Langzeitarbeitslosigkeit : AMS Vorarlberg: Millionen gegen Langzeitarbeitslosigkeit 2026
Inhalt
- Schwerpunkte der Arbeitsmarktförderung
- Ausbildungsgarantie für Jugendliche bleibt bestehen
- Arbeitslosigkeit Vorarlberg: Anstieg in mehreren Altersgruppen
- Pflichtschulabschluss und Arbeitslosigkeit
- Arbeitslosenquote bei Pflichtschulabschluss fast dreimal so hoch wie im Landesschnitt
- Bildung gegen Arbeitslosigkeit: Bundesländervergleich zeigt Unterschiede
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten des AMS Vorarlberg zeigen eine deutliche Korrelation zwischen Bildungsniveau und Arbeitslosenquote.
- © dusanpetkovic1 - stock.adobe.comAktuelle AMS-Zahlen aus Vorarlberg belegen den klaren Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Arbeitslosenquote.
Mit gezielten Ausbildungsmaßnahmen will man diesem Trend begegnen und gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Das AMS Vorarlberg und das Land Vorarlberg stellen 2026 zusammen 50,6 Millionen Euro für Maßnahmen am Arbeitsmarkt bereit.
Lesen Sie hier, wie der Standort für Arbeitskräfte attraktiv werden und bleiben soll
Die Qualifizierung von arbeitslosen Jugendlichen, Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung sowie Langzeitarbeitslosen steht im Mittelpunkt der Förderungen. Über 4.450 Menschen erhalten Zugang zu den gemeinsam entwickelten Beschäftigungsprogrammen.
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Schwerpunkte der Arbeitsmarktförderung
Die beiden Partner finanzieren arbeitsmarktpolitische Projekte mit 27,2 Millionen Euro. Davon trägt das AMS Vorarlberg 19,5 Millionen Euro, das Land Vorarlberg 7,7 Millionen Euro. Junge Menschen unter 25 Jahren werden mit 7,9 Millionen Euro gefördert. Für die Ausbildung Geringqualifizierter stehen 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Den größten Anteil erhalten Programme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit mit 15,8 Millionen Euro, die besonders benachteiligte Gruppen am Jobmarkt unterstützen.
Ausbildungsgarantie für Jugendliche bleibt bestehen
An der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie für junge Menschen halten AMS und Land derweil fest. Das Versprechen lautet: Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, die länger als drei Monate arbeitslos sind, bekommen innerhalb der kommenden drei Monate ein konkretes Beschäftigungs- oder Ausbildungsangebot.
Die Jugendarbeitslosigkeit ging 2025 leicht zurück – um acht Personen auf 1.420 arbeitslose junge Menschen unter 25 Jahren.
Arbeitslosigkeit Vorarlberg: Anstieg in mehreren Altersgruppen
Vorarlberg verzeichnete 2025 im Jahresdurchschnitt 10.910 vorgemerkte Arbeitslose. Das bedeutet eine Zunahme um 641 Personen oder 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten blieb mit 172.482 Personen nahezu unverändert und sank nur minimal um 0,1 Prozent. Besonders bei den 25- bis 50-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 6,8 Prozent, bei den über 50-Jährigen um 8,5 Prozent.
Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit nahm deutlich zu – um 21,8 Prozent auf 2.028 Menschen.
Pflichtschulabschluss und Arbeitslosigkeit
Auch bei Konventionsflüchtlingen, subsidiär Schutzberechtigten und Vertriebenen zeigt sich ein Anstieg der Beschäftigungslosigkeit. Im Jahresmittel waren 974 Personen aus dieser Gruppe beim AMS arbeitslos gemeldet – ein Plus von 76 Personen oder 8,5 Prozent.
Eine zentrale Erkenntnis zeigt sich über alle Gruppen hinweg: Fast die Hälfte aller vorgemerkten Arbeitslosen – genau 47,7 Prozent oder 5.200 Personen – verfügt maximal über einen Pflichtschulabschluss als höchste abgeschlossene Bildung.
Arbeitslosenquote bei Pflichtschulabschluss fast dreimal so hoch wie im Landesschnitt
„Bildung ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit, denn je höher die Bildung, desto geringer ist das Risiko arbeitslos zu werden. Und diese Tendenz wird sich im Zeitalter der Digitalisierung und Internationalisierung noch mehr verstärken“, erklärt AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter.
Ein Beispiel: Im Jahresdurchschnitt 2024 lag die Arbeitslosenquote in Vorarlberg bei 5,6 Prozent. Bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss betrug sie hingegen 14,7 Prozent – also nahezu dreimal so hoch. Deutlich günstiger sieht die Lage bei Personen mit Lehrabschluss aus (4,9 Prozent) sowie bei Akademiker:innen, die mit einer Quote von 1,9 Prozent den niedrigsten Wert aufwiesen.
Bildung gegen Arbeitslosigkeit: Bundesländervergleich zeigt Unterschiede
Im Bundesländervergleich liegt Vorarlberg bei der Arbeitslosenquote von Personen mit Pflichtschulabschluss im Mittelfeld.
Am höchsten war die Quote in Wien mit 31,4 Prozent, gefolgt von Kärnten (25,2 Prozent) und dem Burgenland (20,6 Prozent).
Am niedrigsten schnitt Tirol mit 11,3 Prozent ab, gefolgt von Salzburg (13,5 Prozent) und Vorarlberg.
"Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, dass es in den westlichen Bundesländern weniger arbeitslose Personen mit maximal Pflichtschulabschluss gibt. Das liegt unter anderem daran, dass im Tourismus nach wie vor mehr Arbeitsplätze im Niedrigqualifikationssegment angeboten werden", so das AMS Österreich 2025 in einer Spezialauswertung.
Für ganz Österreich betrachtet (im Jahresdurchschnitt 2024) war die Arbeitslosenquote der Personen mit maximal Pflichtschulabschluss mit 21,3 Prozent dreimal höher als der Gesamtschnitt von 7 Prozent. Bei Personen mit Lehrabschluss lag die Quote bei 6,1, bei Fachhochschul- oder Uniabschlüssen bei 3 Prozent.
Auf der Nachfrageseite wurden bei rund 40 Prozent der offenen Stellen mindestens eine abgeschlossene Lehrausbildung verlangt. Die Gruppe der Personen mit maximal Pflichtschulabschluss ist die einzige, die sich seit den 1990er Jahren in ihrer Arbeitslosenquote mehr als verdoppelt hat. (LB/APA)
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