Lenzing News : Lenzing News: Georg Kasperkovitz wird CEO – Warnstreik beim KV Chemische Industrie

Georg Kasperkovitz, CEO der Lenzing Gruppe, mit einem weißen Ball zellstoff in der hand

Georg Kasperkovitz ist neuer CEO der Lenzing Gruppe.

- © Lenzing AG/Christian Leopold

Lenzing News in Kürze: Georg Kasperkovitz wird CEO – Warnstreik beim KV Chemische Industrie

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing hat die Nachfolge an der Konzernspitze geregelt. Der Aufsichtsrat bestellte den bisherigen Chief Operations Officer (COO), Georg Kasperkovitz, mit Wirkung zum 1. Juni 2026 zum neuen Vorstandsvorsitzenden

Die Position des Lenzing CEO war seit Ende Jänner unbesetzt, nachdem Rohit Aggarwal das Unternehmen aus persönlichen Gründen verlassen hatte.

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Warnstreik der Gewerkschaft GPA, PRO-GE nach der 6. Runde der Kollektivvertragsverhandlungen der Chemischen Industrie

- © APA/HANS KLAUS TECHT

Georg Kasperkovitz bisher und ab jetzt

Kasperkovitz gehört dem Vorstand des Unternehmens seit Juni 2025 an. Als COO war er bislang für die Faserdivision einschließlich Vertrieb, Produktion und Supply Chain zuständig. Darüber hinaus verantwortet er das konzernweite Performance-Programm, mit dem Lenzing nach den hohen Verlusten der vergangenen Jahre Einsparungen erzielen möchte.

Seine Funktionsperiode als CEO läuft bis zum 31. Mai 2029. Die Aufgaben des COO sollen nicht neu vergeben werden. Auf Nachfrage erklärte das Unternehmen, dass Kasperkovitz diese Funktion zusätzlich zu seiner neuen Rolle als CEO übernehmen werde.

Mit der internen Besetzung verzichtet der Konzern auf eine Erweiterung des Managements. Die Zusammensetzung des Vorstandes bleibt damit formal unverändert. Dem Gremium gehören weiterhin drei Mitglieder an: Georg Kasperkovitz als CEO, Finanzvorstand Mathias Breuer (CFO) sowie Christian Skilich (CPO/CTO).

Zur Person Georg Kasperkovitz

Georg Kasperkovitz ist Maschinenbauingenieur (Dr. techn., TU Wien) und hält einen MBA der Harvard Business School

Er verfügt über mehr als 15 Jahre internationale Führungserfahrung in Europa, Nordamerika, Asien und China – den wichtigsten Produktionsregionen und Märkten von Lenzing. 

Vor seinem Eintritt bei Lenzing war er unter anderem als Business Unit CEO beim internationalen Verpackungs- und Papierunternehmen Mondi plc (2016–2019) sowie als Vorsitzender des Vorstandes der Rail Cargo Austria AG (2012–2016) tätig. Zuvor war er Partner bei der internationalen Unternehmensberatung McKinsey & Company.

KV Chemische Industrie: Beschäftigte in Lenzing treten in Warnstreik

Parallel zu den aktuellen Lenzing News sorgten auch die laufenden Verhandlungen zum KV der Chemischen Industrie für Aufmerksamkeit. Rund 1.350 Beschäftigte des Unternehmens Lenzing beteiligten sich am Ende Mai an einem zweistündigen Warnstreik. Die MitarbeiterInnen folgten einem Aufruf der Gewerkschaften GPA und PRO-GE und legten ab 9.00 Uhr ihre Arbeit nieder.

Der Betriebsratsvorsitzende der Arbeiter und Betriebsausschussvorsitzende Helmut Kirchmair erklärte, er "spürt eine tiefe Enttäuschung" über die "Frechheit" des Angebots der Arbeitgeberseite. Diese habe bislang lediglich eine Einmalzahlung von 250 Euro sowie keine Erhöhung der Löhne und Gehälter angeboten.

Forderungen beim Kollektivvertrag Chemische Industrie, Verweis auf Deutschland

Die ArbeitnehmervertreterInnen verlangen für einen neuen Kollektivvertrag der Chemischen Industrie eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3,5 Prozent. Darüber hinaus fordern sie einen bezahlten Gesundheitstag (gerade erst in dieser Branche gewährt), Klimatickets für Lehrlinge sowie eine Ausweitung des Gesundheitshunderters auf weitere Beschäftigtengruppen.

Stephan Gruber, Betriebsrat der Angestellten bei Lenzing und Mitverhandler für den KV Chemische Industrie, kritisierte die Position der Arbeitgeberseite. Diese fordere, nicht mehr bei der "rollierenden Inflation, sondern bei Null anzusetzen". Zudem sagte Gruber: "Die wollen uns richtig abrasieren". 

Als Orientierung werde der deutsche Kollektivvertrag ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld herangezogen. "Wir müssen uns Dinge wieder erkämpfen", erklärte er vor den Beschäftigten.

Die Arbeitgeberseite verwies ihrerseits erneut auf die Entwicklung in Deutschland. Laut dem Fachverbands-Obmann der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO), Ulrich Wieltsch, seien die Abschlüsse in Österreich seit 2020 kumuliert um zwölf Prozent höher ausgefallen als in Deutschland. 

Diese zusätzlichen Kosten würden die heimischen Unternehmen nun tragen. In Deutschland sei für 2026 zuletzt eine Nulllohnrunde vereinbart worden. Gleichzeitig lag die Inflationsrate in Österreich in den vergangenen Jahren über jener Deutschlands.

Bisher gab es sechs Verhandlungsrunden zum KV Chemische Industrie ohne Ergebnis. Das nächste Treffen der Verhandlungspartner ist für den 2. Juni angesetzt. (LB/APA)

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