Black Week Österreich : Black Week: Rekordausgaben trotz Betrugswarnung
Inhalt
- Konsumverhalten Österreich: 460 Millionen Euro Umsatz erwartet
- Einkaufsbudget Österreich steigt um 11 Prozent
- Unterschiede nach Regionen und Generationen
- E-Commerce dominiert Black Friday Österreich
- Online-Shopping Sicherheit: Gütesiegel schützen vor Fake-Shops
- Black Friday Betrug nimmt dramatisch zu
71% der Bevölkerung haben den Black Friday bereits zum Einkaufen verwendet oder planen dies heuer.
- © adobe stock/ArtBackgroundDie Black Week in Österreich ist das größte Shopping-Event des Jahres. Rund um den Black Friday am 28. November und den Cyber Monday am 1. Dezember erwarten heimische HändlerInnen Rekordausgaben.
Gleichzeitig warnen ExpertInnen vor einer dramatischen Zunahme beim Zahlungsbetrug.
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Konsumverhalten Österreich: 460 Millionen Euro Umsatz erwartet
Eine aktuelle Erhebung des Handelsverbands, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Repubblika mit über 1.000 Befragten, zeigt das enorme Potenzial der Rabattaktionen.
„Der Black Friday markiert den inoffiziellen Startschuss fürs Weihnachtsgeschäft in Österreich. 98% der Bevölkerung ist dieser Tag bekannt, 71% haben ihn bereits zum Einkaufen verwendet oder planen dies heuer. Die prognostizierten Ausgaben liegen bei 460 Millionen Euro, allerdings wandert ein steigender Anteil davon ins Ausland", erklärt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.
Die Sondereinkaufstage kommen gut an. Fast jede vierte Person bewertet Black Friday und Cyber Monday als sehr positiv, weitere 55% als eher positiv. Lesen Sie hier, warum eine Integral-Studie zu einem ganz anderen Ergebnis kommt.
„Besonders wenn das Geld knapper sitzt, werden diese Shopping-Aktionstage intensiv genutzt", so Will.
Einkaufsbudget Österreich steigt um 11 Prozent
Heuer möchten fast zwei Drittel der ÖsterreicherInnen (63%) die Angebote rund um die Black Week nutzen. Pro Person sind durchschnittlich 294 Euro eingeplant – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, als 60% der Bevölkerung teilnahmen und im Schnitt 265 Euro ausgaben.
Der Handelsverband rechnet daher mit Gesamtausgaben von 460 Millionen Euro, verglichen mit 400 Millionen Euro im Vorjahr. Damit wird sogar der bisherige Spitzenwert aus 2022 (450 Millionen Euro) übertroffen.
Unterschiede nach Regionen und Generationen
Bei den geplanten Pro-Kopf-Ausgaben zeigen sich regionale Unterschiede. Tirol und Vorarlberg führen mit 334 Euro, gefolgt von Oberösterreich und Salzburg mit 317 Euro.
Wien liegt mit 310 Euro im Mittelfeld, die Steiermark und Kärnten folgen mit 270 Euro. Niederösterreich und das Burgenland bilden mit 257 Euro das Schlusslicht.
Die jüngste Generation zeigt sich besonders aktiv: 81% der Gen Z (18-28 Jahre) wollen heuer zuschlagen, bei den Millennials (29-43 Jahre) sind es 77%. Die Gen X (44-59 Jahre) kommt auf 64%. Währenddessen wollen nur 43% der Babyboomer und Golden Agers (60+) die Aktionstage nutzen.
E-Commerce dominiert Black Friday Österreich
Das Online-Shopping dominiert die Black Week deutlich. 44% der KäuferInnen planen, ausschließlich online einzukaufen. Weitere 38% möchten sowohl online als auch im stationären Handel einkaufen. Nur jede zehnte Person sucht ausschließlich in Geschäften vor Ort nach Schnäppchen.
Besorgniserregend entwickelt sich der Trend zu ausländischen Anbietern. 71% planen Einkäufe bei westlichen außereuropäischen Plattformen wie Amazon und Ebay. Bereits 21% (2024: 17%) wollen bei Billigplattformen aus Fernost wie Temu und Shein bestellen.
Lesen Sie hier, zu welchem Anlass Billigplattformen deutlich schlechter laufen
Online-Shopping Sicherheit: Gütesiegel schützen vor Fake-Shops
Angesichts zahlreicher dubioser oder krimineller Anbieter rät der Handelsverband zu erhöhter Wachsamkeit.
„Vor dem Kauf sollte man sich immer vergewissern, dass man bei einem vertrauenswürdigen und vorzugsweise heimischen Händler kauft. Das Gütesiegel 'Trustmark Austria', das vom Handelsverband vergeben und regelmäßig überprüft wird, bietet Orientierung", betont Will.
„Black Friday ist längst kein Vertrauensvorschuss mehr, sondern ein Preisvergleichs-Tag. Viele Online-Shopper wissen: Rabatte wirken auf den ersten Blick oft größer, als sie tatsächlich sind", sagt Nike Herzog-Osikominu, Country Managerin vom Online-Preisvergleichsportal idealo.
Black Friday Betrug nimmt dramatisch zu
Während sich KonsumentInnen auf die umsatzstärkste Phase des Jahres vorbereiten, eskaliert der Zahlungsbetrug.
Neue Erhebungen von Zentralbanken sowie eine aktuelle Studie vom Authentifizierungsanbieter Signicat zum Identitätsbetrug zeigen: Die starke Kundenauthentifizierung (SCA) hat das Kartenbetrugsrisiko innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zwar merklich gesenkt, doch verlagern Kriminelle ihre Angriffe auf andere Schwachstellen.
67% der Zahlungs- und Fintech-Unternehmen verzeichneten im vergangenen Jahr mehr Betrugsversuche. 54% melden mehr erfolgreiche Betrugsfälle. Rund 40% der Angriffe konzentrieren sich mittlerweile auf die Transaktionsphase und nicht mehr nur auf das Onboarding.
„Der Black Friday und die Weihnachtszeit sind besonders kritische Zeiträume für Zahlungsbetrug", sagt Pinar Alpay, Chief Product Officer bei Signicat. „Das Transaktionsvolumen steigt sprunghaft an, Kundinnen und Kunden erwarten sofortige Entscheidungen und Betrüger treten mit industrialisierten, KI-gestützten Taktiken an."
Sofortzahlungen, mobile Wallets und „Buy now, pay later"-Modelle haben das Bezahlerlebnis grundlegend verändert. Entscheidungen, die früher Minuten benötigten, fallen heute in Sekunden. Am Black Friday verkürzen sich diese Zeitfenster nochmals, da Risikoteams mit extrem hohem Transaktionsaufkommen konfrontiert sind.
Diese Beschleunigung begünstigt BetrügerInnen. Mit automatisierten Skripten und KI-gestütztem Social Engineering können sie Attacken in Echtzeit starten, skalieren und anpassen.
"Am besten gewappnet sind die Unternehmen, die digitale Identität als Rückgrat ihrer Betrugsstrategie verstehen – nicht als nachgelagerten Zusatz", rät Alpay.
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