, welche Aufgaben die Gemeinde wahrnimmt, wie sie arbeitet und wofür Ressourcen eingesetzt werden – als Basis für nachvollziehbare Entscheidungen.
- Stadtgemeinde Weiz soll sicherer und attraktiver Arbeitgeber bleiben.
Kein Sparpaket – Fokus auf gezielte Effizienz
Ausdrücklich kein Ziel des Prozesses ist die Umsetzung eines pauschalen Sparpakets oder sogenannter Rasenmäher-Kürzungen. Im Vordergrund stehen stattdessen gezielte Verbesserungen, Effizienzgewinne und eine klare Prioritätensetzung.
„Ein solcher Prozess ist immer auch eine Chance, Dinge neu zu denken und gezielt weiterzuentwickeln", sagt Peter Pilz von BDO Austria. "Entscheidend ist, gemeinsam klare Prioritäten zu setzen und Maßnahmen zu definieren, die spürbare Verbesserungen bringen – sowohl organisatorisch als auch wirtschaftlich."
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