Logistik 2025 : Transportmanagement 2025: Strategien, Trends und Herausforderungen für die Zukunft der Logistik

großes, vollbeladenes containerschiff im Hafen Hamburg bei bewölktem himmel

Die weltweite Containerflotte wird in den nächsten vier Jahren um rund 30 Prozent wachsen, so eine Prognose.

- © Jonas Weinitschke - stock.adobe.com

Der Verein Netzwerk Logistik (VNL) veranstaltete unter dem Titel „Transportmanagement 2025: Worauf müssen wir uns einstellen?“ den traditionellen Powerday Transportmanagement im voestalpine Gästehaus in Linz. 

Die Konferenz beleuchtete zentrale Themen wie konjunkturelle Entwicklungen und deren Auswirkungen auf nationale und internationale Warenströme in den Bereichen Straße, Schiene, See- und Luftfracht. Praxisbeispiele aus der Logistik ergänzten die Diskussion.

Kurt Leidinger, VNL-Obmann-Stellvertreter, hob hervor, dass Kapazitätsmanagement für Verkehrsträger wie Lkw-Flottenbetreiber, Containerreedereien und Airlines in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen habe. Die Zeiten von Überkapazitäten und „Frachtsonderangeboten“ seien vorbei. 

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Diese Entwicklung sei entscheidend, um Investitionen in nachhaltige Transportkapazitäten zu sichern. Besonders herausfordernd sei die Situation für ökologisch bevorzugte Verkehrsträger wie Bahn und Binnenschifffahrt. Während die Bahn durch Sanierungsarbeiten im deutschen Streckennetz stark beeinträchtigt werde, leide die Binnenschifffahrt unter einer veralteten Flotte, deren Modernisierung dringend notwendig sei.

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Bernhard Schmaldienst (Transporeon), Georg Reisinger (LogServ), Ralf Schweighöfer (DHL Express), Andreas Breinbauer (FH des BFI Wien) und Alexander Till (Hafen Hamburg). Rund 150 Teilnehmer waren beim VNL Powerday Transportmanagement 2025.

- © VNL

Straßengüterverkehr: Technologische Fortschritte und strukturelle Herausforderungen

Bernhard Schmaldienst, Senior Director Transport Management bei Transporeon, stellte die Marktentwicklung im Straßengüterverkehr vor. Geopolitische Unsicherheiten und hohe Betriebskosten würden weiterhin Druck auf die Branche ausüben, während der Fahrermangel und Kapazitätsengpässe voraussichtlich zunehmen. Gleichzeitig könnten technologische Fortschritte wie Automatisierung und künstliche Intelligenz die Effizienz in der Branche steigern. 

"In unserer Prognose kommt es trotz weiter verhaltener wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu leicht steigenden Transportkosten", so Schmaldienst.

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Seefracht: Überkapazitäten als Herausforderung für die Branche

Alexander Till, Repräsentant des Hafens Hamburg, erläuterte die Entwicklung in der Seefracht. Die weltweite Containerflotte werde in den nächsten vier Jahren um rund 30 Prozent wachsen, was bei stagnierendem Welthandel zu einer chronischen Überkapazität und sinkenden Frachtraten führen könne. 

"Allerdings haben wir auch gelernt, dass die Reedereien bei Krisen oder kriegerischen Auseinandersetzungen die Raten sehr schnell sehr hoch werden lassen", so Till. "Dies hat in den Jahren der Corona-Pandemie dazu geführt, dass der Ebit der größten Reedereien bei etwa 20 Mrd. Euro/Jahr gelegen hat.“

Digitalisierung und Marktveränderungen in der Logistik

Die Digitalisierung treibt laut Experten vor allem im Straßengüterverkehr den Bedarf an Ad-hoc-Transporten voran. Während die wirtschaftliche Schwächephase das Problem des Fahrermangels kurzfristig überdecke, könnte es bei einer Konjunkturerholung umso deutlicher werden. 

Automatisierung und KI könnten zwar Effizienzgewinne bringen, seien jedoch nur begrenzt in der Lage, strukturelle Engpässe wie den Personalmangel vollständig auszugleichen.