Aufrüstung Europa : Hintsteiner Defence: Hochfeste Verbundwerkstoffe für die Rüstungsindustrie

Luftansicht auf Verteidigungsfahrzeuge mit Schutzsystem von Hintsteiner Defence.


In Zusammenarbeit mit Liebherr hat Hintsteiner Defence ein Schutzsystem entwickelt, das sich auf Standardmaschinen adaptieren lässt ohne gravierende Modifikationen am Fahrwerk oder Bremssystem vorzunehmen.

Quelle: HINTSTEINER Group 

- © YouTube/ HINTSTEINER Group

Aus unserer exklusiven Serie zur RÜSTUNGSWIRTSCHAFT: Hintsteiner Defence.

Seit seiner Gründung im Jahr 1981 hat sich das österreichische Familienunternehmen Hintsteiner im steirischen Mürztal stetig weiterentwickelt. Ursprünglich auf Modellbau spezialisiert, erfolgte in den 1990er-Jahren die Ausrichtung auf Kunststoffteile im Spritzgussverfahren und den Prototypenbau

Heute liegt ein wesentlicher Fokus des Unternehmens auf der Produktion von hochfesten Verbundwerkstoffen für die Verteidigungsindustrie. 

Nie mehr die wichtigsten lokalen Nachrichten aus dem Süden Österreichs aus Wirtschaft und Politik verpassen. Abonnieren Sie unseren wöchentlichen Newsletter: Hier geht’s zur Newsletter-Anmeldung!

Spezialisierung auf den Defense-Bereich

Hintsteiner Defence ist das Tochterunternehmen der Gruppe, das sich auf militärische Anwendungen konzentriert. Der Schwerpunkt liegt auf der Herstellung leichter, aber extrem widerstandsfähiger Bauteile aus Verbundwerkstoffen. Diese eignen sich besonders für den Einsatz in der Verteidigungstechnik, da sie sowohl Gewichtsreduktion als auch hohe Belastbarkeit ermöglichen.

Neben der Fertigung bietet das Unternehmen ein umfassendes Dienstleistungsspektrum an: von Engineering über die Bearbeitung der Rohteile bis zur Oberflächenveredelung, darunter Lackierung und spezielle Schutzbeschichtungen wie Hi2Protect und Hi2One. Auch die Montage kompletter Systeme gehört zum Angebot.

Auswirkungen des Rüstungstrends in Europa

Die steigenden Verteidigungsbudgets europäischer Staaten haben auch auf Hintsteiner Auswirkungen. 

"Bei bereits bestehenden Systemen ist die Nachfrage definitiv gestiegen", erklärt Martin Hintsteiner, CEO von Hintsteiner Defence. Viele Kunden investieren verstärkt in laufende Produktionen, um den gestiegenen Bedarf rasch zu decken.

Gleichzeitig liegt der Fokus von Hintsteiner seit Jahren auf Neuentwicklungen, die sich oft noch in der Qualifizierungsphase befinden. Der aktuelle geopolitische Kontext, insbesondere der Ukraine-Krieg, hat in diesem Bereich jedoch Verzögerungen verursacht.

Anders als viele Unternehmen, die nun verstärkt in den Verteidigungssektor einsteigen möchten, sieht Hintsteiner seine Stärken im organischen Wachstum. 

"Wer jetzt erst am Rüstungsmarkt aktiv wird, kann sich frühestens in den kommenden Jahren über ein Einstiegsprojekt freuen", so Martin Hintsteiner.

Geschäfte in der Verteidigungsbranche erfordern nicht nur große Investitionen, sondern auch langjährige Beziehungen und eine etablierte Vertrauensbasis. Bereits seit zwei Jahrzehnten beliefert Hintsteiner europäische Verteidigungsunternehmen und sieht deshalb keine Notwendigkeit, seine Vertriebsaktivitäten kurzfristig auszuweiten. Vielmehr setzt man auf Flexibilität, um auf steigende Produktionsnachfragen effizient reagieren zu können.

  • Portraitbild von Martin Hintsteiner, CEO von Hintsteiner Defence.
    "Wer jetzt am Rüstungsmarkt aktiv wird, kann sich frühestens in den kommenden Jahren über ein Einstiegs-Projekt freuen."

    Martin Hintsteiner, CEO von Hintsteiner Defence

Herausforderungen: Fachkräftemangel und Lieferketten

Wie viele Industriezweige sieht sich auch die Verteidigungsbranche mit Fachkräftemangel konfrontiert. Besonders das oft negativ behaftete Image der Rüstungsindustrie erschwert die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter.

Im Bereich der Lieferketten zeigt sich Hintsteiner hingegen widerstandsfähig: "Da wir zur Einhaltung der ITAR-Bestimmungen ohnehin nur europäische Materialien verwenden, sind wir von globalen Lieferengpässen weniger betroffen." 

Zudem setzt das Unternehmen auf alternative Materialoptionen, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Vernetzung mit europäischen Rüstungsunternehmen

Hintsteiner ist eng mit der europäischen Verteidigungsbranche vernetzt: "Wir pflegen strategische Kooperationen mit führenden Wehrtechnik-Unternehmen in Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz."

Der Austausch auf internationalen Fachtagungen gehört zur Unternehmensstrategie, um Synergien zu nutzen und gemeinsame Projekte effizient umzusetzen. Diese Vernetzung ist entscheidend, um in der hochregulierten Verteidigungsindustrie langfristig erfolgreich zu sein.

🔎 Noch mehr Wirtschaftseinblicke?

Folgen Sie uns auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Themen, spannende Interviews und Trends aus der Wirtschaft immer auf dem Laufenden! 🚀💼

🎙️ Wirtschaft im Ohr – Ihr Wissensvorsprung! 🚀

Der neue Wirtschafts-Nachrichten Podcast