Rail Cargo : Güterverkehr Salzburg: Rail Cargo kämpft gegen Streckenausfälle
Inhalt
- Güterverkehr Salzburg: Massive Auswirkungen der Streckensperrungen
- Rail Cargo Group: 65 Güterzüge täglich von Bauarbeiten betroffen
- ÖBB Rail Cargo: Strategien gegen Beeinträchtigungen
- 80 Prozent der Kapazitäten sollen gesichert werden
- Güterverkehr Österreich: Verlagerung auf die Straße unausweichlich
- Wirtschaftskammer Salzburg warnt vor massiven Logistik-Problemen
- Weitere Faktoren gefährden Wirtschaftsverkehr
Die ÖBB Rail Cargo Group transportiert jährlich insgesamt 79,9 Millionen Nettotonnen an Gütern und sorgt mit 5.912 Logistikprofis in 18 Ländern dafür, dass täglich rund 1.150 Züge sicher ihr Ziel erreichen.
- © Lukas Hämmerle, LustenauWährend in Deutschland die Misere der Bahn ihren obersten Manager den Job gekostet hat, stellen sich Österreichs Logistik und die ÖBB auf die Komplettsperrungen ein.
Hochfrequentierte Strecken bzw. Abschnitte werden gesperrt. Der Hauptgrund für die schon seit Langem anhaltende Misere liegt darin, dass über Jahrzehnte hinweg zu wenig in Sanierung und Instandhaltung investiert wurde.
Das Schienennetz in Deutschland umfasst aktuell insgesamt knapp 40.000 Kilometer. Der mit Abstand größte Betreiber ist die Deutsche Bahn (InfraGO AG).
"Die Rückverlagerung auf die Straße wäre nicht nur ein Rückschlag für den Schienengüterverkehr, sondern auch für den Klimaschutz."ÖBB Rail Cargo Group
Güterverkehr Salzburg: Massive Auswirkungen der Streckensperrungen
Für die Österreichischen Bundesbahnen sind die Streckensperren zwischen Hamburg und Berlin von August 2025 bis April 2026 wesentlich. Auch die Sperrungen zwischen Rosenheim und Salzburg im Jahr 2027 sowie im Großraum Passau ab Februar 2026 betreffen den Güterverkehr Österreich erheblich.
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Die 278 Kilometer lange Bahnverbindung zwischen Hamburg und Berlin ist von großer Bedeutung für den deutschen und europäischen Schienenverkehr. Durchschnittlich nutzen rund 110 Fernverkehrszüge, 270 Regionalverkehrszüge und 90 Güterverkehrszüge die Strecke täglich.
Für die Rail Cargo-Tochter der ÖBB bedeutet die Sperrung und die damit verbundenen Umleitungen ein Mehr von 140 Kilometern. Das führt zu längeren Laufzeiten und einem operativen Mehraufwand. Betroffen sind insbesondere Transporte über den Hamburger Hafen, der eine zentrale Rolle für den österreichischen Außenhandel spielt.
"Die betroffenen Unternehmen prüfen jetzt schon alternative Transportmöglichkeiten. Eine teilweise Rückverlagerung auf die Straße wird unvermeidlich sein."Maximilian Gruber, WKS-Spartenobmann
Rail Cargo Group: 65 Güterzüge täglich von Bauarbeiten betroffen
Durch die für 2027 geplante Gesamtsperre zwischen Rosenheim und Salzburg sind insgesamt bis zu 65 Güterzüge pro Tag von den Bauarbeiten bei DB-InfraGO betroffen. Diese Güterzüge müssen dabei erhebliche Umwege im mitteleuropäischen Eisenbahnnetz zurücklegen.
Obwohl für alle Verkehre alternative Laufwege angeboten werden können, ist der Mehraufwand beträchtlich. Auch die Gefahr des Ausweichens auf die Straße steigt erheblich.
ÖBB Rail Cargo: Strategien gegen Beeinträchtigungen
Für die ÖBB Rail Cargo Group lassen sich die Beeinträchtigungen gut am Beispiel des Grenzübergangs Passau ablesen. Oberösterreich ist das führende Export- und Industriebundesland. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner. Viele Waren erreichen unsere Nachbarn klimafreundlich auf der Schiene.
Rund 54 Milliarden Euro werden durch den Warenexport erwirtschaftet. Etwa 20 Prozent des gesamten österreichischen Schienengüterverkehrs werden über den Grenzübergang Passau abgewickelt.
„Täglich passieren hier bis zu 140 Güterzüge die Grenze", wird dargestellt. „Diese leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrsverlagerung, denn so werden jährlich 1,4 Millionen Lkw-Fahrten vermieden."
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80 Prozent der Kapazitäten sollen gesichert werden
Erklärtes Ziel der ÖBB ist es, „die Auswirkungen für Reisende und die Industrie so gering wie möglich zu halten." Um dies bestmöglich zu schaffen, wird die heimische Schieneninfrastruktur rund um die Uhr zu 100 Prozent ausgelastet sein.
Durch gezielte Infrastruktur-Trassenplanung können rund 80 Prozent der derzeitigen Kapazitäten gesichert werden. So soll die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werden.
Für die ÖBB bedeuten Baustellen massive Mehrkosten aufgrund von Mehrkilometern. Dadurch entsteht ein erhöhter Ressourcenbedarf bei Personal, Lokomotiven, Energie und Wagen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die heurige Tauernsperre. Diese hat in diesem Jahr zu Mehrkosten von rund 10 Millionen Euro geführt.
Wenn wir auf das nächste Jahr blicken, summieren sich die Gesamtkosten aller geplanten Baustellen auf knapp 30 Millionen Euro. Es liegt auf der Hand, dass diese Kosten nicht allein gestemmt werden können. Dies gilt vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Schienengüterverkehr generell ein margenschwaches Geschäft ist.
Güterverkehr Österreich: Verlagerung auf die Straße unausweichlich
Die andauernden Beeinträchtigungen und Umleitungen verstärken die Herausforderungen für die Schiene. Sie feuern die Verlagerung von Transporten auf die Straße weiter an, die bereits im Gange ist. Dies gilt insbesondere im Intermodalverkehr. Denn hier konkurriert die Rail Cargo Group nicht nur mit anderen Bahnanbietern, sondern vor allem mit dem Lkw.
In diesem strukturellen Wettbewerb hat die Straße derzeit mehrere Vorteile. Dazu zählen mehr Flexibilität, geringere Anfälligkeit für baubedingte Einschränkungen und aktuell oft deutlich günstigere Rahmenbedingungen. Ein Beispiel sind die Energiekosten.
Sollte es durch die bevorstehenden Sperren und die angespannte Infrastruktur zu längeren Laufzeiten kommen, steigt das Risiko erheblich. Auch geringere Zuverlässigkeit führt dazu, dass Transporte dauerhaft von der Schiene auf die Straße abwandern.
Das wäre nicht nur ein Rückschlag für den Schienengüterverkehr, sondern auch für den Klimaschutz. Denn jeder Lkw-Transport verursacht ein Vielfaches an CO₂ im Vergleich zur Bahn.
Wirtschaftskammer Salzburg warnt vor massiven Logistik-Problemen
Das betont auch die Wirtschaftskammer Salzburg und macht die großen Herausforderungen deutlich. Alle Logistiker und die damit verbundenen Branchen stehen vor der Aufgabe, bestehende Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Die Sparte Transport und Verkehr der WKS hat „alle betroffenen Unternehmen bereits im Februar 2025 zu einer Veranstaltung eingeladen", wie es heißt. „Dort wurde detailliert über die Auswirkungen berichtet, um den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, frühzeitig zu disponieren."
Die ÖBB haben viele Gespräche mit der DB geführt. Ziel ist es, die Umleitungen auf der Schiene so zu ermöglichen, dass ein Transport halbwegs attraktiv bleibt. Weiter heißt es, dass die betroffenen Unternehmen jetzt schon alternative Transportmöglichkeiten prüfen. Eine teilweise Rückverlagerung auf die Straße werde unvermeidlich sein.
Seit der Sperre des Schienenverkehrs über den Brenner vor vielen Jahren weiß man jedoch eines. Es dauert sehr lange, bis die Kapazitäten ansatzweise wieder auf die Schiene zurückkehren.
Weitere Faktoren gefährden Wirtschaftsverkehr
Auch weitere Faktoren sind laut Spartenobmann Maximilian Gruber zu bedenken.
„Durch den geplanten Ausbau der A8, der notwendigen Sanierungen der Luegbrücke in Tirol und des Katschberg- und Tauerntunnels auf der A10 ist bei nicht koordiniertem Vorgehen mit massiven Stausituationen zu rechnen."
Dadurch würde der normale und regelmäßige Wirtschaftsverkehr enorm gefährdet werden. Die entstehenden Mehrkosten lägen auf der Hand.
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