Österreich E-Commerce : Österreichs E-Commerce: Warum es viel besser laufen sollte

eine frau sitzt auf dem sofa und sieht sich auf dem laptop damenmode auf einem onlinehandel-portal an
© adobe stock/Gorodenkoff

In aller Kürze: Österreich E-Commerce wächst auf 12,3 Milliarden Euro – Fernost-Plattformen gewinnen weiter Marktanteile. Hier geht es zu unserem Artikel über den eCommerce Award des Handelsverband!

Der österreichische Onlinehandel setzt seinen Wachstumskurs fort. Die aktuelle 17. Ausgabe der E-Commerce-Studie Österreich des Handelsverbandes und der KMU Forschung Austria zeigt für 2026 einen neuen Höchststand bei den Ausgaben. 

Gleichzeitig stehen Onlinehändler Österreichs vor mehreren Herausforderungen. Dazu zählen die steigende Bedeutung von Mobile Commerce, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und ein zunehmender Kaufkraftabfluss an internationale Plattformen.

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Wir haben uns in unserer neuen Sendung das Thema Onlinehandel in Österreich genauer angeschaut!

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Die E-Commerce-Ausgaben steigen 2026 auf 12,3 Milliarden Euro (+3 Prozent gegenüber 2025; +24 Prozent seit 2023).

     

  • Der Anteil des Onlinehandels an den einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben erreicht mit 13 Prozent einen neuen Höchstwert.
     
  • 5,8 Millionen Österreicher:innen kaufen online ein (+5,5 Prozent gegenüber 2024).
     
  • Die Ausgaben über Smartphones wachsen um 32 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro.
     
  • 47 Prozent der gesamten Online-Ausgaben fließen an ausländische Anbieter.
     
  • 1,3 Milliarden Euro entfallen bereits auf chinesische Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress.
     
  • 37 Prozent der KonsumentInnen nutzen KI-basierte Funktionen beim Online-Shopping.
     
  • 54 Prozent der Käufer:innen haben innerhalb eines Jahres zumindest eine Retoure durchgeführt.

Onlinehandel Österreich: Wachstum entsteht durch höhere Ausgaben

Laut Studie befindet sich der österreichische E-Commerce-Markt mittlerweile in einer Reifephase. Die Zahl der Online-Käufer:innen bleibt weitgehend stabil, während das Wachstum zunehmend durch intensivere Nutzung bestehender KundInnen entsteht.

"Der Onlinehandel ist in Österreich endgültig im Reifemodus angekommen. Mit 12,3 Milliarden Euro an E-Commerce-Ausgaben und einem Wachstum von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzt die Branche heuer einen neuen Maßstab", sagt Rainer Will, Geschäftsführer des österreichischen Handelsverbands.

Die Herausforderung liege jetzt darin, dieses Volumen durch attraktive Angebote, verlässlichen Service und faire Wettbewerbsbedingungen im Inland zu halten, damit die Volkswirtschaft profitiert.

"Wir sehen mehr Bestellungen, höhere Warenkörbe und eine stärkere Verlagerung vom stationären in den Online-Kanal", so Will.

Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben in Österreichs E-Commerce liegen 2026 bei 2.120 Euro. Damit wächst der Markt weiter, wenn auch langsamer als in den Vorjahren. 

Kaufkraftabfluss belastet Österreichs Onlinehändler

Die Studie weist auf einen erheblichen Kaufkraftabfluss ins Ausland hin. Insgesamt fließen 47 Prozent der E-Commerce-Ausgaben beziehungsweise mindestens 5,8 Milliarden Euro an internationale Anbieter. Nur 8 Prozent der Online-Shopper kaufen ausschließlich bei österreichischen Händlern ein.

Besonders stark wachsen chinesische Plattformen. Bereits 1,3 Milliarden Euro der gesamten österreichischen E-Commerce-Ausgaben entfallen auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress. Mehr als ein Zehntel aller Online-Ausgaben landet damit bei chinesischen Unternehmen.

"Dieser eklatante Kaufkraftabfluss kostet uns Jahr für Jahr tausende Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Millionenhöhe. Fernost-Plattformen gewinnen mit ihrem aggressiven Niedrigpreismodell Marktanteile, vielfach ohne dabei regulatorische Pflichten zu erfüllen, die für europäische Händler selbstverständlich sind", betont Will.

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73 Prozent der Käufer:innen nennen niedrigere Preise als Hauptgrund für Einkäufe auf diesen Plattformen. Gleichzeitig bestehen Bedenken hinsichtlich Produktqualität, Lieferzeiten und Rücksendungen. Qualitätsunsicherheiten werden von 55 Prozent genannt, lange Lieferzeiten von 49 Prozent und komplizierte Retourenprozesse von 37 Prozent.

"Die EU-Roadmap mit Pauschalzoll, Handling Fee und Plattformhaftung geht in die richtige Richtung, sie muss aber konsequent und lückenlos umgesetzt werden. Am Ende hapert es immer beim Vollzug, nicht an der Fülle an Regularien", so Will.

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