Plansee : Plansee Group: 2,35 Mrd. Euro Umsatz trotz Wolfram-Krise
Plansee hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 ein Umsatzplus von vier Prozent einfahren können.
- © APA / MARKUS STEGMAYRDer Tiroler Hochleistungswerkstoffhersteller Plansee mit Sitz in Breitenwang bei Reutte in Tirol blickt auf ein wirtschaftlich starkes Jahr zurück.
Im Geschäftsjahr 2025/26 kletterte der Umsatz der Plansee Group um vier Prozent nach oben, von 2,25 Mrd. Euro im Vorjahr auf nun 2,35 Mrd. Euro.
Vorstandsvorsitzender Karlheinz Wex zog eine positive Bilanz und bezeichnete das abgelaufene Wirtschaftsjahr als "wie eine Navigation auf rauer See mit optimistischem Ausblick in die Zukunft". Trotz zahlreicher globaler Unsicherheiten falle das Fazit durchwegs erfreulich aus: "eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte."
Nie mehr die wichtigsten lokalen Wirtschaftsnachrichten aus dem Westen Österreichs verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter!
Steigender Wolfram-Preis fordert Plansee Tirol heraus
Weniger erfreulich entwickelte sich hingegen der Rohstoffmarkt: Der Preis für Wolfram, einen zentralen Werkstoff für Plansee, zog spürbar an.
Ausschlaggebend dafür sei laut Wex vor allem der Umstand, "dass China Netto-Importeur von Wolfram wird" und dadurch eine "Verknappung des Wolframangebotes im Westen" entsteht.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt Plansee schon länger auf Recycling und das gezielte Sammeln von Wolframschrott. Diese Strategie zeigt messbare Wirkung: "Wir konnten die Wolfram-Recyclingquote von 88 Prozent im Vorjahr auf nun 92 Prozent erhöhen", so Wex.
Wie notwendig dieser Kurs ist, verdeutlichen die globalen Marktverhältnisse: "50 Prozent der Vorkommen sind in China, 80 Prozent des weltweiten Abbaus finden in China statt", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Im Ergebnis bedeute das, dass die Welt derzeit stark "von der Versorgung aus China abhängig ist".
Verschobene Absatzmärkte: Maschinenbau legt zu, Automobilbranche schwächelt
Auch bei den Absatzmärkten der Plansee Group zeigten sich im Geschäftsjahr 2025/26 deutliche Verschiebungen. Der Bereich Maschinenbau wuchs auf einen Umsatzanteil von 25 Prozent, im Segment Luft- und Raumfahrt stieg der Anteil auf 13 Prozent.
Anders sieht es im Automobilsektor aus: Dieser blieb Sorgenkind und sackte auf einen Anteil von 20 Prozent ab.
Regional betrachtet verschoben sich die Gewichte ebenfalls leicht. Europas Anteil am Umsatz sank von 55 auf 54 Prozent, während Asien um einen Prozentpunkt zulegte. Amerika hielt sein Niveau konstant. "In Amerika waren es 2025/2026 26 Prozent, in Asien 20 Prozent", berichtete Wex.
Als besorgniserregend wertet das Unternehmen diese Verschiebungen jedoch nicht. Sie zeigten vielmehr, wie fest die Plansee Group mittlerweile auch in Amerika und Asien verankert ist.
Wie wird 2026?
Die Kombination aus solider Eigenkapitalquote, wachsendem Umsatz, anhaltenden Investitionen sowie einem stabilen Neuproduktanteil von 30 Prozent verschafft der Plansee Group nach eigener Einschätzung eine gute Ausgangslage in einem volatilen Marktumfeld.
"Obwohl die geopolitischen Herausforderungen noch weiter zunehmen werden, erwarten wir in den nächsten Monaten steigende Umsätze", so Wex.
Erste Anzeichen dafür habe es bereits im letzten Quartal des abgelaufenen Wirtschaftsjahres gegeben. Mit gezielten Wachstumsimpulsen will die Plansee Group im laufenden Geschäftsjahr nun neuerlich über dem heurigen Umsatz abschließen – so die optimistische Prognose des Vorstandschefs für die kommenden Monate. (LB/APA)
🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke? Folgen Sie uns auf LinkedIn und Facebook! Und schauen Sie in unsere neue Sendung!