Startups Vorarlberg : Vorarlberg: Warum die Unternehmensgründungen jetzt explodieren

Eine lächelnde, junge Tischlerin in der Werkstatt, Tablet in den Händen, Schutzbrille hochgeschoben
© Robert Kneschke

Vorarlberg erlebt einen bemerkenswerten Gründungsboom. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 803 neue Unternehmen ins Leben gerufen – ein Plus von 23,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Damit liegt das Bundesland deutlich über dem österreichweiten Durchschnitt von 9,5 Prozent. Die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) spricht von einem „starken Signal für den unternehmerischen Spirit“. 

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Warum gründen die Vorarlberger Unternehmen?

Auffällig ist, was die Gründerinnen und Gründer antreibt. 74,4 Prozent gaben den Wunsch nach einer flexiblen Zeit- und Lebensgestaltung als Hauptgrund für den Schritt in die Selbstständigkeit an. 

Dahinter folgen das Streben nach mehr Verantwortung (71,8 Prozent) und der Wunsch, die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein (66,7 Prozent).

Die Mehrheit der Neugründungen – 82,2 Prozent – entfällt auf Einzelunternehmen

Branchenmäßig liegt das Gewerbe und Handwerk mit 39 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Handel (26,1 Prozent) sowie dem Bereich Information und Consulting (20,5 Prozent).

Auch die Gründungsberatung wurde verstärkt in Anspruch genommen. 357 Personen nutzten im ersten Halbjahr das Angebot der WKV – ein Plus von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Lesen Sie hier, wer den Phönix Gründungspreis gewonnen hat

WKV-Präsident Kopf fordert Dachfonds für bessere Finanzierung

WKV-Präsident Karlheinz Kopf sieht in der Dynamik einen klaren Auftrag: „Der Unternehmergeist ist entscheidend, um den Wirtschaftsstandort Vorarlberg langfristig zu sichern.“ 

Um Gründungen weiter zu fördern, hatte Kopf bereits Vorschläge zu einem Dachfonds gemacht, der privates Kapital mobilisieren und GründerInnen den Zugang zu Finanzierungen erleichtern soll. Dieser Dachfonds wurde kürzlich von der Bundesregierung beschlossen.

Zusätzlich fordert er eine zentrale, digitale Plattform für alle Rechtsformen, um Gründungsprozesse effizienter zu gestalten. 

Lesen Sie hier, wie außerdem eine andere Plattform den Standort stärken soll

Arbeitsmarkt: Rückgang bei Jugendarbeitslosigkeit

Auch am Arbeitsmarkt macht sich ein positiver Trend bemerkbar. Während die allgemeine Arbeitslosigkeit in Vorarlberg mit Ende August auf 10.576 Personen gestiegen ist (plus 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), gibt es bei Jugendlichen unter 25 Jahren eine positive Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sank um 6,3 Prozent, das sind 104 Personen weniger.

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen finden Sie hier.

Besonders erfreulich ist der Rückgang bei Lehrstellensuchenden. Hier gab es ein Minus von 30,2 Prozent (minus 124 Personen). Laut AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter sind aktuell 549 offene Lehrstellen gemeldet, davon 326 sofort verfügbar. Diese sind vor allem in der Gastronomie zu finden: 93 sofort verfügbare Stellen für KöchInnen und Restaurantfachleute.

Trotz des Angebots zeigt sich eine gewisse Diskrepanz. So suchen derzeit 30 Jugendliche eine Lehrstelle im Bereich Fahrzeugtechnik – ein Beruf, der jedoch aktuell nicht unter den Top 10 der verfügbaren Stellen zu finden ist. 

Bildung als Schlüssel zur Integration in den Arbeitsmarkt

Besorgniserregend ist hingegen der Anstieg bei den Arbeitslosen ohne Ausbildungsabschluss. Diese Zahl wuchs um 4,5 Prozent auf 4.922 Personen. Das AMS setzt daher verstärkt auf Fachkräfteausbildung. 

Ausbildung und Qualifizierung sind entscheidend, um das Risiko der Arbeitslosigkeit zu senken“, so Bereuter. 

Ziel ist es, durch gezielte Maßnahmen die Beschäftigungsfähigkeit zu steigern und dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzuwirken. 

Fazit

Vorarlberg zeigt sich 2025 als Land mit starkem Unternehmergeist und positiven Signalen am Jugend-Arbeitsmarkt. Um diesen Schwung zu erhalten, sind laut Experten bessere Finanzierungsbedingungen, digitale Vereinfachungen und gezielte Bildungsmaßnahmen entscheidend.  (LB/APA)

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