Strabag SE : Strabag Halbjahresbericht: So viel Umsatz und Gewinn macht der Konzern, Prognose für Aktie

Außenansicht auf das Strabag Haus in Wien am frühen Abend

Der Strabag Umsatz wuchs parallel zur Leistung um 7%. Das Verhältnis von Umsatz zu Leistung blieb mit 89% nahezu konstant. Im Bild: Der Standort in Wien.

- © Andreas Buchberger

Die Strabag SE hat im ersten Halbjahr 2025 ein solides Wachstum verzeichnet. Der Halbjahresbericht wurde nun veröffentlicht.

Die Strabag Leistung kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 7% auf € 8.905,19 Mio. Die Hälfte dieses Zuwachses resultiert aus der Eingliederung der Georgiou Group aus Australien. 

Bei den etablierten Märkten verbuchte der österreichische Baukonzern die höchsten absoluten Steigerungen in Polen, Tschechien und Deutschland

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Wie erwartet sank die Performance im Vereinigten Königreich durch die Fertigstellung von Großprojekten sowie in Ungarn wegen eingefrorener EU-Gelder und fehlender staatlicher Investitionen. 

Der Strabag Umsatz wuchs parallel zur Leistung um 7%. Das Verhältnis von Umsatz zu Leistung blieb mit 89% nahezu konstant. 

"Wir sind auf profitablem Wachstumskurs", sagt Konzernchef Stefan Kratochwill.

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  • Strabag-Vorstandsvorsitzender Stefan Kratochwill
    "Wir sind auf profitablem Wachstumskurs."

    Strabag-Vorstandsvorsitzender Stefan Kratochwill

Strabag Auftragsbestand erreicht Rekordniveau

Ende des ersten Halbjahres 2025 belief sich der Auftragsbestand auf € 28.366,22 Mio. – ein Anstieg von 13% beziehungsweise € 3,2 Mrd. im Jahresvergleich. Dieser beachtliche Zuwachs zeigt die erfolgreiche Projektakquise im bisherigen Jahresverlauf, vor allem in den Segmenten Bahnbau, Energieinfrastruktur, High-Tech-Bauten sowie Universitäts- und Forschungseinrichtungen. 

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Regional verzeichnete der Auftragsbestand die stärksten Zunahmen in Deutschland, Tschechien und Österreich. Australien steuerte per Ende Juni 2025 rund € 660 Mio. zum Gesamtbestand bei.

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Hintergrundinfo: ein paar Fakten zur Strabag

Die Strabag SE ist ein Technologiekonzern für Baudienstleistungen. Das Unternehmen umfasst sämtliche Bereiche der Bauindustrie und deckt die gesamte Bauwertschöpfungskette ab.

Laut eigenen Angaben laufen derzeit 250 Innovationsprojekte und 400 Nachhaltigkeitsprojekte. 

Die Strabag hat ihren Hauptsitz in Wien und zählt weltweit rund 86.000 Mitarbeiter:innen. Insgesamt ist sie in 80 Ländern aktiv. Die jährliche Leistung liegt bei etwa € 19 Mrd.

Die Strabag AG ist eine Tochter der Strabag SE und laut eigenen Angaben das größte Bauunternehmen Österreichs. Sie ist für rund 17 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich.

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Strabag Gewinn: EBITDA wächst, Ergebnis je Aktie konstant

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im ersten Halbjahr 2025 um 20% auf € 430,81 Mio. Entsprechend den Investitionen im Rahmen der Strategie 2030 und der erweiterten Asset-Basis erhöhten sich die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen um 9% auf € 301,44 Mio. Dadurch wuchs das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 58% auf € 129,37 Mio.

Positive Entwicklungen in den Segmenten Nord + West sowie besonders in International + Sondersparten wirkten sich günstig aus. Aufgrund des höheren Anteils an Verkehrswegebauprojekten fiel das Resultat in Süd + Ost im ersten Halbjahr abermals negativ aus.

Das Zinsergebnis erreichte mit € 15,38 Mio. erneut positive Werte, lag jedoch unter dem Vorjahreswert (6M/2024: € 52,23 Mio.). Verantwortlich für diese Entwicklung waren einerseits deutlich niedrigere Einlagenzinsen im Jahresvergleich. Diese führten zu geringeren, aber weiterhin soliden Zinserträgen, die die anhaltend starke Liquiditätsposition der Strabag SE unterstreichen. Andererseits belasteten Kursdifferenzen das Zinsergebnis stärker als im Vorjahr mit € -13,04 Mio. (6M/2024: € -5,54 Mio.).

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte somit € 144,75 Mio. und lag deutlich über dem Vorjahreswert von € 134,15 Mio. Die Ertragsteuern betrugen € -47,68 Mio. (6M/2024: € -41,11 Mio.), was eine leicht höhere Ertragsteuerquote von 33% zur Folge hatte. Dies ergab ein Ergebnis nach Steuern von € 97,07 Mio., verglichen mit € 93,04 Mio. im ersten Halbjahr 2024.

Das den Fremdanteilseignern zurechenbare Ergebnis blieb mit € 2,18 Mio. in absoluten Zahlen praktisch unverändert. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern ein Gesamtergebnis von € 94,89 Mio. (6M/2024: € 91,51 Mio.). Bei einer höheren gewichteten Anzahl von 115.442.905 im Umlauf befindlichen Aktien im ersten Halbjahr 2025 konnte das Ergebnis je Aktie mit € 0,82 nahezu konstant gehalten werden (6M/2024: € 0,84).

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Strabag Bilanz: Solide Finanzstruktur trotz saisonaler Schwankungen

Die Bilanzsumme wuchs gegenüber dem Jahresende 2024 moderat um 1% auf € 14,9 Mrd. Saisonbedingt nahmen die Vertragsvermögenswerte und Vorräte zu, während die liquiden Mittel im ersten Halbjahr 2025 sanken. Durch Unternehmensakquisitionen stiegen auch die Firmenwerte und Sachanlagen an.

Im Vergleich zum 31.12.2024 sank die Eigenkapitalquote von einem hohen Niveau von 34,1% auf 32,4%. Dies resultiert aus der Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2024 im ersten Halbjahr 2025.

Die Strabag weist weiterhin eine solide Netto-Cash-Position aus. Gegenüber dem Jahresende 2024 verringerte sich diese aufgrund des Saisonalitätseffekts von € 2.905,25 Mio. auf € 1.868,00 Mio.

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit war mit € -284,44 Mio. weniger stark negativ als im Vorjahr (6M/2024: € -415,00 Mio.). Einerseits fiel der Cashflow aus dem Ergebnis höher aus, andererseits war der saisonbedingte Aufbau des Working Capital – insbesondere bei Vorräten und Vertragsvermögenswerten – im ersten Halbjahr 2025 weniger ausgeprägt.

Der Mittelabfluss für Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) betrug mit € -430,31 Mio. planmäßig mehr als im Vorjahr (€ -322,49 Mio.). Dies ist hauptsächlich auf höhere Ausgaben für Unternehmensakquisitionen sowie für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 2025 war unter anderem die Kaufpreiszahlung für die Übernahme der Georgiou Group in Australien enthalten.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag im ersten Halbjahr 2025 bei € -261,75 Mio. (6M/2024: € -299,76 Mio.). Trotz einer höheren Dividendenausschüttung im Jahresvergleich fiel der Mittelabfluss geringer aus. Dies liegt unter anderem daran, dass im Vorjahr die Auszahlung der Kapitalherabsetzung an jene Streubesitzaktionäre enthalten war, die sich im Rahmen der Kapitalmaßnahmen für die Barvariante entschieden hatten.

Personalentwicklung: Mitarbeiterzahl steigt moderat

Im ersten Halbjahr 2025 beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 79.159 Mitarbeitende (FTE). Dies entspricht einem Anstieg von 2% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. 

Zusätzlich zum Zuwachs durch die Übernahme in Australien stieg die Mitarbeiterzahl besonders in Polen, der Region Naher Osten sowie in Deutschland. 

Im Zuge des Fortschritts bei laufenden Großprojekten hat sich die Beschäftigtenzahl in der Region Americas hingegen reduziert.

Strabag Aktie Prognose 2025: Vorstand bestätigt Jahresziele

Basierend auf der Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf und den Erwartungen für die zweite Jahreshälfte hält der Vorstand unverändert an den Zielen für 2025 fest. 

Der anhaltend hohe Auftragsbestand sowie die erwarteten Beiträge aus der Übernahme in Australien stützen diese Annahme. 

Demnach wird eine Leistung von rund € 21 Mrd. angepeilt; die EBIT-Marge wird bei mindestens 4,5% erwartet. Die Netto-Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) werden im Einklang mit der Umsetzung der Strategie 2030 mit höchstens € 1,4 Mrd. prognostiziert.

Das durchschnittliche Kursziel für die Aktie beträgt € 80,90 (konsolidierte Schätzungen per Stichtag 28.8.2025).

(LB/APA)

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