Erneuerbare Energie Österreich : Bundesländer verpassen EU-Frist zu Erneurbaren – der aktuelle Stand in jeder Region
Windpark in Pretul, Steiermark. In dem Bundesland wird noch auf das neue Sachprogramm Wind gewartet.
- © ÖBf-Archiv/R. LeitnerDie Frist läuft am 21. Februar ab: Bis dahin müssen alle EU-Mitgliedsstaaten ihre Beschleunigungszonen für erneuerbare Energie festlegen.
Eine Rundfrage zeigt nun aber, dass mehrere österreichische Bundesländer diese Deadline möglicherweise nicht einhalten werden. Lesen Sie im weiteren die Details zu allen Regionen.
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Salzburg setzt nur auf eine Quelle
Der Salzburger Landtag verabschiedete Anfang Februar eine Novelle zum Raumordnungsgesetz. Das Bundesland definiert Beschleunigungsgebiete für erneuerbare Energie jedoch ausschließlich für Photovoltaik – und das nur im direkten Umfeld von Autobahnen.
Laut Landesrat Martin Zauner (FPÖ), zuständig für Raumordnung, kommt dafür landesweit eine Fläche von etwa 135 Hektar infrage. Die ausgewiesenen Gebiete erstrecken sich jeweils 150 Meter links und rechts der Autobahnen.
Kärntner Kompromiss könnte Bundesziele verfehlen
Alle vier im Kärntner Landtag vertretenen Parteien einigten sich auf einen Kompromiss zur Energiewende. Die am 5. Februar beschlossene Ergänzung zum Raumordnungsgesetz erlaubt maximal 50 Windräder in vier östlichen Regionen des Bundeslandes.
Laut Zahlen des Wirtschaftsministeriums könnte die Windkraft-Genehmigung auf diesen Flächen jedoch nicht ausreichen, um die bundesweiten Ausbauziele zu erreichen. Weitere Beschleunigungsgebiete für Photovoltaik plant Kärnten nicht.
Wie das Büro von Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) mitteilte, wurden entsprechende Flächen bereits in der PV-Verordnung genehmigungsfrei gestellt.
Burgenland: Verordnung in Begutachtung
Das Burgenland implementierte die RED-III-Verordnung der EU bereits im Dezember 2025 durch das Zweite Burgenländische Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Laut dem Büro von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) legt dieses Gesetz fest, dass Windkraft-Beschleunigungsgebiete und Solarenergie-Flächen per Verordnung ausgewiesen werden müssen.
Die entsprechende Verordnung nach dem Raumplanungsgesetz liegt bereits vor und durchläuft aktuell die Begutachtungsphase. Ein Regierungsbeschluss wird für Anfang April erwartet.
Oberösterreich: Tieffluggebiete als Hürde
In Oberösterreich stehen die Beschleunigungszonen noch aus. Bei der Photovoltaik Förderung setzt das Bundesland primär auf Dächer, Fassaden, Parkplätze sowie Freiflächen neben Autobahnen und Schnellstraßen. Insgesamt sollen etwa 5 Prozent der Landesfläche zu PV-Beschleunigungszonen werden.
Für Windkraft sind hingegen weniger als 1 Prozent der Fläche vorgesehen. Problematisch dabei: Die geplanten Wind-Beschleunigungszonen überlappen größtenteils mit Tieffluggebieten des Bundesheeres, was deren Nutzung erheblich einschränkt.
Zusätzlich zu den Beschleunigungsgebieten plant Oberösterreich Ausschlusszonen, die bereits in der Wirtschaft auf Kritik stoßen.
Niederösterreich und Steiermark: nicht vor Mitte 2026
Niederösterreich hat die Beschleunigungszonen für grüne Energie noch nicht verordnet. Der Schritt soll in den kommenden Monaten erfolgen. Als Zeithorizont nannte das Land Mitte des Jahres. Anders als in Oberösterreich gibt es bei den geplanten Windkraft-Zonen keine Konflikte mit Bundesheer-Tiefflugzonen.
In der Steiermark befindet sich das neue Sachprogramm Wind laut den Büros von Landesrat Stefan Hermann (FPÖ) und Landesrätin Simone Schmidtbauer (ÖVP) „in den letzten Feinabstimmungen". Falls die finalen Abstimmungen planmäßig verlaufen, rechnet man „noch im ersten Halbjahr 2026" mit dem neuen Sachprogramm samt ausgewiesenen Zonen für Windräder.
Das derzeit gültige Sachprogramm Wind definiert auf steirischen Bergrücken Vorrang- und Verbotszonen zur Windkraftnutzung. Durch bereits realisierte und geplante Projekte ist es allerdings praktisch ausgeschöpft. Mehrere Unternehmen warten deshalb auf die Novelle.
Tirol und Vorarlberg: brauchen Zeit
Zwar wurden die Vorgaben der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU durch eine Novelle 2024 ins Vorarlberger Raumplanungsgesetz integriert. Die Umsetzung der Beschleunigungsgebiete für Vorarlberg befindet sich laut Auskunft des Landes jedoch erst in Ausarbeitung. Die erfassten Gebiete sind auf der Website des Landes veröffentlicht.
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Tirol konzentriert sich bei den Beschleunigungsgebieten auf Sonnenkraft. Schließlich müssen nach Angaben des Landes „für mindestens einen erneuerbaren Energieträger" entsprechende Flächen ausgewiesen werden. Die finale Ausarbeitung dieser Gebiete steht noch aus. „Hier wird in erster Linie auf bereits befestigte Flächen wie beispielsweise Großparkplätze gesetzt", heißt es.
„Bei der Windenergie setzen wir auf Einzelfallprüfungen", erklärte der ressortzuständige Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). Tirol stehe zur Windkraft, „es wird aber keine großflächigen Beschleunigungsgebiete für Windparks geben", so Geisler. Dies bedeute jedoch nicht, „dass sich in Tirol in Zukunft keine Windräder drehen werden". (LB/APA)
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