Palmers insolvent : Palmers von Change of Scandinavia übernommen, Fortführung gesichert

Außenansicht einer Palmers-Filiale in Wien mit vorbeigehender Passantin von hinten
© APA/JAKOB LANGWIESER

Der insolvente Wäschehändler Palmers ist vom dänischen Unternehmen Change of Scandinavia übernommen worden. 

Durch den Investoreneinstieg kann Palmers die bis heute fällige 5-prozentige Quote an die Gläubiger überweisen. Außerdem sei mit der Übernahme die Fortführung des Unternehmens gesichert

Insgesamt 20 Prozent der Schulden will die Palmers Textil AG mit Hauptsitz in Wien in den nächsten zwei Jahren begleichen.

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Kennzahlen Geschäftsjahr 2021/22 bis 2023/24; Quelle: Palmers

- © APA / Rainer Waxmann/ivn/bel/

Am 20. Mai hatten die Palmers-Gläubiger den vorgelegten Sanierungsplan angenommen. 

Ein Investor zur Rettung des Traditionsunternehmens wurde damals in Aussicht gestellt, aber noch nicht namentlich genannt. 

Die restlichen Quotenzahlungen an die Gläubiger zu je 5 Prozent, zahlbar binnen 12, 18 und 24 Monaten ab Annahme des Sanierungsplans, werden nun mit finanzieller Unterstützung des Investors aufgebracht.

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Palmers ist insolvent, der Fachhandel strauchelt, Warenhäuser schließen. Welche Fehler wurden und werden gemacht? Talk mit Yurdanur Steck, Gründerin und Geschäftsführerin der Münchner Firma Bodywear Consulting.

Palmers gibt Eigenverwaltung auf – Quote sinkt

Die dänische Change of Scandinavia produziert und vertreibt unter der Modemarke Change Lingerie vor allem Damenunterwäsche. Das Unternehmen, das mittelbar 100 Prozent an der Palmers Textil AG erworben hat, habe dem Zahlungsplan für die weitere Sanierung zugestimmt, sagte ein Sprecher. 

Die Gläubigerschützer vom KSV1870 rechnen nun in Kürze mit der insolvenzgerichtlichen Bestätigung des angenommenen Sanierungsplans.

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Was bisher geschah

Rund 400 Gläubiger und über 500 Dienstnehmer haben ursprünglich laut Gläubigerschützern Forderungen in Höhe von rund 76 Mio. Euro angemeldet

Palmers hat Ende April beim zuständigen Handelsgericht Wiener Neustadt die Eigenverwaltung im Sanierungsverfahren zurückgelegt. 

Seit Insolvenzmeldung im Februar wurden 47 Filialen geschlossen, über hundert Beschäftigte sowie mehrere Franchiseverträge gekündigt. Es war bislang die größte Insolvenz (nach Arbeitnehmern) im Jahr 2025.

Aktuell betreibt Palmers noch 70 eigene Standorte und 46 Franchisefilialen mit insgesamt unter 400 Beschäftigten. Der Personalstand der Palmers Textil AG sank auf 345 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch ein andere Textilunternehmen aus Österreich ist insolvent

Geschichte von Palmers

Palmers wurde 1914 von Ludwig Palmers als Wäschegeschäft in Innsbruck gegründet und erregte ab den 1950er-Jahren vor allem durch seine Plakatwerbungen Aufmerksamkeit. 

Palmers war bis 2004 in Familienbesitz, gehörte dann bis 2015 Finanzinvestoren wie dem deutschen Fonds Quadriga und seitdem den Brüdern Luca und Tino Wieser sowie Matvei Hutman.

Für einen Skandal sorgte Palmers während der Coronapandemie, als der Wäschehändler gemeinsam mit dem Faserhersteller Lenzing mit dem Gemeinschaftsunternehmen Hygiene Austria in das Geschäft für FFP2-Masken einstieg, jedoch Masken aus China als "Made in Austria" ausgab. 

Vergangenen Herbst wollte sich Palmers noch frisches Geld von Kleinanlegern holen. Finanzierungsprobleme wurden da noch in Abrede gestellt. (LB/APA)