CBAM Verordnung : Industrie Oberösterreich jubelt über verlängerte Gratiszertifikate
„Die Vorschläge der Europäischen Kommission sind ein wichtiges Signal für Europas Industriestandorte. Genau dafür ich mich auch persönlich in Brüssel eingesetzt", so Stelzer.
- © Max MayrhoferDie Europäische Kommission hat am 17. Juli 2026 ihre Pläne zur Reform des EU-Emissionshandelssystems vorgestellt – und kommt damit zentralen Anliegen Oberösterreichs entgegen.
Konkret soll der jährliche Reduktionspfad für Emissionszertifikate langsamer sinken. Zudem bleibt die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten für energieintensive Betriebe bis 2038 bestehen.
Hintergrund ist die Sorge zahlreicher Industrieregionen, dass sich die bislang geplanten Fristen technisch und wirtschaftlich kaum umsetzen lassen.
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Stelzer: „Wichtiges Signal für Europas Industriestandorte"
„Die Vorschläge der Europäischen Kommission sind ein wichtiges Signal für Europas Industriestandorte. Genau dafür ich mich auch persönlich in Brüssel eingesetzt", sagt Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer.
Bereits Anfang Juni hatte Stelzer bei seinem Besuch in Brüssel das Thema angesprochen. In Gesprächen mit den EU-KommissarInnen Raffaele Fitto und Magnus Brunner plädierte er ausdrücklich für eine längere Laufzeit der Gratiszertifikate. Als Beispiel nannte er die milliardenschweren Investitionen der oberösterreichischen Industrie in eine klimaneutrale Produktion – etwa jene der voestalpine.
"Unsere Unternehmen investieren Milliarden in die Dekarbonisierung ihrer Produktion. Dafür brauchen sie Zeit, Planungssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen – nicht zusätzliche Belastungen, solange die notwendigen Voraussetzungen wie ausreichend grüner Strom oder Wasserstoff noch nicht in ausreichendem Maß verfügbar sind."
Oberösterreich stünde dennoch klar zu den europäischen Klimazielen. "Aber wir dürfen unsere Industrie nicht durch unrealistische Zeitpläne im internationalen Wettbewerb benachteiligen", sagt Stelzer weiter. "Wenn Produktion aus Europa abwandert, ist dem Klima nicht geholfen – Arbeitsplätze und Wertschöpfung gehen verloren, die Emissionen entstehen dann einfach anderswo."
CBAM-Verordnung und linearer Reduktionsfaktor: Das plant die EU-Kommission
Konkret will die EU-Kommission den linearen Reduktionsfaktor für Emissionszertifikate ab 2031 absenken. Gleichzeitig soll die kostenlose Zuteilung für jene Industriebereiche, die unter die CBAM-Verordnung fallen, bis 2038 verlängert werden.
Darüber hinaus sollen Unternehmen bei Investitionen in die Dekarbonisierung stärker unterstützt werden. Die Mitgliedstaaten sollen einen größeren Anteil ihrer Einnahmen aus dem Emissionshandel in den industriellen Umbau stecken.
„Jetzt gilt es, diese Vorschläge im weiteren europäischen Gesetzgebungsverfahren konsequent weiterzuverfolgen. Unser Ziel bleibt klar: Europa muss gleichzeitig Klimavorreiter und Industriestandort bleiben. Beides geht nur gemeinsam", sagt Landeshauptmann Stelzer.
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