Stadler : Stadler eröffnet neue Halle für Hochgeschwindigkeitszüge in Österreich – das steckt dahinter

Gruppenbild im Rahmen der Eröfnung der neuen Stadler-Halle in Obersiebenbrunn

Die neue Werkhalle in Niederösterreich wird als Schlüsselprojekt für die Zukunft der Bahnindustrie in Österreich bezeichnet.

- © Leadersnet

Der Schienenfahrzeughersteller Stadler hat am 10. April 2026 eine neue Werkhalle im niederösterreichischen Marchfeld in Betrieb genommen. Der Standort in Obersiebenbrunn ist künftig auf die Instandhaltung von Hochgeschwindigkeitszügen ausgerichtet. 

Zudem wird die Auslieferungsvorbereitung aller Fahrzeugprojekte des Unternehmens übernommen. Mit der neuen Anlage will Stadler seine Marktposition in Österreich gezielt ausbauen.


Seit März 2026 laufen in der neuen Stadler Halle die Wartungsarbeiten an den Hochgeschwindigkeitszügen der Westbahn. Damit sichert das Unternehmen die Verfügbarkeit dieser Fahrzeuge im laufenden Betrieb.

Nie mehr die wichtigsten lokalen Wirtschaftsnachrichten aus dem Donauraum Österreichs verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter!

Stadler Halle als Servicezentrum für alle BetreiberInnen

Der Standort ist nicht ausschließlich für eine Zugflotte konzipiert. Die Stadler Halle soll künftig allen BetreiberInnen von Stadler-Fahrzeugen für Servicearbeiten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus bietet die Anlage die Möglichkeit, Testfahrten einheitlich und effizienter vorzubereiten. Das soll dazu beitragen, neue Züge rascher in den regulären Betrieb zu überführen.
 

"Österreich ist für uns ein wichtiger Markt. Deshalb bauen wir unsere Präsenz gezielt aus. Das neue Servicezentrum ist hierbei ein wichtiges Puzzleteil", sagt Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler. "Mit der neuen Werkhalle schaffen wir die Voraussetzungen, um die Hochgeschwindigkeitszüge effizient zu warten." Das sei entscheidend für einen stabilen und zuverlässigen Betrieb der Züge.


"Mit dieser Anlage reagieren wir auf die steigenden Anforderungen eines immer dichteren und technologisch anspruchsvolleren Bahnverkehrs", sagt auch Christian Diewald, CEO von Stadler Austria.

Lesen Sie auch hier: Österreich hat beste öffentliche Verkehrsmittel in EU

Was macht Stadler?

Stadler baut seit über 80 Jahren Züge. Das Unternehmen mit Hauptsitz im ostschweizerischen Bussnang ist in den Bereichen Schienenfahrzeugbau, Service und Signaltechnik tätig. 

An acht Produktions- und acht Engineering-Standorten sowie an über 95 Servicestandorten arbeiten über 17.000 MitarbeiterInnen, davon etwa 6.000 in der Schweiz. 

Stadler stellt auch erfolgreich Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (Wasserstoff und Batterie) sowie Zahnradbahnfahrzeuge her.

Die Stadler Austria GmbH mit Sitz in Wien ist als Teil der internationalen Stadler-Gruppe die zentrale Anlaufstelle für den österreichischen Markt. Mit einem Team von ca. 100 Mitarbeitenden unterstützt Stadler Austria insbesondere die Bereiche Engineering, Services, Vertrieb und Kundenbetreuung.

Bau mit Strabag in sieben Monaten abgeschlossen

Umgesetzt wurde das Bauprojekt in Zusammenarbeit mit der Strabag. Die Fertigstellung gelang in nur sieben Monaten.


Von der neuen Instandhaltungshalle würden täglich tausende Fahrgäste profitieren, sagt Franz Redl, Vorstandsmitglied der Strabag AG Österreich: "Solche Infrastrukturprojekte erhöhen die Qualität des öffentlichen Verkehrs und machen Österreich als Wirtschafts- und Mobilitätsstandort nachhaltig attraktiver."

Rückendeckung aus der Politik für die Bahnindustrie Österreich

Das Projekt stößt auch politisch auf breite Unterstützung. Sowohl Bundesminister Peter Hanke als auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner werten die Investition als Signal für den Wirtschaftsstandort.
 

"Die Bahnindustrie ist eine Schlüsselbranche für Österreich und Europa: Sie schafft zehntausende Arbeitsplätze, treibt Innovation voran und stärkt unsere industrielle Wertschöpfung. Mit der neuen Halle von Stadler wird gezielt in diese Zukunft investiert", sagt Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
 

"Dieses Projekt ist ein starkes Signal für den Standort Niederösterreich", so auch Mikl-Leitner, Landeshauptfrau von Niederösterreich. "Es zeigt, dass wir mit unserer klaren Wirtschaftsstrategie und gezielten Standortpolitik international tätige Industrieunternehmen anziehen und langfristig binden können. Gleichzeitig entstehen hochwertige Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in der Region."

Technische Ausstattung und Anbindung der Stadler Halle in Obersiebenbrunn

Die Halle entstand als Erweiterung der bestehenden Anschlussbahn auf dem Betriebsgelände der Agrana in Obersiebenbrunn / Leopoldsdorf. Die Haupthalle ist rund 225 Meter lang und umfasst etwa 4.600 m² Fläche. Ergänzt wird die Anlage durch Büroräumlichkeiten sowie eine Zelthalle, die als Lager dient.
 

Durch die direkte Anbindung an das Bahnnetz – inklusive einer künftig mit ETCS ausgestatteten 200 km/h-Strecke – ist der Standort in das europäische Schienensystem eingebunden.

🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke?

Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden!