Industriellenvereinigung Oberösterreich : Thomas Bründl ist Präsident der IV OÖ
F. Peter Mitterbauer (Miba), Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (Fronius), IV-OÖ-Präsident Thomas Bründl, Herbert Eibensteiner (voestalpine), IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch
- © IV OÖ / PelzlMitte Juni fand der Industrieempfang 2025 der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) in der Kepler Hall der Johannes Kepler Universität Linz statt.
Die Veranstaltung war gut besucht und stand im Zeichen aktueller Herausforderungen und Perspektiven für den Industriestandort Oberösterreich.
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Im Mittelpunkt der Beiträge stand die Frage, wie Oberösterreich seine Rolle als bedeutende Industrieregion angesichts steigender Kosten und standortpolitischer Rahmenbedingungen sichern kann.
Dabei wurde betont, dass die Innovationskraft des Landes gezielt in Produktivitätssteigerungen übersetzt werden müsse, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung. Diese Bereiche gelten als zentrale Stärken des Standorts. Ihre langfristige Wirkung werde jedoch auch davon abhängen, inwieweit entsprechende Kompetenzen und ein breiteres Bewusstsein in der Bevölkerung gefördert werden können.
Darüber herrschte Einigkeit unter den Rednern des Abends: der neue IV OÖ-Präsident Thomas Bründl, Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie die JKU-Professoren Teodoro Cocca und Meinhard Lukas.
Eine geplante Exzellenzinitiative soll diesen Prozess unterstützen. Die IV OÖ kündigte an, dieses Vorhaben aktiv mitzutragen.
IV OÖ: Reduziertes Präsidium mit bekannten Gesichtern
Die IV OÖ hat Thomas Bründl am selben Tag zum neuen Präsidenten gewählt.
Nach dem Rückzug von Stefan Pierer, der nach der Insolvenz der KTM AG seine Funktion niedergelegt hatte, wurde die IV OÖ bis zuletzt interimistisch von den Vizepräsidenten geführt. Einer davon war Bründl, Geschäftsführer von Starlim Spritzguss.
Die bisherigen Vizepräsidenten – Herbert Eibensteiner (voestalpine), Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß (Fronius International) und Peter Mitterbauer (Miba) – wurden für die kommende Amtsperiode 2025 bis 2028 bestätigt.
Die Struktur des IV-Präsidiums wurde gleichzeitig gestrafft: Der bisherige vierte Vizepräsidentenposten entfällt künftig ersatzlos.
Kritik an Föderalismus und Technologiepolitik
Bründl kündigte an, den Leitspruch seines Vorgängers „Leistung muss sich lohnen“ weiterzuführen, sich jedoch nicht an Pierer orientieren zu wollen. In seiner Funktion wolle er sich insbesondere mit strukturellen Herausforderungen befassen.
Der Föderalismus in Österreich sei laut Bründl ein „ineffizientes System“, das überarbeitet werden müsse. Auch die Auswahl von Technologien solle nicht politisch gesteuert werden. „Wenn man das dem Markt überlasse, werden sich die besten Technologien durchsetzen“, so Bründl.
Energiepreise im Fokus
Ein zentrales Anliegen für den neuen Präsidenten sind die Energiepreise, die trotz des hohen Anteils erneuerbarer Energien aus seiner Sicht zu hoch seien. „Dass das teuerste Kraftwerk den Strompreis bestimmt, tut einfach weh“, so Bründl über das Merit-Order-Prinzip. Er plädiert für alternative Lösungsansätze, um diese Praxis zu überdenken.
Auch voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner bekräftigte seine Forderung nach einer Verlängerung der Strompreiskompensation bis 2030. Darüber hinaus sprach er sich für eine Anpassung des CO2-Grenzausgleichssystems (CBAM) sowie für eine gestaffelte Einführung der CO2-Zertifikate aus. Besonders dringlich sei außerdem der zügige Ausbau der Stromnetze.
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