Tourismus Oberösterreich : Wels Tourismus investiert 800.000 Euro in Radtourismus-Ausbau bis 2027

Peter Jungreithmair, GF Tourismusverband Region Wels, Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner, Bgm. Andreas Rabl, und Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender Tourismusverband Region Wels bei der Presskonferenz zur Radregion Wels 2025.

Unter dem Motto „Naturnahes Raderlebnis mit Rädern mit Profil“ entsteht in den kommenden Jahren ein umfassendes, hochwertig beschildertes Radroutennetz abseits klassischer Rennradstrecken – speziell ausgelegt auf Räder mit Profil, also Gravelbikes, E-Bikes, Mountainbikes, Trekkingräder und ähnliche Modelle.

v.l.n.r. Peter Jungreithmair, GF Tourismusverband Region Wels, Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner, Bgm. Andreas Rabl, und Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender Tourismusverband Region Wels

- © Tourismusverband Region Wels / Jens Scheibe

Die Region Wels konnte sich in den letzten Jahren erfolgreich als Rennradregion positionieren und genießt heute auch überregionale Bekanntheit in diesem Bereich. 

26 von Wels startende Rennradtouren mit insgesamt knapp 2.000 km präsentieren die landschaftlichen Höhepunkte von ganz Oberösterreich. Die unbeschilderten Rennradtouren eignen sich auch optimal für E-Bikes. 

16 Radtouren führen entlang der bestehenden Landesradwege wie dem Römerradweg.

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© Tourismusverband Region Wels / Jens Scheibe

Wels Tourismus setzt auf Gravel-Routen und Freizeit-Radwege

Mit einem neuen Projekt erfolgt nun die gezielte Ausweitung des Angebots auf Räder mit Profil. Vier beschilderte Gravel- und Freizeit-Routen mit jeweils rund 80 km Länge entstehen in einer Kleeblattform rund um Wels – mit Einstiegsmöglichkeiten direkt an Bahnhöfen.

Bestehende Landesradwege werden mit Schotterstrecken zu beschilderten Rundwegen zusammengefasst. Streckenabschnitte, die bisher von Radfahrern nicht genutzt werden durften, werden mittels Gestattungsverträgen nutzbar gemacht. 

Die Haftpflichtversicherung zur Wegeerhaltung wird über den Oberösterreich Tourismus getragen. So wird es zum Beispiel möglich, den Schacherwald rund um die Schacherteiche in Kremsmünster einzubauen.

Lesen Sie hier über die Bedeutung von Radtourismus in der Steiermark

Kremstalrunde als erste Gravel-Route – Investition von 800.000 Euro

Derzeit wird die erste von vier Runden – die „Kremstalrunde" – gemeinsam mit 17 Gemeinden entwickelt. Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von rund 800.000 Euro

Einen wesentlichen Teil davon – knapp 450.000 Euro – investiert der Tourismusverband gemeinsam mit dem Land Oberösterreich in die Errichtung der Infrastruktur.

Bis zur Landesgartenschau 2027 in Wels sollen alle vier Routen fertiggestellt sein. Neben der Kremstalrunde sind eine Donaurunde, eine Hausruckrunde und eine Almtalrunde geplant.

© Tourismusverband Region Wels

Vermarktung und Integration in bestehende Radregion Wels

Parallel zur baulichen Umsetzung erfolgt ab Herbst die Vermarktung der Routen – regional und überregional. Das neue Angebot wird zudem nahtlos in das bestehende Gesamtprodukt der Radregion Wels integriert.

Um die Wochenendbuchungen zu steigern, wurden in der Vergangenheit zahlreiche Freizeitangebote entwickelt und beworben – so auch die Rennradregion Wels. Der Anteil der Wochenendnächtigungen stieg 2024 auf 39 Prozent, was einer Steigerung von 33 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht.

Mit dem neuen Angebot will der Tourismusverband Region Wels aber sowohl Gästen als auch der regionalen Bevölkerung ein Zusatzangebot bieten. Denn: Freizeit und Naherholung werden als Themen immer wichtiger – nicht nur für Tourist:innen, sondern auch im Alltag.

„Wir wollen nicht nur radtouristische Angebote schaffen, sondern auch die Lebensqualität in der Region durch bessere, sichere Verbindungen erhöhen", so der Tourismusverband.

Das Fahrrad wird zu einem immer wichtigeren Verkehrsmittel, vor allem im urbanen Raum. Und dies nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Alltag. Ziel der Stadt Wels ist es, das Welser Radverkehrswegenetz auch in Zukunft zu erweitern und stetig auszubauen.
"Mit diesem Angebot baut die Stadt Wels ihren Status als führende Rad-Stadt in Oberösterreich weiter aus."
Bürgermeister Andreas Rabl

Wels Tourismus in Zahlen

Die Tourismusregion Wels verzeichnete 2024 insgesamt knapp 380.000 Nächtigungen. Das entspricht einem Anstieg von drei Prozent im Vergleich zu 2023. Die Region konnte ihre Kapazitäten durch zusätzliche Angebote und Erweiterungen auf 3.560 Betten in 83 Betrieben erhöhen, ein Plus von 260 Betten und sechs Betrieben.

Insgesamt wurden 152.648 Gäste aus 44 Nationen begrüßt, wobei Deutschland weiterhin der wichtigste Auslandsmarkt bleibt. Rund 51 Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an. Besonders positiv entwickelte sich die Stadt Wels selbst mit einem Nächtigungsplus von zwei Prozent.

Während Sattledt mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent auf 33.741 Nächtigungen verweisen konnte, gingen die Nächtigungen in Kremsmünster um 13,9 Prozent auf 17.555 zurück. Die Aufenthaltsdauer der Gäste in Kremsmünster und Sattledt beträgt durchschnittlich 2,7 Nächte.

"Die Neu- und Weiterentwicklung des radtouristischen Angebots ist ein wichtiger Schwerpunkt im Handlungsfeld ‚Bewegende Natur‘."
Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner

Wie wichtig ist Radtourismus für Österreich?

Laut dem VCÖ ist nachhaltige Mobilität auch wichtig für den Arbeitsmarkt. Die Mobilität zu Fuß und mit Fahrrad schaffen inklusive dem Radtourismus in Österreich direkt, indirekt und induziert mehr als 52.400 Arbeitsplätze und generieren eine Wertschöpfung von rund 3,5 Mrd. Euro

"Allein im Jahr 2023 wurden in Österreich 421.000 Fahrräder im Wert von fast 1,2 Milliarden Euro verkauft. Mit woom kommt Europas erfolgreichster Kinderfahrrad-Hersteller aus Österreich. In Deutschland ist jedes vierte neu gekaufte Kinderfahrrad von woom", so der VCÖ.

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Nachhaltiger Fokus: Green Event Touristik

Ein weiteres zentrales Projekt ist die Green Event Touristik. Ziel ist es, nachhaltige Veranstaltungen in der Region zu fördern. Bereits seit 2014 sind alle Seminarhotels in Wels mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. 

Der Tourismusverband unterstützt Veranstalter mit Förderungen von bis zu 6.000 Euro, wenn sie mindestens 80 Nächtigungen generieren. Bis 2030 sollen 80 Prozent der Betten in zertifizierten Betrieben angeboten werden.

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