Heizöl Österreich : Neuer Fachverband in der WKO: Was bedeutet das für Diesel, Heizöl und andere Kraftstoffe?

Rückenansicht auf zwei Arbeiter mit Schutzhelmen in einer großen Halle mit einem riesigen Rohrsystem in der Energieindustrie

Neben einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Transformationsmaßnahmen und leistbarer Energie sei die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit ein zentraler Aspekt der österreichischen Energieversorgung.

(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)

- © CinimaticWorks - stock.adobe.com

Seit Anfang 2026 trägt der ehemalige Fachverband der Mineralölindustrie in der WKO einen neuen Namen: Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie – kurz FVEK.

Es gehe um eine zukunftsorientierte Neuaufstellung samt "Bekenntnis zur aktiven Mitgestaltung der Energiewende in Österreich", teilte der FVEK im Jänner mit. Damit sind besonders e-Fuels und Geothermie gemeint. Die Änderung folge einem tiefgreifenden Transformationsprozess der gesamten Branche.

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Die rechtliche Basis für diese Anpassung wurde durch eine Änderung der Fachorganisationsordnung in einem offiziellen Beschluss im Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Österreich im Juni 2025 geschaffen. Die Neuerung trat mit 1. Jänner 2026 in Kraft.

Energieindustrie setzt auf Diversifikation und neue Technologien

Die Unternehmen der Energiewirtschaft Österreich durchlaufen derzeit einen fundamentalen Wandel. Viele erweitern ihre Geschäftsfelder auf internationaler Ebene. 

Zu den zentralen Zukunftstechnologien zählen Geothermie, Elektromobilität und grüner Wasserstoff – Bereiche, die für eine klimafreundlichere Zukunft entscheidend sind. Gleichzeitig konzentriert sich die Branche auf Bio- und synthetische Kraftstoffe.
 

Die Herausforderung besteht darin, das Energiesystem entsprechend den nationalen und europäischen Vorgaben umzugestalten und parallel dazu die derzeit noch überwiegend fossil-basierte Energieversorgung während der Übergangsphase zu gewährleisten.

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Was sich ändert: WKO Fachverband erweitert Aufgabenbereich

Der WKO Fachverband vertritt künftig auch jene Unternehmen, die 

  • flüssige und gasförmige Energierohstoffe mit nachhaltigen Komponenten verarbeiten,
  • alternative Kraftstoffe in industriellem Maßstab produzieren 
  • oder Geoenergiesysteme nutzen. 

Dazu gehören:

  • geothermische Anlagen, die Erdwärme verwerten, 
  • sowie die Herstellung beziehungsweise Abscheidung und Speicherung von Energieträgern wie Wasserstoff und CO2 (CCUS). 

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Diese Technologien können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten, da sie die Emissionen von Klimagasen verringern und mittels nachhaltiger Energie erzeugt werden.
 

„Unsere Mitgliedsunternehmen entwickeln sich zunehmend von Anbietern fossiler Rohstoffe zu integrierten Energiedienstleistern mit breitem technologischem Know-how. Das Portfolio reicht vom stetigen Ausbau der E-Mobilität an den Tankstellen über moderne Biokraftstoffe und grünen Wasserstoff bis hin zu eFuels", erklärt Hedwig Doloszeski, Geschäftsführerin des Fachverbands der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie, den neuen Namen.

Als ein Beispiel vieler innovativer Herangehensweisen nennt sie das Geothermie-Projekt deeep in Aspern.

Kraftstoff Österreich: Versorgungssicherheit bleibt zentral

Neben einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Transformationsmaßnahmen und leistbarer Energie stellen Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zentrale Aspekte der österreichischen Energieversorgung dar. 

„Einerseits gestaltet die Branche den Umbau zu einem nachhaltigeren Energiesystem aktiv mit. Andererseits sichert sie während dieser Transformationsphase die verlässliche Versorgung mit konventionellen, fossil-basierten Energieträgern – unter Berücksichtigung von Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Leistbarkeit," so Doloszeski.

Die Politik sei gefordert, nicht nur Ziele zu definieren, sondern auch entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, heißt es vom Fachverband. Erforderlich seien zudem ein politisches Bekenntnis zur Technologieoffenheit sowie gezielte Fördermaßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene.

Verbrauch von Diesel, Benzin und Heizöl

Der Verbrauch von Diesel und Benzin in Österreich erreichte 2025 laut der jährlichen Markteinschätzung des Fachverbandes insgesamt 7,1 Millionen Tonnen (wie viel das kostete, lesen Sie hier).

Umgerechnet in Liter wurden 2025 etwa 8,6 Milliarden Liter Kraftstoff verbraucht – circa 2,2 Milliarden Liter Benzin und rund 6,4 Milliarden Liter Diesel. Im Vergleichszeitraum 2024 lag der Verbrauch mit etwa 8,9 Milliarden Liter um 3,3 % höher. 

Rund 55 Prozent des Dieselkraftstoffes wurden über die etwa 2.700 öffentlich zugänglichen Tankstellen verkauft. 45 Prozent wurden im Commercial-Bereich bei GroßkundInnen abgesetzt. Benzin wurde wie in den Vorjahren nahezu vollständig über den Tankstellenmarkt an die VerbraucherInnen abgegeben.

Der voraussichtliche Dieselverbrauch liegt mit rund 5,41 Millionen Tonnen erneut niedriger als im Vorjahr (-5 %), wobei der Rückgang moderater ausfällt als in den vergangenen Jahren. Beim Benzin zeigte sich mit 1,68 Millionen Tonnen erneut ein leichtes Plus von 0,8 %. 

Der Heizölverbrauch in Österreich verzeichnete 2025 laut Markteinschätzung – entgegen dem Trend der Vorjahre – ein Plus von 2,3 % und erreichte rund 712.000 Tonnen.
 

„Die Verbrauchszahlen 2025 zeigen insgesamt stagnierende Zahlen, der große Umbruch ist noch ausgeblieben," sagt Doloszeski. Die Elektromobilität entwickle sich nicht so schnell wie erhofft oder geplant. Positiv sei hingegen, dass sich die Preise trotz der Erhöhung der CO₂-Bepreisung auf 55 Euro pro Tonne weitgehend stabil gehalten hätten.

Hinweis: Die Verbrauchseinschätzung umfasst das Gesamtjahr 2025. Die Angaben aus der Erdöl-Verbrauchsstatistik des BMK lagen bei Erstellung durch die WKO bis inkl. September 2025 vor.

(LB/APA)

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