Wasserstoff Österreich : Startschuss für Wasserstoff-Valley: 578 Millionen Euro für Dekarbonisierung der Industrie

Rund 100 Vertreter der 48 nationalen und internationalen Partner werden in Graz die Planungen für 17 Projekte starten.
- © PhotoGranary - stock.adobe.comEin europäisches Vorzeigeprojekt beginnt. Am 3. Februar startet in Graz das "Hydrogen Industrial Inland Valley Austria" (HI2-Valley), ein bundesländerübergreifendes Wasserstoff-Valley mit Fokus auf die Dekarbonisierung der Industrie.
Die Initiative erstreckt sich über die Steiermark, Oberösterreich und Kärnten. Sie wird von der EU mit einer Startförderung von 20 Millionen Euro unterstützt. Bis 2030 sollen insgesamt 578 Millionen Euro investiert werden, um den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft in diesen drei Industrieregionen voranzutreiben.
Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Süden Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!

17 Projekte zur Transformation der Industrie
Rund 100 Vertreter der 48 nationalen und internationalen Partner werden in Graz die Planungen für 17 Projekte starten. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette des grünen Wasserstoffs abzudecken. Diese reicht von der Produktion über Transport und Speicherung bis hin zur industriellen Anwendung.
Von den geplanten Projekten entfallen sechs auf die Steiermark, sechs auf Oberösterreich und fünf auf Kärnten. Der Fokus liegt auf industriellen Anwendungen (56 Prozent), gefolgt von Energie (23 Prozent) und Mobilität (21 Prozent). Besonders energieintensive Sektoren wie die Stahl-, Zement- und Rohstoffindustrie sollen von der Umstellung auf grünen Wasserstoff profitieren.
Lesen Sie auch hier: Warum Wasserstoff Oberösterreich braucht – und umgekehrt
Mehr als 10.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr geplant
Geplant ist der Bau neuer Elektrolyseanlagen, die bis 2028 in Betrieb genommen werden sollen und jährlich über 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren können. Der prognostizierte Bedarf in der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten liegt bis 2028 bei mehr als 13.000 Tonnen. Bis 2030 sollen die Anlagen weiter optimiert und die Produktionskapazitäten erhöht werden.
Das könnte Sie auch interessieren: Grüne Energie-Transformation im Süden Österreichs
Laut dem "Masterplan Grüne Energie 2040" der steirischen Industriellenvereinigung und der Energie Steiermark rechnet die Industrie bereits in zehn Jahren mit einem höheren Wasserstoffbedarf als Strombedarf. Die Nachfrage soll bis 2035 von derzeit 2,4 Terawattstunden auf rund 3,4 Terawattstunden steigen.
Bis 2030 sollen jährlich mehr als 18.000 Tonnen grüner Wasserstoff aus lokaler Produktion bereitgestellt werden.
Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Donauraum Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!
Wasserstoffpipeline und internationale Kooperation
Ein weiteres zukunftsweisendes Element des Projekts ist die Integration des Wasserstoff-Valleys in den geplanten "SoutH2Corridor", eine 4.000 Kilometer lange Wasserstoffpipeline, die Nordafrika über Italien und Österreich mit Deutschland verbindet.
Erst kürzlich wurde eine Absichtserklärung zwischen Österreich, Deutschland, Italien, Algerien und Tunesien unterzeichnet, um den Aufbau dieses südlichen Wasserstoffkorridors voranzutreiben.
1.000 neue Arbeitsplätze in der Wasserstoffindustrie
Die Bedeutung des Projekts spiegelt sich auch in der Schaffung neuer Arbeitsplätze wider. Bereits jetzt sind rund 1.000 Fachkräfte in Forschung und Industrie im Bereich Wasserstoff beschäftigt, unter anderem bei Andritz, AVL, der Montanuniversität Leoben und der TU Graz. EU-Studien zufolge könnten durch den regionalen Ausbau der Wasserstoffproduktion weitere 1.000 Jobs entstehen.
Die Wirtschaftslandesrätinnen und -räte der beteiligten Bundesländer betonen die strategische Bedeutung des Projekts. Barbara Eibinger-Miedl (Steiermark), Markus Achleitner (Oberösterreich) und Sebastian Schuschnig (Kärnten) halten fest: "Der Start des gemeinsamen Wasserstoff-Valleys ist ein Meilenstein für unsere drei Bundesländer. Als führende Industrieregionen sind wir besonders gefordert, die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben."
Die Umsetzung des HI2-Valleys erfolgt unter der Leitung des Forschungsinstituts WIVA P&G. Projektleiterin Margherita Matzer erklärt: "Durch die Unterzeichnung des Fördervertrags wurde der nächste große Meilenstein erreicht. Nun geht es um die Umsetzung der einzelnen Projekte und die Schaffung neuer Synergien."