Domaines Kilger Insolvenzverfahren : Das passiert mit Domaines Kilger und allen Tochterunternehmen

heurigentische und sonnenschirme vor schloss gamlitz in der steiermark

Hauptsitz der Muttergesellschaft ist das südsteirische Schloss Gamlitz mit dem dazugehörigen, rund 80 Hektar großen Weingut.

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Beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz fand kürzlich eine Berichts- und Prüfungstagsatzung zur insolventen Ratschen Restaurant & Wohnothek GmbH aus dem Südburgenland statt. 

Wie der KSV1870 mitteilte, wurden dabei Forderungen in einer Gesamthöhe von rund 7,7 Mio. Euro angemeldet und geprüft. Das Unternehmen gehört zur Firmengruppe Domaines Kilger GmbH & Co KG mit Sitz im steirischen Gamlitz, die ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. Konkret handelt es sich um ein Tochterunternehmen des Weinguts Kilger.

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Die Ratschen Restaurant & Wohnothek führte in Deutsch Schützen (Bezirk Oberwart) ein Lokal mit angeschlossenen Unterkünften. Die Schließung des Betriebs wurde bereits am 25. März 2026 verfügt. Es wird – so Berichte – keinen Sanierungsplan geben.


Im Rahmen der Tagsatzung wurden 67 Insolvenzforderungen geprüft. Von den 7,7 Mio. Euro wurden letztlich rund 6,9 Mio. Euro anerkannt.

Domaines Kilger Insolvenz: Mehr Töchter betroffen

Das Domaines Kilger Insolvenzverfahren hat sich zuletzt immer mehr ausgeweitet.

Nur Stunden nachdem bekannt wurde, dass die Ratschens Restaurant & Wohnothek GmbH betroffen ist, kam die nächste Hiobsbotschaft. Denn auch das Tochterunternehmen Domaines Kilger Gastro GmbH aus Leibnitz mit dem "Jaglhof" und dem "Stupperhof" ist insolvent. 

Auch für diesen Tochterbetrieb wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Daran angeschlossen ist auch ein Ab-Hof-Verkauf sowie weitere gastronomische Dienstleistungen. 14 Dienstnehmer und gut 43 Gläubiger sind betroffen. Angeboten wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren.

Kilgers Rechtsanwalt Johannes Zink betonte kürzlich, dass Jaglhof und Stupperhof, sowie das Domaines Kilger Weingut, das Schloss Gamlitz und die Peterquelle weitergeführt werden sollen. Mehr dazu weiter unten.

Woran scheiterten Jaglhof und Stupperhof?

Die aktuelle Lage sei auch vor dem Hintergrund eines deutlich schwierigeren Marktumfelds zu bewerten, so Zink: "Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gastronomie und Hotellerie haben sich in den letzten Jahren massiv verschärft. Gestiegene Kosten, Inflation und ein deutlich verändertes Konsumverhalten haben viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt."
 

Insbesondere die Gastronomie- und Tourismusbranche sei von großen strukturellen Veränderungen betroffen, heißt es auch in der Erklärung der Domaines Kilger Gastro GmbH. Die deutlich erhöhten Betriebskosten könnten nicht vollständig an die Gäste weitergegeben werden.

Gäste hätten zuletzt preissensibler reagiert, reduzierten Ausgaben für gehobene Gastronomie und konsumierten insgesamt zurückhaltender. Darüber hinaus hätten Unsicherheiten im wirtschaftlichen Umfeld sowie eine insgesamt schwächere Planbarkeit im Tourismus zu schwankenden Auslastungen geführt, hieß es weiter in der Begründung.

Die Aktiva der Domaines Kilger Gastro GmbH belaufen sich auf rund 67.500 Euro, während die Passiva bei 950.000 Euro liegen, teilten die Kreditschützer von Creditreform, Alpenländischer Kreditorenverband (AKV) und KSV1870 mit. 

Hinzu kommen aber auch noch etwa 8,8 Mio. Euro, die verbundenen Unternehmen geschuldet werden. Auffallend ist laut AKV, dass bereits Ende 2024 ein Bilanzverlust von rund 11,5 Mio. Euro ausgewiesen wird und auch in den beiden Jahren davor gab es namhafte Verluste. Der Insolvenzverwalter wird daher genau prüfen müssen, wann die Zahlungsunfähigkeit tatsächlich vorlag.

Mehr zum Fall Ratschens Restaurant & Wohnothek

Bei der Ratschens Restaurant & Wohnothek GmbH im Burgenland ließen sich schließlich notwendige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sich nicht mehr finanzieren.

Insolvenzen Österreich: Fünfter Anstieg in Folge

Den Winterbetrieb hatte das Unternehmen bereits im November saisonbedingt eingestellt. Eine Wiederaufnahme war für Ende März bzw. Anfang April vorgesehen – dazu kam es dann nicht mehr. 

Bei der hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Domaines Kilger belaufen sich die Aktiva auf 312.000 Euro.

Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit nennt die Ratschens Restaurant & Wohnothek GmbH gegenüber den Gläubigerschutzverbänden die unzureichende Mittelausstattung und -zuführung durch Domaines Kilger. Das habe zu gravierenden Einschränkungen im operativen Geschäftsbetrieb geführt. 

Die Finanzierung von Marketingmaßnahmen sei zur Gänze zum Erliegen gekommen, was sich negativ auf die Ertragslage ausgewirkt habe.

Unter anderem der Betrieb von Schloss Gamlitz solle weitergeführt werden, so die ursprüngliche Intention. Mittlerweile steht fest, dass es verkauft werden soll.

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Auf Besuch bei Domaines Kilger

Konkursverfahren gegen Domaines Kilger

Im Fall des insolventen steirischen Weinguts Domaines Kilger ist Ende April für einen weiteren Betrieb ein Konkursverfahren beantragt worden. Die Domaines Kilger Schloss Gamlitz Betriebs GmbH soll nur noch für eine geordnete Übergabe fortgeführt und dann verkauft werden. 15 Dienstnehmer und fast 60 Gläubiger sind betroffen. Die Passiva betragen rund 2,13 Mio. Euro, die Aktiva liegen bei nur rund 27.000 Euro, teilten die Kreditschützer von KSV1870, Creditreform und AKV mit.

Bei den Passiva sind rund 1,57 Mio. Euro Bankverbindlichkeiten enthalten, knapp 300.000 Euro ergeben sich aus Schulden für Lieferungen und Leistungen. Die Abgabenrückstände bestehen im Ausmaß von rund 70.000 Euro. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen seien nicht enthalten. Die Überschuldung liegt bei über 2,1 Mio. Euro. 

Das Unternehmen soll nur kurzfristig fortgeführt werden und im Einvernehmen mit dem Verpächter sowie dem Eigentümer nahezu mit der gesamten Geschäftseinrichtung in einer Auffanglösung umgesetzt werden. Nach Abschluss der Übergangsphase ist die endgültige Einstellung des Geschäftsbetriebs sowie die Liquidation des Unternehmens beabsichtigt.

Lesen Sie hier über eine andere jüngste Insolvenzmeldung aus der Südsteiermark

Bedenken zu Investor Hans Kilger

Bedenken über die wirtschaftliche Lage der Unternehmungen des bayerischen Investors Hans Kilger kursierten schon länger. Hintergrund waren wiederkehrende finanzielle Schwierigkeiten bei Firmen mit Kilgers Beteiligung in den vergangenen Jahren. 

Dabei galt Kilger noch vor wenigen Jahren als gefragter Investor in Weinbau, Gastronomie und Hotellerie der Region. Sein erklärtes Ziel war es, rund 50 Mio. Euro zu investieren, um angeschlagene Betriebe zu übernehmen und wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die versprochenen Mittel blieben aber häufig aus. 

Zu seinen Aktivitäten zählten eine Kooperation mit Walter Polz sowie die Übernahme der Mineralwassermarke Peterquelle aus Deutsch Goritz. Das Netz von Kilger reicht – neben bekannten Namen in München ("Kilgers Weinhäusl") und Rheinland am Markt ("Stromburg") – auch bis nach Wien ("am Naschmarkt").

Noch vor wenigen Jahren beschäftigte die Unternehmensgruppe der Domaines Kilger rund 230 MitarbeiterInnen. Hauptsitz ist das südsteirische Schloss Gamlitz mit dem dazugehörigen, rund 80 Hektar großen Weingut. 

(LB/APA)

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