Fachkräftemangel Österreich : Fachkräfteagentur Kärnten bekämpft Pflegemangel | Aufruf zum 2. Call
Inhalt
- Hintergrundinfo: Wie die Kärntner Fachkräfteagentur begann
- Wirtschaftskammer würdigt erfolgreiche Kooperation gegen Personalmangel
- Fachkräftemangel Gesundheit besonders akut in Kärnten
- Erster Fokus auf Gesundheits- und Pflegeberufe
- MaVida-Geschäftsführer zufrieden mit Vermittlungserfolg
- Zweiter Call läuft noch bis September 2025
- Gut zu wissen: Pflegestipendium verlängert und aufgestockt
Mehr als 100 dringend gesuchte Fachkräfte im Gesundheitssektor fanden durch die Vermittlung eine neue Stelle in Kärnten.
(Hinweis: Dieses Bild wurde mithilfe von KI generiert und dient der Illustration.)
- © Adobe stock/CeciliaDie Kärntner Fachkräfteagentur – vor weniger als eineinhalb Jahren ins Leben gerufen – zeigt erste beachtliche Resultate im Kampf gegen den Fachkräftemangel Österreich.
Bereits mehr als 100 dringend gesuchte Fachkräfte im Gesundheitssektor fanden durch die Vermittlung eine neue Stelle. Der Pflegeheimbetreiber MaVida gehört zu den Unternehmen, die von dieser Initiative profitieren.
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Hintergrundinfo: Wie die Kärntner Fachkräfteagentur begann
Im April 2024 gaben Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig, Landesrätin Beate Prettner und WKK-Präsident Jürgen Mandl den Start der neuen Agentur bekannt.
Das Land Kärnten führte dazu ein europaweites Vergabeverfahren durch. In diesem Verfahren gingen die Trenkwalder Personalvermittlung für die Arbeitskräfteakquise und das Carinthian International Center für die Integrationsleistungen als Bestbieter hervor.
Insgesamt fünf Millionen Euro will Kärnten in den nächsten Jahren jährlich investieren.
Im Rahmen der Arbeitskräftevermittlung wird der gesamte Bewerbungsprozesses, von den Vorbereitungen zur Erlangung der Rot-Weiß-Rot-Karte, über Begleitung bei Behörden- und Botschaftswege bis hin zur Dienstvertragsunterzeichnung begleitet.
Wirtschaftskammer würdigt erfolgreiche Kooperation gegen Personalmangel
Die Wirtschaftskammer Kärnten hebt die produktive Zusammenarbeit zwischen Betrieben und der Fachkräfteagentur hervor. Gleichzeitig ermutigt sie weitere Unternehmen, sich am zweiten Call der Fachkräfteoffensive zu beteiligen.
So sollte das Gesundheitssystem reformiert werden
Das Bundesland Kärnten entwickelte gemeinsam mit der Wirtschaftskammer ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der Unternehmen bei der Personalsuche. Gesundheitsbetriebe und Pflegeeinrichtungen wie MaVida nutzen dieses Angebot erfolgreich, um vakante Positionen zu besetzen.
„Das ist ein starkes Signal für unsere Betriebe", sagt WK-Präsident Jürgen Mandl. „Die Fachkräfteagentur ist ein Vorzeigeprojekt für die gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Land und Partnerinstitutionen. Jede erfolgreiche Vermittlung bedeutet Stabilität für Betriebe und Sicherheit für Arbeitsplätze. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – jetzt gilt es, weiter Tempo zu machen."
Lesen Sie auch hier, wie Linz dem Fachkräftemangel begegnet.
Fachkräftemangel Gesundheit besonders akut in Kärnten
Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig unterstreicht die Bedeutung qualifizierter Arbeitskräfte für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts:
„Kärnten steht im harten Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte. Gut ausgebildetes Personal ist ein Schlüsselfaktor, damit wir auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben. Mit der Kärntner Arbeitskräfteagentur haben wir als Bundesland einen starken Impuls gesetzt, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken."
Der Pflegemangel Österreich trifft den Gesundheits- und Pflegesektor besonders hart. „Daher lag der Schwerpunkt des ersten Calls vor allem darauf, Fachkräfte für diese Branchen zu gewinnen", betont Schuschnig.
Erster Fokus auf Gesundheits- und Pflegeberufe
Wie bei der Einführung der Agentur im April 2024 bekanntgemacht wurde, finden die Schwerpunktsetzung und Festlegung von Kontingenten durch halbjährige Branchen-Calls statt. Diese werden durch einen Expertenrat der Sozialpartner und des AMS festgelegt.
Gesundheitsreferentin LR.in Beate Prettner erklärt den ersten Fokus auf Gesundheits- und Pflegeberufe:
„Kärnten verzeichnet seit mehr als fünf Jahrzehnten einen rückläufigen Geburtentrend. Sind in den 1960er-Jahren noch mehr als 10.000 Babys pro Jahr auf die Welt gekommen, so sind es jetzt nur noch 4.200. Das führt dazu, dass sich die Alterspyramide auf den Kopf stellt: Die Älteren werden immer älter und immer mehr; der Nachwuchs wird immer weniger. Und das hat natürlich vor allem auf das Gesundheits- und Pflegewesen große Auswirkungen. Je älter der Mensch wird, desto krankheitsanfälliger und pflegebedürftiger wird er. Auf der anderen Seite wird der Nachwuchs für eine ausreichend große Anzahl an Pflegekräften immer weniger."
MaVida-Geschäftsführer zufrieden mit Vermittlungserfolg
Christian Polessnig, Geschäftsführer von MaVida, äußert sich positiv über die Unterstützung:
„Gerade in der Pflege sind qualifizierte Mitarbeiter:innen schwer zu finden. Wir freuen uns daher, dass wir bei der Mitarbeitersuche durch die Kärntner Fachkräfteagentur unterstützt werden konnten. Für uns ist das ein wichtiger Schritt, um die Betreuung unserer Bewohner:innen weiterhin auf hohem Niveau zu sichern."
Zweiter Call läuft noch bis September 2025
Aktuell läuft der zweite Call der Fachkräfteoffensive. Noch bis 8. September 2025 können Kärntner Betriebe ihren Bedarf an Pflegekräften, IT-Spezialist:innen oder Fachkräften aus den Bereichen Metall- und Elektrotechnik anmelden.
Mehr zu Anmeldung und Prozess hier. (Dieser Link dient der Information – es besteht keine Affiliation zu den WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN.)
Die Anwerbung geeigneter Kandidat:innen erfolgt über internationale Partner, das Onboarding wird vom Carinthian International Center (CIC) begleitet.
Gut zu wissen: Pflegestipendium verlängert und aufgestockt
Für Interessierte an einer Pflegeausbildung ist auch wichtig zu wissen: Das Pflegestipendium wird verlängert und aufgestockt. Die aktuelle Reform sieht eine Befristung bis 31. August 2026 vor. Der bisherige Budgetrahmen für diese Fördermaßnahme wurde von 7 auf 20 Millionen Euro erhöht.
„Dass nun deutlich mehr Budget für das Pflegestipendium zur Verfügung steht, ist ein wichtiger gewerkschaftlicher Verhandlungserfolg und eine Unterstützung für alle, die den Schritt in einen Gesundheitsberuf wagen“, sagt Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit der Gewerkschaft vida.
„Gerade jetzt, wo der Mangel an Pflegekräften immer spürbarer wird und der Druck unter den Beschäftigten enorm ist, braucht es Zukunftsdenken statt befristeter Maßnahmen“, so Sylvia Gassner, Vorsitzende des vida-Fachbereichs Soziale Dienste. „Es braucht klare gesetzliche Grundlagen, damit die Finanzierung solcher Bildungsmaßnahmen dauerhaft gesichert ist.“
(LB/APA)
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