Wirtschaftskammer Kärnten : Warum streicht Wirtschaftskammer Kärnten Stellen?
Mandl: „Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig eine starke Serviceorganisation ist. Unsere Aufgabe ist es, Betriebe rasch, kompetent und verlässlich zu unterstützen – und genau das leisten wir.“
- © WKK / Helge BauerSinkende Nachfrage, stabile Mitgliedsbeiträge und ein massiver Rückgang bei den Wifi Kärnten Kursen zwingen die Wirtschaftskammer Kärnten zu drastischen Einsparungen.
Die Kärntner Kammer hat bereits im vergangenen Jahr 14 Positionen beim Wifi abgebaut. Für 2026 und 2027 sind im Zentralbereich durch natürliche Fluktuation weitere fünf bis zehn Stellen geplant. Zudem wurden 2025 mehrere Bezirksstellen fusioniert.
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WK Kärnten erbringt Leistungen im Wert von über 40 Millionen Euro
Laut eigenen Angaben hat die Wirtschaftskammer Kärnten im vergangenen Jahr 215.261 Leistungsstunden für ihre Mitglieder erbracht. Diese reichten von Rechtsberatung über die Ausbildung von Lehrlingen bis hin zu Exportunterstützung und politischem Lobbying. Präsident Jürgen Mandl setzt das einem Wert von "knapp 40,3 Millionen Euro" gleich.
Gleichzeitig kam die Kammer 2025 auf Einnahmen von 37 Millionen Euro. Als besonderen Erfolg hebt Mandl die Koralmbahn hervor, die einen Halt in Kühnsdorf mit Verladebahnhof erhält. "Da wird über Jahre lobbyiert, jetzt passiert's."
Serviceanfragen sinken trotz hoher Zufriedenheit
Jutta Steinkellner, Leiterin des Servicezentrums, berichtete von einem Rückgang der Serviceanfragen um 2,9 Prozent. Mit mehr als 51.000 dokumentierten Anfragen bleibe die Nachfrage nach dem Wirtschaftsservice Kärnten dennoch sehr hoch.
Die häufigsten Themen betreffen Arbeits- und Wirtschaftsrecht. Besonders stark zugenommen hätten zuletzt Anfragen zu Urheberrechtsverletzungen – auch aufgrund von KI-Anwendungen und Bildersuche.
WK-Direktor Meinrad Höfferer verweist auf die guten Bewertungen durch die Mitglieder. Bei einer Rücklaufquote von 22 Prozent erreiche man über die letzten drei Jahre hinweg durchschnittlich die Schulnote 1,08.
Wirtschaftskammer Kärnten Budget
Laut Höfferer kalkuliert die WK Kärnten für das laufende Jahr mit einem Budget von 36 Millionen Euro und rechnet mit einem ausgeglichenen Haushalt. Einsparungen von einer Million Euro sind bereits eingearbeitet. Die Kammer erhofft sich Synergieeffekte durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Sparten.
Lesen Sie hier über Einsparungen in den anderen Länderkammern und bei der WKÖ
Auch beim Marketing wird gespart. Ohne Wifi beschäftigt die Wirtschaftskammer Kärnten zum Jahresende 173 VollzeitmitarbeiterInnen. Investitionen, beispielsweise eine halbe Million Euro für ein neues Elektrolabor, finanziert man laut Höfferer aus Rücklagen. Die Kärntner Kammer verfügt über 28 Millionen Euro freie Rücklagen.
Im Jahr 2025 wurden 1,4 Millionen Euro eingespart, beim Wifi zusätzlich eine Million – nicht ausschließlich durch den Wirtschaftskammer Kärnten Personal-Abbau, sondern auch durch Maßnahmen wie den Verzicht auf das gedruckte Kursbuch.
Weitere Zusammenlegungen ausgeschlossen
Im vergangenen Jahr fusionierte die Kärntner Kammer die Bezirksstellen Villach und Villach-Land sowie Klagenfurt und Klagenfurt-Land.
Weitere Zusammenlegungen schloss Kammerpräsident Mandl ausdrücklich aus. Ebenso erteilte er Erhöhungen bei den FunktionärInnen eine Absage – ein Thema, das zuletzt für erhebliche Diskussionen gesorgt hatte. Auf die Sparpläne der neuen WKÖ-Präsidentin Martha Schultz angesprochen, bemühte sich Mandl um Distanzierung zur Bundesorganisation. (LB/APA)
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