Nachhaltigkeit im Unternehmen : 5 Experts zu Nachhaltigkeit im Unternehmen: Ist Klimaschutz für Österreich rentabel?
Zahlen sich Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Co für Österreichs Unternehmen aus – oder zahlen sie drauf?
- © adobe stock/kinomasterHans Roth: „Macht Unternehmen unabhängiger“
Hans Roth, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Saubermacher
„Klare Standards geben Betrieben Planungssicherheit, senken Investitionsrisiken und öffnen neue Märkte. Angesichts geopolitischer Krisen und wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt Nachhaltigkeit das stabilste Geschäftsmodell für heimische Betriebe.
Kreislaufwirtschaft macht Unternehmen unabhängiger von Rohstoffimporten, senkt den Energiebedarf der Primärproduktion, steigert die Kosteneffizienz und schafft neue Wertschöpfung im Land. Wer wie Saubermacher in innovative Recyclingprozesse, klimafreundliche Logistik und digitale Services investiert, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit, schafft zusätzlich Green Jobs und beweist, dass ökologisches Handeln ökonomisch das beste Modell für die Zukunft ist.“
Lesen Sie hier mehr von Hans Roths Expertise: Clean Industrial Deal und Green Deal müssen zusammenfinden
Markus Maierhofer: „Nachhaltigkeit IST Antwort“
Markus Maierhofer, CEO von FIMA Industries
"Nachhaltigkeit ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine der entscheidenden Antworten auf die geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Gerade jetzt zeigt sich, dass traditionelle Geschäftsmodelle an ihre Grenzen stoßen.
Ressourcenknappheit, Energiekosten und Lieferkettenkrisen machen deutlich, wie verletzlich Unternehmen ohne nachhaltige Strategien sind.
Bei FIMA Industries setzen wir auf Recyclinglösungen und Kreislaufwirtschaft, die Abhängigkeiten reduzieren und neue Chancen schaffen. Doch die Realität ist: Der Wandel verlangt Mut, Investitionen und vor allem klare politische Rahmenbedingungen.
Österreichische Betriebe können im globalen Wettbewerb nur bestehen, wenn Nachhaltigkeit nicht als Belastung, sondern als Wachstumsfaktor verstanden wird. Wir müssen von Lippenbekenntnissen zu konsequentem Handeln kommen. Wer heute in Green Tech Transformation investiert, baut nicht nur die Basis für künftigen wirtschaftlichen Erfolg, sondern übernimmt auch Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Finden Sie unten stehend unsere Podcast-Folge mit Markus Maierhofer als Gesprächspartner.
Bernhard Puttinger: „Point of no Return ist überschritten“
Bernhard Puttinger, Geschäftsführer Green Tech Valley
„Bei der grünen Transformation ist der Point of no Return überschritten. Auch wenn derzeit die Nachschärfungen der EU-Regeln für Nachhaltigkeit eine Investitionszurückhaltung bedeuten, rechnen die Unternehmen weiterhin im Bereich der nachhaltigen Technologien mit deutlichem Wachstum bis 2030.
Treiber dieses wirtschaftlichen Potenzials sind innovative Technologien, der rasante Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz und neue Geschäftsmodelle. Die aktuelle Situation gilt es zu nutzen, um künftige Chancen mit Nachhaltigkeit zu realisieren.
Gemeinsam mit Christoph Wecht vom BMI Lab St. Gallen, dem Mastermind des Business Model Navigators, haben wir daher 23 Bausteine für grüne Geschäftsmodelle entwickelt.
Das Green-Tech-Radar „Green Value Creation & Capturing“ bietet Unternehmen aller Branchen konkrete Impulse, wie sich „grünes“ Business vor allem ökonomisch rechnet. Radar und begleitendes Webinar stehen allen Interessierten kostenfrei zum Download zur Verfügung – als Werkzeugkasten für zukunftsfähige Wertschöpfung.
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Christiane Brunner: „Use it or lose it“
Christiane Brunner, Vorständin von CEOs FOR FUTURE und Initiatorin des Climate Business Circle
Die Wirtschaft steht vor der größten Transformation ihrer Geschichte und das in einem geo- und wirtschaftspolitisch herausfordernden Umfeld. Das löst Unsicherheiten aus, bietet aber auch viel Gestaltungsspielraum. In stürmischen Zeiten braucht es ein klares Ziel und gute Orientierung. Das haben wir – mit dem Paris Agreement.
Viele Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als Business Case. Die New Climate Economy Commission bezeichnet die nächsten 10 Jahre als einmaligen „Use it or lose it“-Moment in der Wirtschaftsgeschichte.
Wer im Rennen des internationalen Wettbewerbs vorne sein wird, ist noch offen. Österreich hat(te) einen Startvorteil, den dürfen wir nicht verschenken!
Über 140 Staaten haben bereits Klimaneutralitäts-Ziele. Globale Investitionen in die Energiewende erreichen von Jahr zu Jahr Rekordwerte. Ganze Branchen haben klare globale Dekarbonisierungsziele. Die Transformation ist nicht aufzuhalten. Ich würde diese Welle surfen, statt mich ihr entgegenzustellen.
Barbara Schmidt: „Wer heute in Erneuerbare investiert, stärkt morgen seine Unabhängigkeit“
Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie
Angesichts politischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten ist die Transformation unseres Energiesystems heute wichtiger denn je. Eine konsequente Elektrifizierung ist nicht nur zentral für das Erreichen der Klimaziele, sondern auch eine enorme wirtschaftliche und geopolitische Chance – für Europa und Österreich. Denn wer heute in Erneuerbare investiert, stärkt morgen seine Unabhängigkeit von Energieimporten.
Wir müssen die Ressourcen nutzen, die wir haben: Wasser, Wind und Sonne. Investitionen in die heimische Erzeugung schaffen – gerade in herausfordernden Zeiten – Arbeitsplätze und Wertschöpfung vor Ort. Schon jetzt sichert die E-Wirtschaft rund 110.000 Jobs im Land und generiert vier Prozent der österreichischen der Bruttowertschöpfung.
Eine sichere, saubere und leistbare Stromversorgung ist die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Ein erneuerbares Stromsystem ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in unseren Standort und die Zukunft unserer Wirtschaft.
Erneuerbare-Ziel 2030 erreichen: nur mit diesen Investitionen
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