Landwirtschaftskammer Salzburg : Landwirtschaftskammer Salzburg im Finanzloch – Bauernbund Salzburg übt Kritik

ki-generiertes bild eines mähdräschers in einem weizenfeld unter wolkigem himmel, auf der seite darstellungen negativer finanzkurve

(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)

- © adobe stock/Anoo

Die Landwirtschaftskammer Salzburg kämpft mit einem erheblichen Finanzloch – ein Problem, das mittlerweile auch die Politik beschäftigt. 

Der Rechnungsabschluss für 2025 weicht um fast eine Million Euro vom Budgetvoranschlag ab. Der Schuldenstand liegt bei über zehn Millionen Euro. Der ÖVP-Bauernbund, der mit 21 von 28 Sitzen die stärkste Kraft im Bauernparlament stellt, kritisierte nun mangelnde Transparenz bei der Darstellung der Finanzlage.

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Bauernbund und Nicole Leitner: Fehlende Offenheit bei den Kammerfinanzen

"Wären die Zahlen früher offen dargestellt worden, hätte man rechtzeitig reagieren und etwa Einsparungsmöglichkeiten prüfen können", so Bauernbund-Kammerrätin Nicole Leitner in einer Aussendung. Nach außen sei der Eindruck entstanden, dass finanziell alles in Ordnung sei. "Die nun offengelegten Zahlen zeigen jedoch, dass Handlungsbedarf bestanden hat."
 

Als Ursachen für das Defizit nennt der Bauernbund Salzburg mehrere Faktoren. Die hohen Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre hätten den Kammerhaushalt zusätzlich belastet. Hinzu kämen Investitionen in Gebäude in Hallein und in der Stadt Salzburg, "um den Bäuerinnen und Bauern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine zeitgemäße Infrastruktur bieten zu können", so Leitner. 

Den Bauschulden stehe nun ein deutlich höherer Wert der Immobilien gegenüber.

Lesen Sie hier über das neue Landesdienstleistungszentrum (LDZ) beim Salzburger Hauptbahnhof – Österreichs wohl modernstes Verwaltungsgebäude.

Früherer Kammerdirektor im Fokus der Kritik

Die Verantwortung für die Finanzsituation und die unzureichende Information der Gremien weist der Bauernbund der früheren Kammerführung zu. 

Der langjährige Direktor der Landwirtschaftskammer Salzburg wurde im Sommer 2025 kurz vor seiner Pensionierung gemeinsam mit einer Abteilungsleiterin fristlos entlassen. Grund soll eine Überweisung in der Höhe von 38.000 Euro gewesen sein, die der Direktor an die Frau veranlasst hatte. Beide sprachen von einer "rückwirkenden Gehaltszahlung", laut Kammer fehlte aber die Zustimmung des Kammerpräsidenten. 

Der Rechtsstreit vor dem Arbeits- und Sozialgericht ist teilweise noch anhängig.

Reform und Sparkurs: Landwirtschaftskammer Salzburg plant Neuaufstellung

Das neue Direktorium der Kammer will der am 29. Mai tagenden Vollversammlung eine Reform der Führungs- und Steuerungsstrukturen vorschlagen. 

Vorgesehen sind unter anderem ein internes Kontrollsystem sowie eine breiter angelegte und regelmäßige Information der Gremien. Zugleich wurde ein Sparkurs angekündigt.

Grüne fordern Aufklärung – Land sieht keine Aufsichtspflicht

Salzburgs Agrarlandesrat Maximilian Aigner (ÖVP) begrüßte am Freitag die "zeitgemäße Aufstellung in puncto Kontrolle und Verwaltungsprozessen". Das Land Salzburg zahle der Landwirtschaftskammer heuer rund 5,5 Millionen Euro

Aigner betonte zugleich, dass die Landesregierung keine Aufsichtspflicht über die Finanzgebarung der Kammer habe – solange keine gesetzlichen Verstöße vorliegen oder Verträge mit dem Land nachteilig berührt werden. 

Zuvor hatten die Grünen im Landtag Aufklärung gefordert: Die neue Kammerspitze versuche, die Schuld dem früheren Direktor zuzuschieben, betonte Klubobfrau Martina Berthold. "Ich gehe davon aus, dass der Präsident, die Vollversammlung und auch der Kontrollausschuss umfassend und laufend über die Finanzen der Landwirtschaftskammer informiert waren." (LB/APA)

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