Konjunktur Österreich : Österreichs Industrie unter Druck, rückläufige Wirtschaftsleistung in meisten Bundesländern

Elektromotoren in einer industriellen Montagehalle mit einem Arbeiter in blauem Arbeitsanzug.

Am Arbeitsmarkt sollen sich die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute in Grenzen halten. 

- © Ingo Bartussek - stock.adobe.com

Österreichs Industrieregionen haben 2024 einen spürbaren Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet. Laut der aktuellen Bundesländeranalyse der Bank Austria schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) österreichweit um 0,9 Prozent. 

Während viele Regionen Rückgänge verzeichneten, konnte Wien mit einem Plus von 0,5 Prozent erneut zulegen und führt damit das Wachstumsranking der Bundesländer an. 

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"Die Bundeshauptstadt Wien führte 2024 das zweite Jahr in Folge das Wachstums-Ranking der Bundesländer an, an letzter Stelle rangierte die Industriehochburg Oberösterreich", erklärte UniCredit-Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Neben Wien wies nur Tirol eine Stagnation auf. Salzburg (-0,4 Prozent), Steiermark (-0,7 Prozent) und Burgenland (-0,8 Prozent) lagen etwas unter dem österreichweiten Durchschnitt. Deutlich stärker betroffen waren Vorarlberg (-1,4 Prozent), Niederösterreich (-1,6 Prozent), Kärnten (-2,1 Prozent) und insbesondere Oberösterreich mit einem Rückgang von 2,5 Prozent.

Industrie als größter Verlierer, Tourismus als Stütze

Die Industrie verzeichnete mit über vier Prozent den stärksten Rückgang aller Branchen. Besonders betroffen waren die Metallindustrie, der Maschinenbau und die Produktion elektronischer Ausrüstungen. Auch die Bauwirtschaft (-3 Prozent) und der Handel standen unter Druck. 

Im Tiefbau zeigte sich ein regional unterschiedliches Bild: Während das Burgenland Schwächen aufwies, entwickelte sich die Lage in der Steiermark stabiler.

Gleichzeitig konnte der Dienstleistungssektor leicht zulegen. Besonders der Tourismus setzte positive Impulse und erreichte mit 154,3 Millionen Übernachtungen einen neuen Höchststand. Wien verzeichnete hierbei ein Nächtigungsplus von neun Prozent, gefolgt von Tirol und Salzburg.

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Gedämpfte Konjunkturerwartungen und anhaltende Inflation

Trotz einer leicht verbesserten Stimmung zu Jahresbeginn bleibt die heimische Konjunktur hinter der des Euroraums zurück. Der Konjunkturindikator der UniCredit Bank Austria lag im Januar bei minus 2,6 Punkten und damit weiterhin im negativen Bereich. Neben dem Tourismus stützten auch der Einzelhandel, der Kraftfahrzeughandel und Transportdienstleistungen die leichte Verbesserung. Am Bau blieb die Lage hingegen angespannt, wobei sich der Tiefbau positiv absetzte.

Die Inflation zog im Januar laut Schnellschätzung der Statistik Austria wieder an und erreichte 3,3 Prozent. Gründe dafür waren unter anderem das Auslaufen der Strompreisbremse und die Erhöhung der CO2-Bepreisung. Für das Gesamtjahr 2025 hebt die Bank Austria ihre Teuerungsprognose von 2,2 auf 2,5 Prozent an.

Verhaltene Konsumlaune und stabile Arbeitsmarktentwicklung

Trotz hoher realer Lohnzuwächse üben sich die Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin in Kaufzurückhaltung. Die Verunsicherung über die wirtschaftliche Lage sowie Sorgen um den Arbeitsplatz dämpfen die Konsumfreude. Laut Prognosen könnte sich diese Zurückhaltung im Laufe des Jahres leicht lösen, eine starke Belebung des Konsums bleibt jedoch unwahrscheinlich.

Am Arbeitsmarkt sollen sich die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute in Grenzen halten. Die Arbeitslosenquote wird für 2025 auf 7,3 Prozent geschätzt und soll auch 2026 auf diesem Niveau verharren. (apa/red)

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