Humanoide Roboter : KI-Roboter in der Industrie: Wirtschaft muss auf neue Automatisierungswelle reagieren

Da Roboter schneller und effizienter arbeiten können, könnten künftig ganze Fertigungshallen für Menschen gesperrt werden.
- © Getty Images/iStockphotoDie Automatisierung in der Industrie erreicht mit humanoiden KI-Robotern eine neue Stufe. Schon ab 2026 könnten diese Maschinen viele Aufgaben übernehmen, die bislang von Menschen erledigt wurden.
Experten warnen: Die Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle könnten weitreichend sein. Laut der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA) steht eine „neue industrielle KI-Welle“ bevor.
„Die Industrie muss sich auf eine Ära der Fertigung einstellen, die alle bisherigen Automatisierungskonzepte in den Schatten stellt“, sagt Harald Müller, Geschäftsführer der BWA.
Besonders für den Mittelstand könnten sich durch Industrieroboter mit Künstlicher Intelligenz völlig neue Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen ergeben.
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Humanoide Roboter und ihre Einsatzmöglichkeiten
Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Industrierobotern liegt in ihrer Flexibilität: Dank Künstlicher Intelligenz können diese Maschinen autonom agieren und neue Aufgaben binnen Sekunden durch maschinelles Lernen erfassen. Dies könnte die Einsatzbereiche drastisch erweitern.
Laut Müller könnten dieselben Roboter verschiedene Arbeiten innerhalb einer Produktionskette übernehmen – von der Materialverarbeitung bis zur Verpackung. Auch in der Logistik sind selbstfahrende Transportfahrzeuge ein Thema. Experten sehen in diesen Entwicklungen eine tiefgreifende Veränderung für viele Branchen.
Wie die digitale Transformation in Österreich forciert werden soll
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„Der industrielle Kern Deutschland als Grundlage unseres Wohlstands steht auf dem Spiel. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften müssen zügig handeln.“
Harald Müller, Geschäftsführer der Bonner Wirtschafts-Akademie (BWA)
Wie wirkt sich Automatisierung auf den Mittelstand aus?
Bisher lohnte sich der Einsatz von Industrierobotern vor allem für große Unternehmen mit standardisierten Produktionsprozessen. Doch durch KI-Roboter mit selbstlernenden Systemen könnten nun auch mittelständische Betriebe verstärkt automatisieren.
Eine Studie der Beratungsfirma Horváth prognostiziert, dass humanoide Roboter bis 2030 mehr als 50 % der manuellen Tätigkeiten in der Fertigung übernehmen könnten.
„Selbst wenn es nur ein Drittel wäre, wären die Auswirkungen erheblich“, betont Müller.
Industrie ohne Menschen? Produktionshallen im Wandel
Ein weiteres Thema: menschenleere Produktionsbereiche. Da humanoide Roboter schneller und effizienter arbeiten können, könnten künftig ganze Fertigungshallen für Menschen gesperrt werden. Laut Berechnungen der BWA könnte der Anteil solcher „menschenfreien Zonen“ bis 2030 auf bis zu 50 % steigen.
Die höhere Produktivität bringt allerdings auch gesellschaftliche Fragen mit sich. „Wenn Maschinen immer mehr Wertschöpfung übernehmen, muss die Politik neue Konzepte für Sozialsysteme entwickeln“, sagt Müller.
Diskutiert werden etwa eine Maschinensteuer oder eine KI-Abgabe, um Sozialversicherungen langfristig zu finanzieren.
Neue Geschäftsmodelle: KI-Roboter im Leasing-Modell?
Ein mögliches Geschäftsmodell sieht Müller in Leasing-Optionen für KI-Roboter – ähnlich wie heute Firmenfahrzeuge finanziert werden. Unternehmen könnten dann flexibel auf technologischen Fortschritt reagieren, während sinkende Preise und steigende Leistungsfähigkeit die Verbreitung humanoider Roboter zusätzlich beschleunigen.
Was bedeutet das für Unternehmen? Für den industriellen Mittelstand bedeutet die Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken. Höhere Produktivität bei niedrigeren Kosten könnte für Wettbewerbsfähigkeit sorgen, gleichzeitig könnten neue Marktteilnehmer schneller in etablierte Branchen eintreten.
Auch Gewerkschaften stehen vor neuen Herausforderungen: Statt den klassischen Arbeitsplatz zu schützen, könnte es darum gehen, Beschäftigte auf die veränderte Arbeitswelt vorzubereiten. Weiterbildung und Umschulungen könnten dabei eine zentrale Rolle spielen.
Fazit: Politik und Wirtschaft müssen reagieren. Die Transformation durch KI-Roboter ist bereits im Gange. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie sich darauf vorbereiten können. Gleichzeitig sind auch politische Lösungen gefragt, um soziale und wirtschaftliche Auswirkungen abzufedern.
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