Insolvenzen Österreich : Insolvenzen in Österreich 2025: Welche Branchen besonders betroffen sind – und warum

Die wirtschaftliche Lage in Österreich wird zusätzlich durch die schwächelnde Eurozone und insbesondere die rückläufige Nachfrage aus Deutschland belastet.
- © Adobe stock / bluedesignDie Zahl der Firmenpleiten in Österreich bleibt hoch: Laut aktuellen Prognosen von Acredia und KSV1870 wird sich die Lage auch 2025 nicht wesentlich verbessern. Erwartet werden zwischen 6.500 und 7.000 Unternehmensinsolvenzen, was dem Niveau von 2024 entspricht. Besonders gefährdet sind weiterhin die Branchen Bau, Handel und Dienstleistungen.
Bereits 2024 lag die Zahl der Insolvenzen mit 6.550 Fällen um 22 Prozent höher als im Vorjahr. Für 2025 prognostiziert Acredia eine weitere Zunahme um zwei Prozent auf 6.700 Fälle. KSV1870 erwartet eine ähnliche Entwicklung und sieht aktuell keine Anzeichen für eine Entspannung.
Karl-Heinz Götze, Insolvenzexperte beim KSV1870, beschreibt die Lage drastisch:
"Österreichs Wirtschaft geht weiterhin am Stock. Sie benötigt dringender denn je frischen Sauerstoff, um wieder in Schwung zu kommen."
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Welche Branchen sind betroffen?
Während die Bauwirtschaft im ersten Quartal 2025 einen Rückgang der Insolvenzen um 12 Prozent verzeichnete, zeigt sich der Grundstücks- und Wohnungssektor besonders betroffen: Hier stiegen die Firmenpleiten um nahezu 62 Prozent.
Die Insolvenzstatistiken für das erste Quartal 2025 zeigen:
- 1.741 Unternehmensinsolvenzen (+3,1 % im Vergleich zum Vorjahr)
- 19 Pleiten pro Tag im Durchschnitt
- Handel, Bauwirtschaft und Gastronomie machen gemeinsam 45 % aller Insolvenzen aus

Globale Risiken: Handelskonflikte als Unsicherheitsfaktor
Die wirtschaftliche Lage in Österreich wird zusätzlich durch die schwächelnde Eurozone und insbesondere die rückläufige Nachfrage aus Deutschland belastet. Acredia warnt zudem vor den Folgen eines möglichen globalen Handelskriegs.
"Sollten die Zoll- und Handelskonflikte eskalieren, müssten wir die Insolvenzprognose um einen Prozentpunkt nach oben anheben," so Acredia-Vorständin Gudrun Meierschitz.
Auch in den Nachbarländern steigen die Insolvenzzahlen deutlich:
- Italien: +17 %
- Deutschland: +10 %
- Tschechien: +5 %
Steigende Passiva, weniger Privatkonkurse
Ein weiteres Problem: Die Höhe der vorläufigen Passiva ist mit 2,04 Mrd. Euro im ersten Quartal 2025 um 6,9 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei spielt das auseinanderbrechende Signa-Firmenkonglomerat eine große Rolle – mit 479 Mio. Euro Insolvenzvolumen allein bei der Signa Prime CM 2017 GmbH.
Erfreulicher entwickelt sich hingegen die Zahl der Privatkonkurse, die österreichweit um 8,7 Prozent zurückging. Besonders in der Steiermark (-25,4 %), Kärnten (-23 %) und Oberösterreich (-11,4 %) gab es deutliche Rückgänge.
Fazit: Keine schnelle Erholung in Sicht. Die Insolvenzstatistiken für 2025 zeigen, dass Österreichs Wirtschaft weiterhin unter Druck steht. Während einige Sektoren erste Erholungstendenzen zeigen, bleibt die Gesamtlage angespannt. Experten warnen, dass ohne wirtschaftspolitische Impulse keine schnelle Verbesserung zu erwarten ist.
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